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	<title>Deutsch-Israelische Gesellschaft DIG</title>
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	<description>Arbeitsgemeinschaft Berlin und Potsdam</description>
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		<title>Gastbeitrag yum 27. Januar in der FR: 70 Jahre &#8211; ein Menschenleben</title>
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		<pubDate>Sat, 28 Jan 2012 00:54:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>dig-admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Hintergrund]]></category>

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		<description><![CDATA[
Die große Mehrheit der Zeugen und Opfer der Shoa ist nicht mehr unter uns. Jedes Mal, wenn wir an einen Namen erinnern, ist das eine Ehrerweisung.
Emmanuel Nahshon in der Frankfurter Rundschau vom 27.01.2012.


Emmanuel Nahshon


Nur eine Woche liegt zwischen dem Tag, an dem wir in diesem Jahr daran erinnerten, dass vor 70 Jahren die Wannsee-Konferenz stattfand, [...]]]></description>
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<p>Die große Mehrheit der Zeugen und Opfer der Shoa ist nicht mehr unter uns. Jedes Mal, wenn wir an einen Namen erinnern, ist das eine Ehrerweisung.</p>
<p><a href="http://www.fr-online.de/meinung/gastbeitrag-70-jahre----ein-menschenleben,1472602,11521346.html" target="_blank">Emmanuel Nahshon in der Frankfurter Rundschau vom 27.01.2012.</a></div>
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<div id="ContentImage11521344Full" style="display: none;"><img src="/image/view/2012/0/26/11521344,9252881,highRes,maxh,480,maxw,480,71-30077088.JPG.jpg" alt="Emmanuel Nahshon" /></p>
<div>Emmanuel Nahshon</div>
</div>
<div>
<p>Nur eine Woche liegt zwischen dem Tag, an dem wir in diesem Jahr daran erinnerten, dass vor 70 Jahren die Wannsee-Konferenz stattfand, bei der die Vernichtung der Juden Europas beschlossen und geplant wurde, und dem Internationalen Holocaust-Gedenktag. Es besteht eine direkte Verbindung zwischen der Entscheidung, das jüdische Volk zu vernichten, zur Todesfabrik Auschwitz, die am 27. Januar 1945 von der Roten Armee befreit wurde. Die düsteren Schatten der Gaskammern und des Krematoriums reichen bis zu den friedlichen Ufern des Wannsees und tauchen sie in eine ewige Dunkelheit.</p></div>
<div>
<p>In den Jahren 2003 bis 2015 gedenken wir einer Reihe von Ereignissen, die den Titel „70 Jahre…“ tragen und damit den Zeitraum abbilden, der seit den zwölf dunklen Jahren zwischen 1933 und 1945 bis heute vergangen ist.</p></div>
<div>
<p>Im Judentum hat dieser Zeitraum von 70 Jahren eine besondere Bedeutung. Er unterscheidet sich von allen anderen Zeiträumen, seien sie kürzer oder länger. 70 Jahre stehen laut unserer historischen Überlieferung für „ein Menschenleben“. Der Ursprung dieser Überlieferung findet sich in der Lebensgeschichte eines unser vielseitigsten und talentiertesten Könige: König David. Er lebte 70 Jahre lang – und dies wurde folglich als der Zeitraum angesehen, in dem ein Mensch ein vollständiges Leben gelebt hat.</p></div>
<div>
<p>Ein Menschenleben ist vergangen seit den dunkelsten Stunden in der Geschichte der Menschheit. Die große Mehrheit der Zeugen und der Opfer der Shoa ist nicht mehr unter uns. Schon bald, in einigen Jahren, wird niemand mehr sagen können „Ich war dort“, „Ich habe es gesehen“. Diese Tatsache lädt eine immense Verantwortung auf die Schultern der jüngeren Generationen – in Israel, in Deutschland und anderswo auf der Welt. Diese gemeinsame Verantwortung kann sich auf vielfältige Art und Weise ausdrücken – in Zeremonien, in Schulprojekten, bei der Verlegung von Stolpersteinen, bei individuellen Gedenkveranstaltungen, in akademischen Studien sowie in intellektuellen, künstlerischen oder inter-religiösen Projekten. Respekt und Dialog sollten der gemeinsame Nenner all dieser Taten der Erinnerung sein.</p></div>
<div>
<p>Ein Menschenleben ist vergangen, aber es ist niemals zu spät, individuelle Geschichten aus dem schwarzen Loch zu „retten“, in das sie von den bösartigen Masterminds der Wannseekonferenz und der Vernichtungslager geworfen wurden. Jede persönliche Geschichte, jedes individuelle Gedenken ist ein kleiner Sieg über diejenigen, die es darauf abgesehen hatten, unsere physische, moralische, kulturelle und religiöse Identität – unsere Existenz als menschliche Wesen – zu vernichten.</p></div>
<div>
<p>Jedes Mal, wenn wir an einen Namen erinnern und ihn laut aussprechen, ist das eine Ehrerweisung. Wichtig ist dies nicht ausschließlich für das ermordete Opfer, noch wichtiger ist es vielleicht für uns selbst – für uns Juden als Nachkommen der Ermordeten, für die Deutschen und auch für die schwere Verantwortung, die wir gemeinsam tragen.</p></div>
<div>
<p>Einige wenige Deutsche haben in jenen dunklen Jahren den Mut gefunden, sich anders zu verhalten als die große Mehrheit ihrer Mitbürger. Sie riskierten ihr Leben und das ihrer Familien, indem sie Juden in ihren Häusern versteckten, sie schützten und mit Lebensmitteln versorgten und manchmal gar mit falschen Identitäten. Sie haben den Lauf der Dinge nicht verändert, doch wir in Israel ehren sie als Helden – sie sind die „Gerechten unter den Völkern“.</p></div>
<div>
<p>Es ist interessant, dass die meisten von ihnen einfache, bescheidene Menschen waren, nicht reich, berühmt oder mächtig. Sie handelten entsprechend ihrer tiefen moralischen Überzeugung. Sie betrachteten sich selbst nicht als außergewöhnliche Menschen – und doch sind sie es. In Zeiten des moralischen Bankrotts, des Fanatismus und des Hasses wird die Verteidigung fundamentaler menschlicher Werte zur Ausnahme. Diese bescheidenen Helden werden in Israel und in Deutschland geehrt und sollten als Vorbilder für die jungen Generationen dienen.</p></div>
<div>
<p>Ein Menschenleben ist vergangen. Israel und Deutschland sind Freunde und Verbündete. Wir gestalten gemeinsam die Zukunft. Wir kooperieren in der Wissenschaft und Technologie. Wir kreieren gemeinsam Kultur und Kunst. Wir teilen dieselben Werte. Wir sind uns in vielem einig. Manchmal gehen unsere Meinungen auseinander. Am wichtigsten ist, dass wir die offenen Wunden der Vergangenheit respektieren und darauf basierend einen Dialog führen, der einen wichtigen Teil unserer Identitäten ausmacht. Dies ist aus meiner Sicht unsere vordringlichste Aufgabe als israelische Diplomaten. Das „Grab in den Wolken“, in dem unsere Brüder und Schwestern liegen, existiert noch immer. Auch der stärkste Wind des Universums wird es nicht davon wehen. Es ist Teil unserer selbst, wenn wir mit offenen Armen, in Freundschaft und voller Vertrauen auf unsere deutschen Freunde zugehen.</p></div>
<div>
<p><em>Emmanuel Nahshon ist Gesandter und Geschäftsträger der Botschaft Israels in Deutschland. </em></p>
<p><em><br />
</em></div>
</div>
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		<title>Marcel Reich-Ranicki sprach im Bundestag zum Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus</title>
		<link>http://www.digberlin.de/marcel-reich-ranicki-sprach-im-bundestag-zum-gedenktag-fur-die-opfer-des-nationalsozialismus/</link>
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		<pubDate>Sat, 28 Jan 2012 00:48:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>dig-admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Festakt]]></category>

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		<description><![CDATA[Neben der Rede von Marcel Reich Ranicki als Überlebendem des Warschauer Ghettos empfehlen wir auch die Rede von Bundestagspräsident Dr. Norbert Lammert.
