Zwei große Arbeitsgemeinschaften der Deutsch-Israelischen Gesellschaft haben Kritik an den Äußerungen von Bundesminister Dirk Niebel geübt. Die Frankfurter Vorsitzende Claudia Korenke und der Berlin-Potsdamer Vorsitzende Jochen Feilcke wörtlich: „Die aktuellen Israel-Äußerungen des Bundesentwicklungsministers und DIG-Vizepräsidenten Dirk Niebel sind nicht nachvollziehbar. Die Aussage, es sei für Israel ‚fünf Minuten vor 12‘ und Israel sollte jetzt jede Chance nutzen, ‚um die Uhr noch anzuhalten‘, hat nichts mit legitimer Kritik zu tun. Was passiert eigentlich nach Meinung Niebels, wenn es 12 Uhr ist?“
„Die Deutsch-Israelische Gesellschaft steht ohne wenn und aber für die Freundschaft zwischen unseren beiden Staaten. Das heißt nicht, dass wir stets alle Maßnahmen der Regierung Israels gut heißen – so hätte eine Einreisegenehmigung für Bundesminister Niebel Israel und uns Ärger erspart – es gehört allerdings nicht zu unseren Aufgaben, Israels Sicherheitspolitik mit unseren Maßstäben zu bewerten. Niebel hätte wissen müssen, daß Israel in der angespannten Situation wenig Verständnis und Zeit für noch so gut gemeinte demonstrative Besuche aufbringt. Wie prekär die Lage für Israel ist, zeigt nicht zuletzt die Tatsache, daß selbst einem guten Freund wie ihm die Einreise nach Gaza verwehrt wird.“
„Für uns ist klar: Unter Freunden und in der Familie spricht man miteinander, nicht übereinander“, so Korenke und Feilcke abschließend.
