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Die israelischen Opfer des arabischen Frühlings

Die Toten von Eilat sind in gewisse Weise die ersten israelischen Opfer des arabischen Frühlings. Zumindest sind sie das Ergebnis der politischen Veränderungen in Ägypten und des Macht- und Sicherheitsvakuums, das seit dem Sturz von Hosni Mubarak in einigen Landesteilen entstanden ist. Selbst wenn man wie ich die arabischen Aufstände grundsätzlich begrüßt, kommt man an dieser bitteren Schlussfolgerung schwerlich vorbei.

Ein beliebter Vorwurf der Demonstranten gegen Mubarak war ja, dass er in Sicherheitsfragen zu eng mit den Israelis zusammenarbeite und deshalb ein „Verräter“ an der arabischen Sache sei. Und in einem Wahlkampfumfeld, indem fast alle politischen Gruppen glauben, mit den alten antiisraelischen Slogans punkten zu können, hatten auch Ägyptens Sicherheitsapparate wenig Interesse daran, am Status Quo festzuhalten. Die Öffnung der Grenze zum Gazastreifen und laxe Sicherheitskontrollen auf der Sinai-Halbinsel waren die Folge. Mit gravierenden Konsequenzen für die Sicherheit Israels.

Seit dem Friedensvertrag von 1979 zwischen Kairo und Jerusalem war die zu Ägypten die ruhigste der israelischen Außengrenzen. Dementsprechend schlecht befestigt ist sie bis heute. Angesichts der nur spärlich besiedelten Gebiete auf beiden Seiten schien mehr auch nicht notwendig zu sein. Doch das ändert sich nun. Weil die Extremisten aus Gaza die neue Reise- und Bewegungsfreiheit im Sinai weidlich ausnutzen. Und so wird die zum Teil bergige Wüstenregion sowohl von versprengten Al-Qaida-Elementen als auch von palästinensischen Terrorgruppen als Rückzugsgebiet und Operationsbasis benutzt.

Weil Ägypten der Terrorpest nicht anders Herr wird, hat Israel inzwischen eingewilligt, dass der Nachbarstaat im entmilitarisierten, ehemals von Israel besetzten Sinai mehr als die im Friedensvertrag festgelegte Zahl von Soldaten stationieren kann. Die Frage ist jedoch, ob die ägyptischen Sicherheitskräfte auch den nötigen Willen mitbringen, den Sinai wieder zu befrieden. Sollten, was durchaus wahrscheinlich erscheint, gar die Muslimbrüder als stärkste Kraft aus den im November angesetzten Wahlen hervorgehen, dann wird die zukünftige Regierung wohl noch weniger Ehrgeiz haben, im Sinai für Ordnung zu sorgen. Die bisher ruhigste Grenze Israels würde dann wohl zur heißesten werden.

Für Ägypten gilt jedoch, was für jeden Staat dieser Erde gilt: Es hat die verdammte Pflicht und Schuldigkeit zu verhindern, dass sein Territorium zur Operationsbasis für Terroristen wird. Deshalb ist es nötig, dass auch Europa entsprechende Signale gen Kairo sendet und deutlich macht, dass europäische Hilfsgelder nur dann fließen werden, wenn Ägypten seinen Verpflichtungen aus dem Friedensvertrag nachkommt.

Es ist aber auch an der Zeit, dass europäische Politiker ihre zum Teil realtäsfernen Gaza-Positionen überdenken. Denn je durchlässiger die Grenzen von Gaza sind, desto einfacher wird es für die dort agierenden Terrorgruppen, Anschläge wie die von Eilat zu verwirklichen. Wer da stets die Aufhebung der israelischen Blockade von Gaza fordert muss sich fragen lassen, ob ihm die daraus resultierenden Toten auf israelischer Seite gänzlich gleichgültig wären.

Lesen Sie hier den aktuellen Beitrag von Clemens Wergin auf seiner Blogseite vom 19.08.2011.

http://www.digberlin.de/die-israelischen-opfer-des-arabischen-fruhlings/

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