Auf der Seite des Bundestages finden Sie auch die Reden von früheren Rednern beim Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus.
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]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Neben der Rede von Marcel Reich Ranicki als Überlebendem des Warschauer Ghettos empfehlen wir auch die Rede von Bundestagspräsident Dr. Norbert Lammert.</p>
<p>Auf der Seite des Bundestages finden Sie auch die Reden von früheren Rednern beim Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus.</p>
<p><a href="http://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2012/37432080_kw04_gedenkstunde/index.jsp" target="_blank">Mehr</a></p>
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		<title>Der Mufti und die Juden</title>
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		<pubDate>Mon, 23 Jan 2012 21:51:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>dig-admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Kaum zu glauben]]></category>

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		<description><![CDATA[Von Reuven Berko, Israel Ha-Yom, 23.01.12.
Seit seiner Ernennung zum Mufti von Jerusalem hat Muhammad Hussein auf jeder sich bietenden Bühne seine Hetzreden zu Gehör gebracht, so auch in der vergangenen Woche auf der Feier zum 47. Jahrestag der Fatah-Gründung.
An dieser Zeremonie  nahmen auch der &#8220;Jerusalem-Minister&#8221; Adnan Al-Husseini und zahlreiche weitere hochrangige Mitglieder der Palästinensischen Autonomiebehörde [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Von Reuven Berko, Israel Ha-Yom, 23.01.12</em>.</p>
<p>Seit seiner Ernennung zum Mufti von Jerusalem hat Muhammad Hussein auf jeder sich bietenden Bühne seine Hetzreden zu Gehör gebracht, so auch in der vergangenen Woche auf der Feier zum 47. Jahrestag der Fatah-Gründung.</p>
<p>An dieser Zeremonie  nahmen auch der &#8220;Jerusalem-Minister&#8221; Adnan Al-Husseini und zahlreiche weitere hochrangige Mitglieder der Palästinensischen Autonomiebehörde teil, sowie die freigelassenen Gefangenen, einschließlich der arabischen Israelis unter ihnen. Wie auch bei anderen Fatah-Konferenzen zuvor riefen die hochrangigen Palästinenser zur Rettung Jerusalems und der Befreiung ganz Palästinas auf, zur Befreiung der Städte Haifa, Nazareth und Jaffa.</p>
<p>Wie eine Schallplatte mit Sprung zitierte der Mufti in seiner Rede auf der Konferenz zum wer-weiß-wievielten Mal eine dem Propheten Muhammad zugeschriebene Aussage, nach der der jüngste Tag nicht kommen wird, bis die Juden nicht durch die Muslime vernichtet sein würden. Demzufolge wird sogar ein Stein an diesem Tag seinen Mund öffnen und einen Juden verraten, der sich hinter ihm versteckt. Nur der Bocksdorn-Baum wird dem Juden vor seinem sicheren Tod Zuflucht bieten.</p>
<p>Radikale Islamisten behaupten, dass die Siedler heute vermehrt diese Bäume in den &#8220;geraubten Gebieten&#8221; pflanzen, weil sie ihr Schicksal kennen. Wie zu erwarten war, wurde bei der Konferenz auch das Koran-Zitat gebracht, demzufolge die Juden die Nachfahren von Affen und Schweinen seien.</p>
<p>Auf Jiddisch sagt man: &#8220;Ahat er gezogt.&#8221; Das heißt so viel wie &#8220;Schön, dann hat er es also noch einmal gesagt.&#8221; Und tatsächlich sind diese Aussagen nichts neues, denn der Mufti hat aus islamischen Quellen zitiert. Und wenn er bei der Polizei wegen des Verdachts auf Volksverhetzung verhört wird, wird es ihm vielleicht sogar gelingen, sich selbst zu einem islamischen Helden unserer Zeit zu stilisieren.</p>
<p>Doch die Al-Aqsa-Reden waren schon immer eine ernstzunehmende Plattform für die palästinensischen Terrorführer, die ihre Absichten dort emotional ihrem Volk verkünden. Und schon immer bedienen haben sie sich auf den islamischen Glauben und die Tradition berufen, um die Massen zu begeistern. […]</p>
<p>Das Problem an den diffamierenden Aussagen des Muftis ist, dass es sich um die &#8220;Stimme seines Herren&#8221; Abbas handelt. Und das, während man bei uns noch daran glaubt, die Hamas hätte sich gemäßigt, und die Palästinensische Autonomiebehörde sei zionistisch geworden.</p>
<p>Die Wahrheit ist, dass die Palästinenser inzwischen verstanden haben, dass der Traum von Jerusalem als ihrer Hauptstadt dahin ist […]. Nun setzen sie ihre ganze Hoffnung auf den islamischen &#8220;Tsunami&#8221; um sie herum und radikalisieren ihre Position.</p>
<p>Es geht ihnen weiterhin um die Befreiung ganz Palästinas unter Täuschung der anderen Staaten. Und dieses Mal wird die Methode ein verbesserter Massenaufstand im Stil der Ersten Intifada unter Berücksichtigung der Lehren vom Tahrir-Platz und einer Vereinigung mit der Hamas sein.</p>
<p>Doch wenn man die Worte des Muftis ernst nimmt, muss Israel sich nicht vor dem Terror schützen – wir müssten lediglich Bocksdornbäume pflanzen.</p>
<p><em>Der Autor ist Dozent an der Universität Haifa.</em></p>
<p><em><a href="http://embassies.gov.il/berlin/NewsAndEvents/Kommentare/Pages/Der-Mufti-und-die-Juden.aspx" target="_blank">Mehr </a><br />
</em></p>
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		<title>Bericht des unabhängigen Expertenkreises Antisemitismus vorgestellt</title>
		<link>http://www.digberlin.de/antisemitismus-bericht-der-bundesregierung-vorgelegt/</link>
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		<pubDate>Sun, 22 Jan 2012 22:29:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>dig-admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Publikation]]></category>

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		<description><![CDATA[Der seit langem angemahnte Bericht des unabhängigen Expertenkreises Antisemitismus im Auftrag der Bundesregierung liegt nun vor. Er wurde Anfang Dezember 2011 an alle Abgeordneten des Deutschen Bundestages verschickt und am 23. Januar im Rahmen einer Pressekonferenz öffentlich vorgestellt.
