“A friend in need is a friend indeed.
Israel braucht mehr denn je gute und verläßliche Freunde!”
Jochen Feilcke, Vorsitzender der DIG Berlin und Potsdam

Jochen Feilcke begrüßt mit David Richter im Sommer 2008 unser damals 658. Mitglied. 2010 haben wir rund 700 Mitglieder.
Sie haben Interesse an Israel, seinen Menschen, seiner Geschichte und Kultur? Sie wollen mehr über Israel erfahren, als Ihnen die täglichen Medienberichte bieten? Sie meinen, sich für ein Land engagieren zu müssen, dem gegenüber wir als Deutsche eine besondere Verantwortung empfinden und mit dem uns ein gemeinsames Wertesystem verbindet? Sie suchen Bundesgenossen und Argumentationshilfen beim Streiten für ein friedliches Miteinander im Nahen Osten, bei dem Israels legitime Interessen berücksichtigt werden? Sie wollen dabei mithelfen, dass die heute von Vertrauen und Respekt geprägten Beziehungen zwischen den Regierungen beider Länder auch in Zukunft ein wichtiger Pfeiler unserer Politik bleiben? Dann sind Sie bei uns genau richtig.
Seit 44 Jahren finden Menschen verschiedenen Alters und aus unterschiedlichen Lebensbezügen in der Deutsch-Israelischen Gesellschaft zusammen, um sich für eine Verständigung zwischen Deutschen und Israelis einzusetzen, neue Verbindungen aufzubauen und bewährte Kontakte zu festigen. „Die DIG ist die zentrale Organisation in der Bundesrepublik Deutschland, in der sich Freunde Israels in überparteilicher Zusammenarbeit zusammenfinden, um in Solidarität mit dem Staat Israel und seiner Bevölkerung zu wirken … Sie tritt für eine Verständigung zwischen allen Völkern der Region ein und wendet sich entschieden gegen all diejenigen Kräfte innerhalb und außerhalb der Bundesrepublik Deutschland, die Israels Lebensrecht als jüdischer Staat bestreiten“, so heißt es in unseren Leitsätzen.
In einer Zeit, in der antiisraelische Ressentiments um sich greifen, sind wir überzeugt, dass es nicht ausreicht, die Entwicklung der deutsch-israelischen Beziehungen allein staatlichen Stellen zu überlassen, zumal Umfragen in den letzten Jahren immer wieder belegen, dass das Israel-Bild in der deutschen und europäischen Öffentlichkeit mehrheitlich negativ besetzt ist.
Es scheint, als werde über kein Thema so heftig gestritten wie über den israelisch-palästinensischen Konflikt, als fühlten sich nirgends so viele „Experten“ aufgerufen, ihre Meinung kundzutun – leider oft ohne dass die historische Entwicklungen des Konflikts bekannt sind und die tägliche Hasspropaganda gegen Israel in seiner unmittelbaren Nachbarschaft zur Kenntnis genommen wird. Dies gilt insbesondere für die Bedrohungsängste der Menschen in dem kleinen Land durch die atomare Bewaffnung des Iran. Israel braucht verlässliche Freunde, die sich vor dem Hintergrund gewachsenen Vertrauens auch kritisch zur israelischen Politik äußern. Bei aller Kritik aber sollten wir immer wissen, worüber wir reden.
Dem veröffentlichten und öffentlichen Bild Israels – meist reduziert auf Terror und Gewalt – wollen wir differenzierte und vielfältige Informationen über das kleine Land im Nahen Osten entgegen setzen. Es ist kaum größer als Hessen und doch mit einem unglaublichem geistigen und menschlichen Potential ausgestattet. Deshalb beteiligen wir uns an Demonstrationen, Straßenfesten und öffentlichen Podien, geben mit unseren Veranstaltungen und im Rahmen unserer Israelreisen jenen eine Stimme, die hierzulande kaum gehört werden. Über Kulturveranstaltungen, Aktionstage und Info-Stände, Diskussionen an Schulen und Universitäten versuchen wir gemeinsam mit dem DIG-Jugendforum auch junge Menschen zu erreichen, denn nur diese garantieren, dass die Beziehungen zwischen beiden Ländern auch in Zukunft eine wichtige Rolle spielen werden. Über gemeinsame Veranstaltungen u.a. mit politischen Stiftungen, Vertretungen der Bundesländer in Berlin, Ministerien, der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit (GCJZ) und der Jüdischen Gemeinde wollen wir eine breite, politisch interessierte Öffentlichkeit ansprechen und unsere guten Ideen für zahlreiche Veranstaltungsangebote realisierbar machen. Diskussionsrunden unserer Mitglieder mit Vertretern der Israelischen Botschaft („Yom fix“), bei denen der offene Informations- und Meinungsaustausch im Mittelpunkt steht, gehören zum festen Bestandteil unseres Programms.

Yom Fix mit dem Asaf Ichilewitsch, 1. Sekretär und Politischer Berater an der Botschaft des Staates Israel
Jährliche Höhepunkte sind die Benefizkonzerte mit bekannten und außergewöhnlichen meist israelischen Künstlern. Seit 1997 gedenken wir im November mit einem Benefizkonzert des ermordeten israelischen Ministerpräsidenten und Friedensnobelpreisträgers Yitzhak Rabin. Die Überschüsse kommen dabei vornehmlich sozialen Projekten in Israel zugute. Als bisherige Interpreten konnten wir gewinnen: Miri Aloni, Chava Alberstein, Einat Sarouf & Tamir Harpaz, das Timna Brauer & Elias Meiri Ensemble, die Mendelssohn Players, die „Eve’s Women“. Im November 2006 konnten wir zum Abschluss der Jüdischen Kulturtage mit Liel eine junge Künstlerin gewinnen, die mit weltberühmten Stars wie Madonna oder den Scorpions aufgetreten war und beim 80. Geburtstag von Shimon Peres Bill Clinton zu „Imagine“ mit auf die Bühne geholt hatte. Timna Brauer & das Elias Meiri Ensemble hatte uns 2002 schon einmal begeistert. Mit ihrem Projekt “Voices for Peace” hatten sie für ein Ende des Konflikts zwischen Israelis und Palästinensern geworben. Im November 2008 war der Liedermacher Wolf Biermann unser Gast, der sich seit vielen Jahren für Israel engagiert. 2009 begeisterte uns die junge israelische Sopranistin Keren Hadar, die von dem Pianisten Yoni Farhi begleitet wurde, mit populären und über die Grenzen Israels hinaus bekannten Liedern aus Israel.
