Berlin – das war bis zum Beginn der Nazi-Diktatur das Zentrum jüdischen Lebens in Deutschland. Und was lange Zeit kaum jemand für möglich gehalten hätte: Berlin ist erneut zum Zentrum jüdischer Kultur geworden. Man denke nur an die inzwischen wieder größte Jüdische Gemeinde in Deutschland, das Jüdische Museum, die Stiftung Neue Synagoge – Centrum Judaicum, die Synagoge Rykestraße, den Zentralrat der Juden in Deutschland, die Jüdische Volkshochschule, die Jüdischen Kulturtage und das Jüdische Filmfestival, um nur das Wichtigste zu nennen. Als Hauptstadt und Regierungssitz des wiedervereinigten Deutschlands hat Berlin seit Beginn der 90er Jahre eminent an politischer Bedeutung gewonnen.
Beides eröffnet der Berliner DIG ungeheure Möglichkeiten. Es bestehen enge und freundschaftliche Kontakte zu ähnlich gesinnten Organisationen, zur Israelischen Botschaft, zur Jüdischen Gemeinde, zum Jüdischen Nationalfonds KKL, zum Keren Hayesod, Berliner Senat, Deutschen Bundestag und zur Bundesregierung. Insbesondere mit der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit, der Jüdischen Volkshochschule und dem Centrum Judaicum arbeiten wir bei Veranstaltungen eng zusammen. Ähnliches gilt für die politischen Stiftungen und das Auswärtige Amt, aber auch für manche Landesvertretung in Berlin.
Prominente Redner wie der israelische Botschafter, der frühere Innensenator Eckhardt Körting, Bundesminister des Innern a.D., Otto Schily, die frühere Staatsministerin im Auswärtigen Amt, Kerstin Müller, und Hildegard Müller, damals noch Staatsministerin und Vorsitzende der Deutsch-Israelischen Parlamentariergruppe, ziehen neben dem üblichen Veranstaltungsangebot eine breite politisch interessierte Öffentlichkeit an. Wir suchen aber auch Kontakt zu Schulen und Vereinen, die sich gegen Rechtsextremismus und Islamismus engagieren. Neben Vorträgen namhafter Wissenschaftler, Ex-Diplomaten, Journalisten und Politiker aus Israel und Deutschland gehören die vierteljährlich stattfindenden Diskussionsrunden mit Vertretern der Israelischen Botschaft (sog. Jom Fix) zum festen Bestandteil unseres Programms.

Austausch mit dem außenpolitischen Berater der Bundeskanzlerin, Dr. Christoph Heusgen, über die deutsch-israelischen Beziehungen.
Zu den jährlichen Höhepunkten zählen seit jeher die Benefizkonzerte, früher im Konzerthaus am Gendarmenmarkt, jetzt meist im Großen Sendesaal des RBB, mit bekannten und qualifizierten Künstlerinnen und Künstlern. Seit 1997 gedenken wir jährlich mit einem Wohltätigkeitskonzert des großen israelischen Staatsmannes und Friedensnobelpreisträgers Yitzhak Rabin, der am 4. November 1995 von einem fanatischen israelischen Siedler ermordet wurde. Als Interpreten für die sog. Rabin-Gedenkkonzerte konnten wir bisher Miri Aloni, zwei mal Chava Alberstein & Band, Einat Sarouf & Tamir Harpaz, zwei mal Timna Brauer & das Elias Meiri Ensemble, die Mendelssohn Players unter Leitung von Lior Shambadal, die Eve’s Women, die junge israelische Sängerin Liel Kolet, Wolf Biermann, die junge israelische Sopranistin Keren Hadar und das Zahal-Orchester aus Israel verpflichten. Benefizempfänger waren verschiedene soziale oder zivilgesellschaftliche Projekte in Israel, die Hilfsorganisation für Terroropfer ZAKA und für Holocaust-Überlebende AMCHA, mehrfach die Jugendbegegnungsstätte von Aktion Sühnezeichen Friedensdienste Beit Ben Yehuda, die “Deutsch-Israelische Hilfe für krebskranke Kinder” und das HADASSA-Krankenhaus in Jerusalem. 2004 wurde der DIG-Friedenspreis für die Friedensschule von Neve Shalom – Wahat al Salam aus den Einnahmen des Konzerts finanziert.

Jochen Feilcke eröffnete gemeinsam mit Nicola Galliner, Leiterin des Jüdischen Filmfestivals und der Schauspielerin Maria Schrader am 8. Juni den Potsdamer Teil des Jüdischen Filmfestivals
Seit rund 20 Jahren sind auch immer wieder Israel-Reisen oder Begegnungen mit Israelis außerhalb der Vortragsreihen in unserem vielfältigen Angebot. Dabei unterscheiden sich diese mit ihren politischen Schwerpunkten und durch die langjährigen persönlichen Kontakte ganz wesentlich von üblichen Touristenreisen. Im Vorfeld des Jubiläums “40 Jahre diplomatische Beziehungen zwischen Israel und der Bundesrepublik Deutschland” fand vom 11.-18.11.2004 gemeinsam mit der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Berlin eine Israelreise statt. Im Jahr 2002 waren Vorstand und Berliner Arbeitsgemeinschaft bestens repräsentiert bei einer ursprünglich als Präsidiumsreise geplanten Reise nach Israel. Vom 29. Mai bis 5. Juni 2007, vom 15. bis 25. Mai 2008, vom 25. Mai bis 3. Juni 2010 und vom 14. bis 23. Juni 2011 fanden die letzten Israel-Reisen der DIG Berlin und Potsdam statt. Die nächste Reise wird vom 29. Mai bis vorauss. 10. Juli 2012 stattfinden.
Im Rahmen einer Veranstaltung mit dem damaligen Präsidenten der DIG, Dr. h.c. Johannes Gerster, fand am 31. Januar 2007 in Potsdam die Fusion der DIG Berlin mit der rund 30 Mitglieder umfassenden DIG Potsdam statt. Schon bisher hat die Nachbarschaft der beiden Städte bedeutet, dass regelmäßig gemeinsame Veranstaltungen organisiert wurden. Mit diesem Zusammenschluß sollen Freunde Israels gezielter und mit noch attraktiveren Aktivitäten erreicht werden. Unsere Arbeitsgemeinschaft nennt sich seitdem „DIG Berlin und Potsdam“. Der bisherige Vorsitzende, Steffen Reiche, früherer Bildungsminister in Brandenburg und bis 2009 Mitglied des Deutschen Bundestages, wurde zum dritten Stellvertretenden Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft Berlin und Potsdam kooptiert und inzwischen auch gewählt. Mittlerweile hat die DIG Berlin und Potsdam über 700 Mitglieder und ist damit die größte Arbeitsgemeinschaft bundesweit. Nach dem Rückzug des DIG-Präsidenten Dr. Johannes Gerster führt jetzt der ehemalige MdB und Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestages, Reinhold Robbe, die Geschickte der DIG auf Bundesebene.