Lesen Sie dazu eine Bewertung von Prof. Julius Schoeps in der Jüdischen Allgemeinen vom 26.01.2012.
&#8220;Auf Antrag der Fraktionen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der seit langem angemahnte Bericht des unabhängigen Expertenkreises Antisemitismus im Auftrag der Bundesregierung liegt nun vor. Er wurde Anfang Dezember 2011 an alle Abgeordneten des Deutschen Bundestages verschickt und am 23. Januar im Rahmen einer Pressekonferenz öffentlich vorgestellt.</p>
<p><a href="http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/12172?utm_source=Koordinierungsrat+Aussendungen&amp;utm_campaign=6c6bf6706c-&amp;utm_medium=email" target="_blank">Lesen Sie dazu eine Bewertung von Prof. Julius Schoeps in der Jüdischen Allgemeinen vom 26.01.2012</a>.</p>
<p>&#8220;Auf Antrag der Fraktionen CDU/CSU, SPD, FDP und Bündnis 90/Die Grünen sowie des gesonderten identischen Antrags der Fraktion &#8220;Die Linke&#8221; fasste der Deutsche Bundestag am 4. November 2008 den Beschluss, &#8220;Den Kampf gegen Antisemitismus zu verstärken und jüdisches Leben in Deutschland weiter zu fördern&#8221;. Der Deutsche Bundestag forderte die Bundesregierung auf, ein Expertengremium aus Wissenschaftlern und Praktikern einzusetzen, das in regelmäßigen Abständen einen Bericht zum Antisemitismus in Deutschland erstellt und dabei Empfehlungen ausspricht, wie Programme zur Bekämpfung des Antisemitismus entworfen und weiterentwickelt werden können &#8230;&#8221;</p>
<p><a href="http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/17/077/1707700.pdf" target="_blank">Hier finden Sie die rund 200 Seiten umfassende Drucksache 17/7700 vom 11.11.2011.</a></p>
<p>„Israelkritik, eine für sich genommen so legitime Sache wie eine kritische Einstellung z.B. zur US-Außenpolitik,<br />
wird für viele zum Ventil, mit dem – ohne Sanktionen befürchten zu müssen – antijüdische<br />
Emotionen artikuliert werden.“   Wolfgang Benz, Was ist Antisemitismus? 2004, S. 24</p>
<p>Wer sich dafür interessiert, ist herzlich eingeladen, unsere Veranstaltung mit Dr. Juliane Wetzel und Aycan Demirel am 24. April 2012 zu besuchen. Näheres folgt demnächst unter Termine.</p>
<p><a href="http://www.israelnetz.com/themen/hintergruende/artikel-hintergrund/datum/2012/01/23/expertenbericht-antisemitismus-mitten-unter-uns/?utm_source=Koordinierungsrat+Aussendungen&amp;utm_campaign=417a991715-Aussendung_00162&amp;utm_medium=email" target="_blank">Mehr &#8230;</a></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Ulrike Trautwein: Ich will, dass unsere Türen offen sind</title>
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		<pubDate>Sat, 21 Jan 2012 21:34:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>dig-admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>

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		<description><![CDATA[Montagsinterview in der taz mit der neuen Generalsuperintendentin der Evangelischen Kirche am 22.01.2012
Ihr Büro ist noch kahl, die Wände sind blassgelb gestrichen. Kleinigkeiten, über die Ulrike Trautwein lacht. Überhaupt ist die neue Generalsuperintendentin eine personalisierte Charmeoffensive der evangelischen Kirche.Interview: Marie-Claude Bianco / Claudius Prösser

taz: Frau Trautwein, wir stellen uns jetzt mal ganz dumm: Was ist [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.taz.de/Montagsinterview-mit-Ulrike-Trautwein/!86138/" target="_blank"><em>Montagsinterview in der taz mit der neuen Generalsuperintendentin der Evangelischen Kirche</em> am 22.01.2012</a></p>
<p>Ihr Büro ist noch kahl, die Wände sind blassgelb gestrichen. Kleinigkeiten, über die Ulrike Trautwein lacht. Überhaupt ist die neue Generalsuperintendentin eine personalisierte Charmeoffensive der evangelischen Kirche.Interview: Marie-Claude Bianco / Claudius Prösser<br />
<strong><br />
taz: Frau Trautwein, wir stellen uns jetzt mal ganz dumm: Was ist das überhaupt, eine Generalsuperintendentin?</strong></p>
<p>Ulrike Trautwein: Ich habe auch eine Weile gebraucht, um das herauszufinden. (lacht) In erster Linie ist dieses Amt eine Art geistliche Leitung für Berlin. Ich bin hier in der Stadt die Vertreterin von Landesbischof Markus Dröge, neben mir gibt es zwei weitere Generalsuperintendenten, eine für Brandenburg und einen für die schlesische Oberlausitz. Ich nehme die Anliegen der Berliner Pfarrer und Kirchenkreise auf und bringe sie in die Kirchenleitung ein, bin aber auch ein Gegenüber für Politik und Kultur. Ich stehe relativ weit außerhalb der Hierarchien. In der Schwerpunktsetzung meiner Arbeit bedeutet das eine gewisse Freiheit.</p>
<p><strong>Hat es einen Grund, dass Sie hier in Wilmersdorf sitzen und Bischof Dröge im Osten?</strong></p>
<p>Die Frau: Ulrike Trautwein wird 1958 in Limburg an der Lahn geboren und wächst in Frankfurt/Main auf. Nach dem Abitur studiert sie evangelische Theologie in Mainz und Marburg. Sie ist mit dem Pfarrer Reinhold Truß-Trautwein verheiratet und hat eine Tochter.</p>
<p>Der Weg: Ihr Vikariat in Gießen ergänzt sie mit einem Spezialvikariat an der Erziehungswissenschaftlichen Fakultät Erlangen. 1987 wird Trautwein Pfarrerin der Gemeinde Laubach in Oberhessen. Parallel dazu arbeitet sie ab 1989 für den Hessischen Rundfunk, als Autorin für Verkündigungssendungen. 1998 wechselt sie in die Kirchengemeinde Frankfurt-Bockenheim. Seit 2003 gehört sie der Synode der Evangelischen Kirche Deutschland an.</p>
<p>Der Name: Ihr Vater war der Frankfurter Propst und Liederdichter Dieter Trautwein (1928-2002), von dem unter anderem das bekannte Kirchenlied &#8220;Komm, Herr, segne uns&#8221; stammt.</p>
<p>Das Amt: Seit dem 1. Dezember 2011 ist Ulrike Trautwein die Berliner Generalsuperintendentin der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) und damit Regionalbischöfin von 695.000 Protestanten.</p>
<p>Mein Büro ist hier, weil die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche meine Predigtstelle ist. Hier predige ich einmal im Monat. Aber natürlich bin ich für ganz Berlin zuständig &#8211; und sogar für einige Gemeinden darüber hinaus.</p>
<p>Das Amt war vakant, seit Ihr Vorgänger Ralf Meister als Landesbischof nach Hannover gegangen ist. Haben Sie einfach eine Initiativbewerbung geschickt?</p>