Nach dem Tod von Yassir Arafat hoffte Israel, mit Mahmud Abbas einen Gesprächspartner auf Seiten der Palästinenser gefunden zu haben, der die Palästinenser von ihrem verhängnisvollen Weg des Terrors abbringen würde. Die Wahl in den palästinensischen Autonomiegebieten im Januar 2006 hat mit der Hamas eine Bewegung und Partei an die Macht gebracht, die nicht vom Terror und Raketenangriffen gegen israelische Bürger ablassen will, das Existenzrecht Israels negiert und bereits geschlossene Verträge mit Israel nicht anerkennt. Seit dem einseitigen Rückzug Israels aus Gaza, forciert durch den damals regierenden Ministerpräsidenten Ariel Sharon, hat sich die Lage nicht nur für die Palästinenser, sondern auch für Israel gravierend verschlechtert. Während Abbas in der Westbank regiert, hat die Hamas in Gaza die Macht übernommen. Nach der Entführung des israelischen Soldaten Gilat Shalit vor vier Jahren sowie Waffenlieferungen in den Gazastreifen über Syrien aus dem Iran hat Israel eine Blockade über den Gazastreifen verhängt. Das palästinensische Volk ist gespalten. In Sderot und anderen Küstenstädten im Süden Israels fürchtete man vor dem Gaza-Krieg jeden Tag Beschuss durch Kassam-Raketen mit Verletzten und auch Toten, was eine ungeheure psychische Belastung für die Bevölkerung darstellt. Auch jetzt ist die Gefahr nicht völlig gebannt. Vor allem durch den Bau von Tunneln zwischen dem Gazastreifen und Ägypten kommt es weiter zu Waffenschmuggel, dem Israel mit Militäreinsätzen begegnet, um seine Zivilbevölkerung zu schützen. Auch die ägyptische Regierung hat deshalb mit Hilfe der USA eine dichten Mauer zum Gaza-Streifen gebaut. Der Gaza-Krieg hat dazu geführt, dass der Raketenbeschuss zurück ging, hin und wieder kommt es dennoch zu Einschlägen von Gratraketen und Mörsergranaten.
Trotz der augenblicklichen Spannungen im Zusammenhang mit dem israelischen Militäreinsatz auf der “Mavi Marmaris”, bei dem auch die Türkei eine zwielichtige Rolle spielt, hoffen wir, dass Israelis und Palästinenser endlich zu einem friedlichen Miteinander finden. Eine Lösung des Konflikts wird es nur geben, wenn sie von beiden bzw. nunmehr drei Seiten akzeptiert wird. Dazu gehört auch, dass die bis heute betriebene arabische und palästinensische Hasspropaganda gegen Israel endlich ein Ende findet. Umfragen in Israel zeigen immerhin, dass seit langem mehr als 70 % der Israelis für einen Palästinenserstaat an ihrer Seite eintreten, was umgekehrt auch für die palästinensische Bevölkerung gilt. Die Frage ist aber, wie dieser Palästinenserstaat aussehen soll. Die Hoffnung auf Frieden ist in den letzten Jahren auf israelischer Seite zunehmend geschwunden, da man nach dem erneuten Setzen auf Terror in der 2. intifada kaum noch an eine Akzeptanz Israels in der Region glaubt. Auch die Nahost-Konferenz in Annapolis im November 2007 brachte keine neuen Impulse in Richtung Frieden. Jetzt verhandelt man in sog. Proximity Talks nur noch indirekt miteinander. Nach dem Gaza-Krieg, in dessen Schatten die Hamas auch Fatah-Mitglieder gefoltert und getötet hatte, bemühte sich Abbas vergeblich um eine Einheitsregierung der beiden verfeindeten Palästinensergruppen. Dennoch: Die Ablehnungsfront der arabischen Welt gegen Israel scheint vor allem durch den wachsenden vom Iran angefeuerten Islamismus inzwischen gebrochen. Der amerikanische Nahost-Sondergesandte George Mitchell ist ebenso wie Nikolas Sarkozy und Tony Blair wie das deutsche Auswärtige Amt um diplomatische Lösungen bemüht.
Die Deutsch-Israelische Gesellschaft steht unmißverständlich an der Seite Israels; mit ihren bisher vier “Friedenspreisen”, dem jährlichen Rabin-Gedenkkonzert der DIG Berlin und Potsdam und vielen anderen Aktivitäten will sie die Kräfte im Nahen Osten unterstützen, die sich für eine friedliche Lösung zwischen Israelis und Palästinensern einsetzen. So zu lesen auch in unseren Leitsätzen.
Zitat von einer Blogseite im Zusammenhang mit der Diskussion um den Film “Defamation” von Joav Schamir:“Wer schon einmal selbst in Israel war wird es beobachtet haben: Die Lust an der Dekonstruktion der eigenen Identität ist dort eine Art generelle Mentalität. In keinem Land, in dem ich je war, bedeutet Patriotismus eine so selbstkritische Haltung wie in Israel.”