<p>Nein, ich bekam eines Morgens einen Anruf von Bischof Dröge. Das Wahlgremium der Landeskirche wollte mich zu einem Gespräch einladen. Ich selbst wäre nicht im Leben auf die Idee gekommen! Schließlich wurde ich mit zwei Mitbewerbern nominiert und habe in kurzer Zeit ein Bewerbungsverfahren durchlaufen. Nebenher musste ich die Predigt für den Abschlussgottesdienst des Dresdener Kirchentags vorbereiten. Das war eine sehr spannende Zeit.<br />
<strong><br />
Die Berliner Synode, also das Kirchenparlament, entschied sich dann erst im fünften Wahlgang für Sie. Ist doch komisch: Erst wird man gefragt und dann gibts einen Wahlkrimi.</strong></p>
<p>Nein, wieso? Das spricht doch in erster Linie dafür, dass auch die anderen beiden gute Bewerber waren. Und außerdem: Jetzt bin ich gewählt, wen interessiert das noch in zehn Jahren? (lacht)</p>
<p><strong>Wie empfinden Sie Berlin: Fühlen Sie sich nach vielen Jahren in Frankfurt am Main ein bisschen überrumpelt von den Brüchen dieser Stadt?</strong></p>
<p>Das ist doch genau das, was ich liebe. Die Spannung, die entsteht, wenn so viele Menschen aufeinandertreffen, kann ja auch gute Energie erzeugen. Ich war vor zwei Jahren mit einer israelischen Freundin hier. Ihre Tochter ist Punklesbe und Veganerin, sie lebt in einem linken Hausprojekt in Friedrichshain und verkauft auf dem Flohmarkt Gürtel aus Fahrradschläuchen. In diesem Hausprojekt haben wir auch übernachtet und an einem Freitagabend ein rudimentäres Schabbatmahl gefeiert, diese uralte Tradition der Befreiung. Das Zusammenkommen so unterschiedlicher Dinge fand ich sehr anrührend, und dieses Bild verbinde ich mit Berlin.</p>
<p><strong>Sie haben einen engen Bezug zum Judentum, ist oft zu lesen. Wie kam es dazu?</strong></p>
<p>Meine Eltern waren eng mit Oskar Schindler befreundet, der ja bis zu seinem Tod in Frankfurt lebte. Über eine Freundin von Schindler, Hansi Brand, eine ungarische Jüdin, bin ich nach dem Abitur für ein Jahr nach Israel gegangen. Sie war Hausmutter in einem Kinderheim in Tel Aviv, und ich arbeitete dort als Volontärin. Dabei habe ich Ivrit so schnell gelernt wie sonst keine andere Sprache mehr. Ich war ja umgeben von 120 Jungs zwischen 6 und 16, die keine andere Sprache sprachen. Auch meine Kindheitsfreundin, mit der ich seit der 5. Klasse ganz eng zusammen bin, ist Jüdin. Sie lebt jetzt aber schon lange in New York.<br />
<strong><br />
Lassen Sie uns über Ihre Eltern sprechen. Ihr Vater, Dieter Trautwein, war auch Theologe und ein bedeutender Komponist evangelischer Kirchenlieder. Stört es Sie eigentlich, immer auf Ihn angesprochen zu werden?</strong></p>
<p>Nein, gar nicht. Als ich vor 25 Jahren geheiratet habe, hätte ich ja den Familiennamen aufgeben können, wenn ich Schwierigkeiten damit gehabt hätte. Stattdessen hat jetzt mein Mann, der Arme, einen Doppelnamen. Für mich ist es ein wichtiger Bestandteil meiner selbst, aus dieser Familie zu kommen. Ich hatte eine sehr kämpferische Mutter, die sich in der Anti-Apartheid-Bewegung engagiert hat. Sie war dann auch die erste deutsche Staatsbürgerin, die ein Einreiseverbot für Südafrika erhielt. Uns Kindern ging das auch schon mal auf den Keks. Aber ich glaube, ich habe von beiden Eltern das Engagement geerbt.</p>
<p><strong>Was hieß Engagement für Ihren Vater?</strong></p>
<p>Nach seiner Anfangszeit als Pfarrer in Limburg, wo ich geboren bin, wurde er 1963 Stadtjugendpfarrer in Frankfurt am Main. Sein Schwerpunkt war damals, neue Gottesdienstformen zu entwickeln. In den 70ern wurde er dann Propst, das war eine politisch sehr aufgewühlte Zeit. Wir wohnten am Römerberg in der Frankfurter Innenstadt und haben dort sehr viele Demonstrationen hautnah mitbekommen. Für mich war immer klar: Christlicher Glaube ist eng verbunden mit gesellschaftlichem Engagement. Das eine geht ohne das andere nicht.</p>
<p><strong>Würden Sie sich politisch links einordnen?</strong></p>
<p>Ich würde mich nie parteipolitisch engagieren, schon gar nicht in meinem Amt. Da wird man dann in Schubladen gepackt, und das möchte ich nicht. Zumal es immer wieder Fragen gibt, bei denen sich ganz erstaunliche Koalitionen bilden.<br />
<strong><br />
Ihr Vater hat einen modernen Klang und eine neue Sprache in die Kirche gebracht. Heute scheint die Entwicklung in die umgekehrte Richtung zu zeigen: Kirchenmitglieder, auch jüngere, sind auf der Suche nach traditionellen Formen.</strong></p>
<p>Damals galt es, alte Formen aufzubrechen, die teilweise auch mit repressiven Inhalten verbunden waren. Dass es heute eine andere Bewegung gibt, wo Leute eher Heimat suchen und nicht jeden Sonntag etwas anderes erleben wollen, finde ich verständlich. Trotzdem denke ich, dass wir bei der Sprache zeitgenössisch bleiben müssen &#8211; ohne theologische Leerformeln oder Worthülsen zu verwenden. Für mich ist das immer wieder eine Herausforderung, beim Predigtschreiben. Man sagt mir im Übrigen nach, dass ich beim Predigen nach meinem Vater komme.</p>
<p><strong>Auch bei der Musik?</strong></p>
<p>Ich singe schrecklich gerne, aber ich käme nicht auf die Idee, Lieder zu dichten. Das ist nicht so meins. Als Kinder hatten wir jedenfalls großen Spaß mit meinem Vater, manchmal hat er Sachen mit uns ausprobiert. Und wenn wir auf langen Autofahrten zu sehr randaliert haben, gab er die Devise &#8220;Harmonia Trautonia&#8221; aus. Das bedeutete, wir durften singen und kreischen, was wir wollten &#8211; bis wieder Frieden auf der Rückbank herrschte.</p>
<p><strong>Berlin ist alles andere als eine fromme Stadt, auch viele evangelische Gemeinden schrumpfen. Wie gehen Sie mit den vielen Austritten um?</strong></p>
<p>Das Austreten ist gar nicht so sehr unser Thema, sondern mehr die Generationenveränderung. Die großen Generationen alter Menschen sterben, und es kommen nicht so viele nach. Aber diese Dinge machen mir keine Angst. Was ich mir wünsche, ist, in der Gesellschaft präsent zu bleiben. Ich will, dass unsere Türen offen sind und sich Menschen dafür interessieren.<br />
<strong><br />
Wie war das in Frankfurt?</strong></p>
<p>In unserer Gemeinde gab es sogar ein leichtes Plus. Ich habe getauft wie ein Weltmeister. (lacht)</p>
<p>Ein Thema, mit dem Sie sich noch öfter auseinandersetzen werden müssen, ist der Religionsunterricht an staatlichen Schulen. Kürzlich haben Sie gesagt, es sei &#8220;bitter, dass das Kennenlernen des christlichen Glaubens nur außerhalb der normalen Unterrichtszeit geht&#8221;. Mit Verlaub, aber aus der Perspektive vieler Berliner ist das ganz normal. Hier fragt man sich eher, ob es das Problem des Staates ist, wenn Kirche und Familie es alleine nicht schaffen, den Glauben weiterzugeben.</p>
<p>Sie spielen auf &#8220;Pro Reli&#8221; an. Ich bin noch dabei, dieses Thema in seiner ganzen Tiefe zu ermessen. Aus meiner eigenen Erfahrung kann ich sagen: Religion ist ein gutes und wichtiges Fach. Als reguläres Unterrichtsfach wie in Hessen und den meisten anderen Bundesländern halte ich es für eine große Bereicherung. Ich muss mich jetzt damit auseinandersetzen, dass es hier nicht so ist. Natürlich bedauere ich das, als Frau der Kirche.</p>
<p>Die Idee des verpflichtenden Ethikunterrichts ist doch, junge Menschen in einer Multikulti-Stadt nicht zu separieren, sondern zusammenzubringen.</p>
<p>Das leuchtet mir schon ein. Ich habe ja etwas ganz Ähnliches an meiner Schule gemacht. Aber ich glaube, es ist etwas anderes, ob ich das Thema von innen her erschließen kann oder nur über Religion spreche.<br />
<strong><br />
Sie haben auch als Lehrerin gearbeitet?</strong></p>
<p>Ja, als Pfarrerin in Frankfurt-Bockenheim habe ich an einer Hauptschule unterrichtet. Diese Schule besuchen fast nur muslimische Schüler und Schülerinnen, und bevor ich dort anfing, hatte es jahrelang keinen Religionsunterricht gegeben. Wir haben überlegt, wie wir mit dieser Situation umgehen, und am Ende beschlossen, dass ich gesamte Klassen unterrichte, nicht nur die evangelischen Schüler, die es vereinzelt auch gab. Das lief natürlich nicht unter &#8220;Evangelische Religion&#8221;. Es ging im Unterricht oft um ganz elementare Dinge wie Gefühle. Wir haben Fantasiereisen gemacht, Körperarbeit. Aber gerade nach dem 11. September 2001 wurde es auch wichtig, mit den Älteren viel über Religion zu reden.<br />
<strong><br />
Das ging konfliktfrei ab?</strong></p>
<p>Nein. Womit ich sehr zu kämpfen hatte, war der wahnwitzige Antisemitismus, der unter den Schülern herrschte. Einerseits wollte ich die Jugendlichen nicht stigmatisieren, auf der anderen Seite das Thema aufarbeiten. In einer Gruppe habe ich wirklich irgendwann das Klassenbuch auf den Tisch gepfeffert und gesagt: &#8220;Tut mir leid, aber ich unterrichte euch nicht mehr.&#8221; Das war während des Libanonkrieges, ich hatte von einem jungen israelischen Soldaten erzählt, den das in große Konflikte brachte. Worauf einige durch den Raum brüllten: &#8220;Wers glaubt, wird selig!&#8221;</p>
<p><strong>Und Sie haben diese Klasse nicht mehr unterrichtet?</strong></p>
<p>Es war in der Tat das einzige Mal, dass ich aufgegeben habe, und ich weiß immer noch nicht, ob das richtig war. Aber wir hatten sehr lange daran gearbeitet, dass jeder Mensch anders ist. Dass nicht alle Muslime oder Juden oder Christen &#8220;so&#8221; oder anders sind. Und dann diese Reaktion.<br />
<strong><br />
Aber Antisemitismus ist kein rein muslimisches Problem.</strong></p>
<p>Natürlich nicht. In einer Predigt in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche habe ich erst vor kurzem gesagt, wie sehr es mich schockiert, dass antisemitische Einstellungen bei Mitgliedern christlicher Kirchen noch etwas höher sind als allgemein in der Bevölkerung. Ich habe zu dieser Predigt viel Zustimmung bekommen, aber es gab auch vereinzelte Reaktionen nach dem Motto: Da wollten wir ein bisschen Ruhe und etwas Schönes hören, und jetzt sind wir aufgeregt und aufgewühlt!<br />
<strong><br />
Wenn man an Martin Luthers Antijudaismus denkt, hat die evangelische Kirche ja auch großen Nachholbedarf.</strong></p>
<p>Die Aufarbeitung des Antijudaismus innerhalb der christlichen Tradition ist für mich ein ganz wichtiges Thema, dem wir uns noch intensiver stellen müssen. Obwohl wir da theologisch schon lange dran sind. Die Frage lautet aber: Wie kriegen wir das in die Herzen und die Köpfe der Menschen? Trotzdem, antisemitische oder auch antiislamische Einstellungen sind ein Problem der ganzen Gesellschaft, nicht nur der Religion. Gerade in diesen unsicheren Zeiten, die ein ganz hohes Differenzierungsvermögen erfordern, hält man sich gerne an Feindbildern fest.</p>
<p><strong>Was auch durch die rechtsextreme Mordserie wieder ins Bewusstsein geraten ist. Hat Sie das eigentlich überrascht?</strong></p>
<p>Ja und nein. Dass diese Anschauungen da sind, das weiß man. Was mich schockiert hat, ist das politische Unvermögen. Dass man diesen Menschen nicht auf die Spur gekommen ist. In Frankfurt am Main kann man diese Realität schon manchmal vergessen. Wir haben dort keinen ausgewiesenen Rechtsextremismus, es ist eine sehr weltoffene Stadt. Für diese Landschaft hier muss ich diese Dinge noch neu erkunden.</p>
<p><strong>Wie haben Sie sich von Frankfurt verabschiedet?</strong></p>
<p>Ich habe dort noch einmal mit der Familie Weihnachten verbracht. Eigentlich hätte ich hier predigen müssen, aber als meine Kollegen mitbekamen, dass ich es an dem Tag nicht mehr nach Frankfurt geschafft hätte, haben sie gesagt: &#8220;Du darfst fahren.&#8221; Mein Mann ist ja noch Pfarrer in Bockenheim, und bis unsere Tochter im Sommer schriftliches Abitur macht, bleibt er in der Gemeinde. Also habe ich in Frankfurt Heiligabend gefeiert &#8211; nach einer halben Ewigkeit zum ersten Mal, ohne selbst einen Gottesdienst zu halten. Für meine Tochter war das etwas ganz Besonderes. Sie hat schon oft gesagt: &#8220;Ich glaube, ich bin das einzige Kind, das Heiligabend ganz alleine ist!&#8221; (lacht)</p>
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		<title>Kunst hat keine Religion</title>
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		<pubDate>Wed, 18 Jan 2012 23:23:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>dig-admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Überraschung]]></category>

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		<description><![CDATA[Lange wurde die Türkei beim Eurovision Song-Contest von den immer gleichen türkischen Schlagersängern vertreten. Seit einigen Jahren nutzt das Staatsfernsehen die Show, um das Image der Türkei zu verbessern. Dieses Mal geht Can Bonomo an den Start, ein jüdischer Sänger aus der alternativen Popmusik-Szene.
Can Bonomo war bisher nur der relativ kleinen Schar der Anhänger alternativer [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Lange wurde die Türkei beim Eurovision Song-Contest von den immer gleichen türkischen Schlagersängern vertreten. Seit einigen Jahren nutzt das Staatsfernsehen die Show, um das Image der Türkei zu verbessern. Dieses Mal geht Can Bonomo an den Start, ein jüdischer Sänger aus der alternativen Popmusik-Szene.</p>
<p>Can Bonomo war bisher nur der relativ kleinen Schar der Anhänger alternativer Popmusik in der Türkei ein Begriff. Doch nun ist der 24-jährige Sänger aus dem westtürkischen Izmir prominent und umstritten: Das türkische Staatsfernsehen TRT bestimmte ihn zum Vertreter des Landes beim diesjährigen Eurovision Song Contest in Aserbaidschan, was aufgeregte Debatten auslöste. Und zwar nicht nur, weil Bonomo ein relativer Neuling auf der nationalen und internationalen Bühne ist. Bonomo ist Jude.</p>
<p>Bei der Eurovision ließ sich die Türkei, wo die Entscheidung über den nationalen Beitrag beim Staatsfernsehen liegt, lange Zeit weitgehend erfolglos von braven Schlagersängern vertreten.</p>
<p>Doch seit einigen Jahren nutzt TRT den Wettbewerb vor einem internationalen Millionenpublikum dazu, das Image der Türkei durch die Auswahl von Künstlern zu verbessern, die nicht dem landläufigen Bild türkischer Musiker entsprechen. Die Sängerin Sertab Erener errang 2003 den bisher einzigen Eurovisions-Sieg für die Türkei, seitdem konnten auch diverse Ska- und Rockbands gute Platzierungen erzielen. Mit der Wahl des unbekannten Bonomo geht TRT nun noch einen Schritt weiter.</p>
<p>Auch für Bonomo war die Entscheidung eine Überraschung. „Normalerweise nimmt TRT viel erfahrenere Musiker“, sagte er unserer Zeitung. Er habe erst seit neun Monaten sein erstes Album auf dem Markt. „Ich mache keine konventionelle Popmusik.“ Genau deshalb kam von einigen arrivierten Musikern Kritik. Sie kenne Bonomo nicht einmal, schimpfte die Sängerin Hülya Avsar.</p>
<p>Doch erst seit die Religionszugehörigkeit des Sängers allgemein bekannt sei, gewinne die Kritik an der Wahl Bonomos an Schärfe, schrieb der angesehene Kolumnist Fehmi Koru. Eine islamistische Zeitung warf die Frage auf, ob Bonomo ein echter Türke sei. „Ich bin ein türkischer Jude, meine Religion ist meine Sache“, sagte Bonomo dem Tagesspiegel. Er gehört zu den sephardischen Juden, die im 15. Jahrhundert vor der Inquisition in Spanien flohen und vom Osmanischen Reich aufgenommen wurden. Heute leben rund 30.000 Juden in der Türkei. Seine Vorfahren seien seit mehr als 500 Jahren im Land, sagte der Sänger. „Wir sind mit türkischer Kultur aufgewachsen, deshalb kann ich lediglich türkische Kultur in eine Kunstform einbringen, sonst keine.“ Zudem glaube er nicht, „dass Kunst eine Religion oder ethnische Zugehörigkeit hat“.</p>
<p><a href="http://www.tagesspiegel.de/meinung/portraet-kunst-hat-keine-religion/6082524.html" target="_blank">Mehr im TAGESSPIEGEL vom 19.01.2012</a>.</p>
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		<title>Uzi Baram: Unser Verhältnis zu den israelischen Arabern</title>
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		<pubDate>Tue, 17 Jan 2012 21:49:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>dig-admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Gedanken zu einem Eklat]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Knessetabgeordnete Anastassia Michaeli hat alle überrascht, als sie letzte Woche dem Knessetabgeordneten Ghaleb Majadele Wasser ins Gesicht schüttete. Nicht einmal von ihr hatte man so etwas erwartet.
Majadele saß da, sein Gesicht nass, künstlich lächelnd vor Verlegenheit. Michaeli wollte so die Aufmerksamkeit auf die, wie sie es nennt, &#8220;Hetze&#8221; des Arabers lenken, doch vor allem [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Knessetabgeordnete Anastassia Michaeli hat alle überrascht, als sie letzte Woche dem Knessetabgeordneten Ghaleb Majadele Wasser ins Gesicht schüttete. Nicht einmal von ihr hatte man so etwas erwartet.</p>
<p>Majadele saß da, sein Gesicht nass, künstlich lächelnd vor Verlegenheit. Michaeli wollte so die Aufmerksamkeit auf die, wie sie es nennt, &#8220;Hetze&#8221; des Arabers lenken, doch vor allem zog sie die Aufmerksamkeit auf den arabischen Knessetabgeordneten der Arbeitspartei Majadele. Vielleicht erfährt Michaeli aus gewissen Kreisen der Araber-Hasser und Provokateure Unterstützung. Jedoch waren die Assoziationen, die die israelische und auch jüdische Öffentlichkeit zu dem Vorfall hatte, ganz andere.</p>
<p>Ghaleb Majadele hat im Staat Israel nicht weniger Rechte als Michaeli und ihre Freunde. Er lebt in Baqa al-Gharbiyye, so wie es seine Familie seit Generationen tut. Zwar ist er nicht wie Michaeli zum Judentum konvertiert, doch er ist ein engagierter Bürger. Seit vielen Jahren ist er in Sportverbänden und politischen Organisationen aktiv. Er hat sich nicht einer der arabischen Parteien angeschlossen, sondern sich für die Mitgliedschaft in einer israelisch-zionistischen Partei entschieden.</p>
<p>Die meisten israelischen Araber werden wohl nicht so bald zu Anhängern der zionistischen Bewegung werden. Sie leben in Israel, weil sie das Recht dazu haben, und dieses Recht leitet sich daraus ab, dass ihre Familien seit Generationen im Land leben. Die Tatsache, dass sie keine Juden sind, hat keinen Einfluss auf ihren Status als Bürger des Staates Israel.</p>
<p>In Israel gibt es eine jüdische Mehrheit, die den Charakter des Staates bestimmt. Dies ist das Recht eines unabhängigen demokratischen Staates. Doch das Glas Wasser, das Michaeli Majadele ins Gesicht geschüttet hat, lässt  den Gedanken aufkommen, es gäbe im Staat Israel solche, die &#8220;gleicher als gleich&#8221; sind. Vielleicht hören jetzt auch einige genauer hin und verstehen die Botschaft, die Michaeli herüberbringen wollte.</p>
<p>Jeder Abgeordnete der Knesset ist genauso viel wert wie der andere – jede jüdische Arroganz gegenüber arabischen Parlamentsmitgliedern ist nichts als Rassismus, dessen Ursprung weder in der jüdischen Tradition noch sonst im Judentum begründet liegt.</p>
<p>Es stimmt, die Koexistenz von Juden und Arabern in diesem Land ist keine einfache Angelegenheit,  umso mehr, da Israel in einem ständigen Konflikt mit den Palästinensern liegt und die arabischen Israelis sich voll und ganz als palästinensische Araber verstehen.</p>
<p>Die Bürger des Staates Israel wollen terroristische Verbrechen extremistischer Elemente unter den israelischen Arabern verhindern. Doch wir haben es in der Hand, ob wir die israelischen Araber als Brücke zur Verbesserung der Beziehungen mit der arabischen Welt nutzen möchten, oder als gewaltige Tretmine, die wir nicht entschärfen können, besonders nicht als kleines Land inmitten eines arabischen Nahen Ostens.</p>
<p>Ich habe arabische Freunde in Um al-Fahm, Nazareth, Tira, Taibe und anderen Dörfern. Es besteht dort ein großer Wunsch, in Anerkennung der Unterschiede, die durch die Situation im Nahen Osten nun einmal bestehen, miteinander in Frieden zu leben. Der Versuch, ihnen Angst zu machen, ist nicht nur unberechtigt, er ist auch nicht effektiv.</p>
<p>Die Tat von Anastassia Michaeli ereignete sich in einer Zeit, in der Stimmen laut werden, die den arabischen Israelis das Recht auf kostenlose Kinderbetreuung ab drei Jahren absprechen wollen, mit dem Argument, sie seien nicht bei der Armee gewesen. Deshalb ist es gerade jetzt es wichtig, die Augen aufzumachen und zu erkennen, wohin eine solche Hetze führen kann, die auf Arroganz und Selbstüberschätzung beruht.</p>
<p>Die Knessetabgeordnete Michaeli wollte, so scheint es mir, einem arabischen Knessetabgeordneten drohen. Doch die daraus resultierende Botschaft an die Öffentlichkeit ist eine andere: Dass auch der Andere und von uns Verschiedene Respekt und Gleichberechtigung verdient hat in unserem jüdischen Staat. Somit erinnert sie an den biblischen Bileam – sie wollte verfluchen und brachte Segen.</p>
<p>Der Autor ist ehemaliges Knessetmitglied für die Arbeitspartei und ehemaliger Innen- und Tourismusminister.</p>
<p><a href="http://embassies.gov.il/berlin/NewsAndEvents/Kommentare/Pages/Unser-Verhaeltnis-zu-den-israelischen-Arabern.aspx" target="_blank">Israel Ha-Yom, 17.01.12</a></p>
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		<title>Treffen der AG Medien der DIG</title>
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		<pubDate>Tue, 17 Jan 2012 20:14:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>dig-admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[DIG Termine Archiv]]></category>
		<category><![CDATA[17.01.2012 - 19.00 Uhr]]></category>

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		<description><![CDATA[
Unter Leitung unseres Vorstandsmitglieds Dr. Gesine Palmer findet das zweite  Treffen der DIG-Mediengruppe statt. Sie dient dazu, die Berichterstattung über  Israel und den Nahen Osten aufmerksam und kritisch zu verfolgen sowie Ideen und  Anregungen aus der Mitgliedschaft für unsere Arbeit aufzugreifen. 
Diese Veranstaltung ist unseren Mitgliedern  vorbehalten. 
Interessierte melden sich bitte [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div>
<div id="attachment_2767" class="wp-caption alignright" style="width: 120px"><a href="http://www.digberlin.de/dig/wp-content/uploads/2010/07/gesine-palmer-reg_1201.jpg"><img class="size-full wp-image-2767" title="Foto: privat" src="http://www.digberlin.de/dig/wp-content/uploads/2010/07/gesine-palmer-reg_1201.jpg" alt="Dr. Gesine Palmer" width="120" height="153" /></a><p class="wp-caption-text">Dr. Gesine Palmer</p></div>
<p>Unter Leitung unseres Vorstandsmitglieds Dr. Gesine Palmer findet das zweite  Treffen der DIG-Mediengruppe statt. Sie dient dazu, die Berichterstattung über  Israel und den Nahen Osten aufmerksam und kritisch zu verfolgen sowie Ideen und  Anregungen aus der Mitgliedschaft für unsere Arbeit aufzugreifen.<span style="color: #ff0000;"> </span></p>
<p><span style="color: #ff0000;">Diese Veranstaltung ist unseren Mitgliedern  vorbehalten. </span></p>
<p>Interessierte melden sich bitte in der  Geschäftsstelle an per E-Mail <a href="mailto:schalom@digberlin.de">schalom@digberlin.de</a><br />
oder per FAX  unter 030 2839 5116.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Veranstaltungsort:<br />
Kleine Ratsstuben JKF im Rathaus Schöneberg, </strong><strong>Am Rathaus 9, 10825 Berlin</strong></div>
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		<title>Shimon Peres: Der Jugend die Zukunft</title>
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		<pubDate>Mon, 16 Jan 2012 20:23:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>dig-admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Essay]]></category>

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		<description><![CDATA[Weltweit rebellieren junge Menschen. Der 88-jährige israelische Politiker Schimon Peres wünscht ihnen allen, besonders in der arabischen Welt, ein Leben in Freiheit und Wohlstand
Mit meinen nun beinahe 90 Lebensjahren kann ich mich an keine Zeit erinnern, in der die Vergangenheit für die politische Entscheidungsfindung so unerheblich war wie heute. Keine der bedeutenden Entwicklungen der Gegenwart [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Weltweit rebellieren junge Menschen. Der 88-jährige israelische Politiker Schimon Peres wünscht ihnen allen, besonders in der arabischen Welt, ein Leben in Freiheit und Wohlstand</p>
<p>Mit meinen nun beinahe 90 Lebensjahren kann ich mich an keine Zeit erinnern, in der die Vergangenheit für die politische Entscheidungsfindung so unerheblich war wie heute. Keine der bedeutenden Entwicklungen der Gegenwart wurde von irgendjemandem vorhergesehen. Die einzige Gewissheit besteht darin, dass die Zukunft von wissenschaftlichem Fortschritt und Innovation bestimmt sein wird. Daher nimmt die traditionelle Macht von Staaten und Staatenlenkern ab. In der globalisierten Wirtschaft von heute üben Erneuerer den größten Einfluss aus. Die globalisierte Wirtschaft betrifft alle Staaten, und doch kann kein einzelner Staat das Ergebnis bestimmen, weil Wissenschaft und Technologie grenzenlos sind. Global agierende Unternehmen wollen auf der ganzen Welt ihren Geschäften nachgehen, wodurch einerseits zwar die Souveränität leidet, aber andererseits Rassismus und Vorurteile sowie in signifikanter Weise auch der Nationalismus geschwächt werden.</p>
<p>Aufgrund dieses Wandels liegen die Geschicke dieser Welt nunmehr in den Händen einer jüngeren Generation. Sie ist technologisch versierter als ihre Eltern und untereinander durch soziale Netzwerke verbunden, die Landesgrenzen, Sprachbarrieren oder unterschiedliche Regierungsformen überwinden. Die jungen Gründer von Facebook und Google üben größeren globalen Einfluss aus als viele Staatsoberhäupter und Generäle. Diese jungen Menschen bilden auch die Speerspitze sich formierender politischer Protestbewegungen. Der &#8220;arabische Frühling&#8221;, die Zeltdemonstrationen in Israel, &#8220;Occupy Wall Street&#8221; und die Proteste in Russland markieren keinen Kampf der Kulturen, sondern ein Gefecht der Generationen.</p>
<p>Israel hat auf den Willen der Jungen positiv reagiert, kann und soll sich jedoch nicht in die Ereignisse der arabischen Welt einmischen. Wir sind im Herzen bei den rebellierenden Jungen und ihrer legitimen Sehnsucht nach Freiheit und Grundrechten, die es ihnen ermöglichen sollen, sich Gehör zu verschaffen, ihre politische Führung zu wählen und ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Die Israelis warten auf den Tag, an dem ihr Land nicht mehr die einzige Demokratie in der Region sein wird, denn die Existenz als Insel des Wohlstands inmitten eines Meeres von Armut ist unnatürlich. Doch es besteht die Sorge, dass die politisch gut organisierten Extremisten versuchen, bei Wahlen die Kontrolle über weniger gut organisierte Liberale zu gewinnen und so Frieden und Stabilität verhindern.</p>
<p>Radikale Fundamentalisten können für die grundlegenden Probleme der Region keine wirklichen Lösungen anbieten. Die gegenwärtigen gesellschaftlichen Umwälzungen bedrohen ihre Lebensweise, zu der auch die Diskriminierung der Frauen und ein Verbot moderner Bildung gehören.</p>
<p>Israel kann anderen als Beispiel dienen, wenn es darum geht, wirtschaftlichen Wohlstand und gesellschaftliche Freiheit zu erlangen, denn sein Erfolg liegt in der Tatsache begründet, dass das Land zu Beginn absolut nichts hatte. Bei unserer Rückkehr in die Heimat waren wir zwar reich an Geschichte, aber arm an natürlichen Ressourcen. Wir konnten lediglich auf unser Humankapital zurückgreifen. Daher investierten wir in Bildung und Wissenschaft. Aus diesem Grund verfügen wir heute pro Kopf über den höchsten Prozentsatz an Wissenschaftlern und Patenten. Ungefähr 95 Prozent unserer Landwirtschaft beruht auf Hochtechnologie. Wir verbrauchen weniger Wasser und haben dennoch höhere Ernteerträge pro Quadratmeter Anbaufläche als jedes andere Land der Welt.</p>
<p>Was Israel gelingt, können auch andere schaffen. Wir sind gerne bereit, unsere Hilfe überall dort anzubieten, wo dies gewünscht wird. Gemeinsam und in Frieden mit unseren Nachbarn können wir eine Region der Hoffnung, der Entwicklung und des Erfolgs gestalten. Vor allem müssen wir alles in unserer Macht Stehende tun, um den Konflikt mit den Palästinensern zu beenden. Israel wurde nicht geschaffen, um ein anderes Volk zu beherrschen, und darin liegt auch nicht Israels Bestimmung. Wir sind aufrichtig an der Schaffung eines palästinensischen Staates interessiert, der friedlich und Seite an Seite mit Israel &#8211; dem demokratischen Staat des jüdischen Volkes &#8211; existiert. Für uns ist Frieden sowohl ein moralischer Imperativ als auch eine nationale Sicherheitsstrategie, denn die Lösung des Konflikts würde helfen, die Region durch Neutralisierung der Extremisten zu stabilisieren.</p>
<p>Besonders der Iran ist eine Quelle moralischer Verkommenheit. Man zerschlägt legitime Proteste der eigenen Bürger und arbeitet gegen die tapferen Syrer, die momentan für ihre Freiheit kämpfen. Außerdem bedient sich der Iran mehrerer Stellvertreter, um Terror gegen moderate Kräfte in der Palästinensischen Behörde, im Libanon und dem Irak anzuzetteln. Gelingt es dem Iran, sich Atomwaffen anzueignen, könnten die Führer des Landes damit den Nahen und Mittleren Osten erschüttern und noch mehr Extremismus und Gewalt schüren. Israel wird sich verteidigen, wenn der Iran weiterhin die Zerstörung Israels fordert. Doch nicht nur Israel ist bedroht. Der Iran ist eine Gefahr für den Frieden und die Stabilität auf der ganzen Welt. Die Demokratien dieser Welt haben erklärt, dass sie es dem Iran nicht gestatten werden, in den Besitz von Atomwaffen zu gelangen. Es ist ihre Pflicht, diesem Bekenntnis nachzukommen, bevor das nicht mehr möglich ist.</p>
<p>Über diese kurzfristigen Herausforderungen hinaus haben wir alle die Pflicht, die Art und Weise, wie wir unsere Kinder auf den Umgang mit der Welt von heute vorbereiten, grundlegend zu ändern. Zu einer Zeit, da die Vergangenheit für die Prognose der Zukunft irrelevant geworden ist, muss Bildung allen Kindern die Möglichkeit bieten, ihr Potenzial auszuschöpfen. Die Lehrer von heute sollten unsere Kinder zu Kreativität und Innovation motivieren. Selbstentfaltung ist ebenso wichtig wie freie Meinungsäußerung</p>
<p>Ich schreibe diesen Artikel mit 88 Jahren, aber nicht, weil ich aus Erfahrung gelernt habe. Im Gegenteil: Erfahrung ist überbewertet und schränkt vielfach den Mut ein, der nötig ist, um sich der Zukunft zu stellen und eine beispiellose neue Welt zu schaffen. Die Zukunft ist schon da. Der Blick zurück hat keinen Sinn.</p>
<p><a href="http://www.welt.de/print/die_welt/debatte/article13817086/Der-Jugend-die-Zukunft.html?print=true" target="_blank">Mehr bei WELT Online vom 16.01.2012 </a></p>
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		<title>Wie Ultraorthodoxe den Judenstaat zerstören</title>
		<link>http://www.digberlin.de/wie-ultraorthodoxe-den-judenstaat-zerstoren/</link>
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		<pubDate>Sun, 15 Jan 2012 18:09:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>dig-admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Deutliche Worte]]></category>

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		<description><![CDATA[Nur zehn bis 15 Prozent der Israelis sind orthodox.
Aber sie gewinnen stetig an Einfluss und erodieren die demokratische Kultur. Eine Anklageschrift von Henryk M. Broder.
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nur zehn bis 15 Prozent der Israelis sind orthodox.</p>
<p>Aber sie gewinnen stetig an Einfluss und erodieren die demokratische Kultur. <a href="http://www.welt.de/kultur/article13813401/Wie-Ultraorthodoxe-den-Judenstaat-zerstoeren.html" target="_blank">Eine Anklageschrift von Henryk M. Broder</a>.</p>
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