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Israel-Reisen

Israelreise der DIG Berlin und Potsdam vom 14.06. bis 23.06.2013
Politik, Gesellschaft, Natur – Israelreise der DIG Berlin und Potsdam vom 14.06. bis 23.06.2013 Finden Sie hier den Flyer und nähere Informationen zu unserer diesjährigen Studienreise in den Jüdischen Staat. [...] Mehr...

Besuch in GilboaDIG-Israelreise vom 29. Mai bis 10. Juni 2012

Auch in diesem Jahr war wieder eine Gruppe auf Einladung der DIG Berlin und Potsdam unter Leitung von Meggie Jahn und geführt von Yaron Abramov  in Israel.  Im folgenden finden Sie das Programm.

Dies war Meggie Meggie Jahns letzte Israelreise. Sie starb  am 12. Juli 2012.

Dienstag, 29.05.2012:

Abflug mit El Al (LY 352) in Berlin-Schönefeld 11.05 Uhr, Ankunft Ben-Gurion-Airport/Tel Aviv 16.10 Uhr, Abholung mit Bus durch Yaron Abramov, anschl. über Jaffo Fahrt zum Tal Hotel (Strandnähe)

Rundgang durch Jaffo

Abendessen im Hotel

20.00 Uhr Treffen mit Smadar Perry, langjährige Nahost-Korrespondentin der größten israelischen Tageszeitung Yedioth Acharonot.  Sie wird mit uns ueber Israel und die arabische Nachbarschaft sowie das Bild Israels in der arabischen Welt diskutieren. Ort: Hotel Tal

Übernachtung im Tal Hotel, 287 Hayarkon St., Tel-Aviv, Tel. 00972-3-5425500


Mittwoch, 30.05.
:

Abfahrt im Hotel 09.15 Uhr

10.00 Uhr Besuch des Diaspora-Museums auf dem Gelände der Universität Tel Aviv in Ramat Aviv

Andrea Livnat

11.05 Uhr Gespräch mit Dr. Andrea Livnat, leitende Redakteurin bei Hagalil.com und Autorin des jüngst erschienenen Buches  “Der Prophet des Staates – Theodor Herzl im kollektiven Gedächtnis Israels“, Ort: Tel Aviv University, Gilman Building (Faculty of Human Sciences), Raum 133

11.50 Uhr Treffen mit Prof. Uzi Rabi, Direktor des Moshe Dayan Centers und Leiter des Konrad Adenauer Programms für jüdisch-arabische Zusammenarbeit, Themen: Der sich wandelnde Nahe Osten und die Bedrohung Israels durch die iranische Republik, Ort: ebda.

Prof. Uzi Rabi

Mittagsimbiß in der Uni-Caféteria, Treffen mit Gidon Bromberg, FoEME (Friends of the Earth Middle East) – israelisch-palästinensisch-jordanischen Umweltprojekt

Gideon Bromberg

nachmittags:  kurze Stadtrundfahrt entlang des Rothschild Boulevards)

Grisha Alroi Arloser

15.00 Uhr Treffen mit Grischa Alroi-Arloser, Präsident der Israelisch-Deutschen Gesellschaft (IDG), Geschäftsführer der Deutsch-Israelischen Wirtschaftsvereinigung e.V. (DIW) und der Israelischen Auslandshandelskammer (AHK), Gesprächsrunde über die Themen Wirtschaft, politische Situation und Alltag in Israel, Ort:  Israeli-German Chamber of Industry and Commerce, Sharbat Haus, 9. Stock, Kaufmann St. 4, 68012 Tel Aviv, Tel.: +972 3 680 6800

Stav Shaffir

16.30 Uhr Treffen und Gespräch mit Stav Shaffir, Mitinitiatorin der Protestbewegung, Thema: „Die sozialen Proteste in Israel und ihre Wirkung“,  Ort:  ebda.

Abendessen im Tal Hotel

Dr. Carlo Strenger

20.00 Uhr Treffen mit Dr. Carlo Strenger, Psychologe, Journalist und Autor des Buches “Israel. Einführung in ein schwieriges Land,  zu den Auseinandersetzungen zwischen Religiösen und Säkularen in Israel, Ort: Tal Hotel

Übernachtung im Hotel Tal


Donnerstag, 31.05.
:

08.30 Uhr Abfahrt ab Hotel (mit Gepäck)

Fahrt entlang der Küstenstraße in Richtung Haifa

Halt in Nahal Hadera (KKL-Projekt)

Eli Zahavi und Thomas Diettrich

10.00 Uhr Besuch von Mazor Robotics (Beispiel für Israels hochentwickelte Hightech-Industrie in der Medizin), Gespräch mit Eli Zehavi, Stellv.  Manager

anschl. Besichtigung der römischen Ausgrabungen in Cäsarea

Eliezer Fehlauer

13.00 Uhr Besuch von Beth El Industries mit Mittagessen, Gespräch mit Eliezer Fehlauer und Führung durch den Betrieb zur Produktion von Zivilschutzanlagen und -ausrüstung, Ort: Zikhron Yaakov nahe Haifa

Lea Dror-Batallion

15.00 Uhr Besuch der Universität auf dem Carmel-Berg mit Rundgang, Treffen mit Lea Dror-Batailon, Bucerius-Institut für Deutsche Studien

17.30 Uhr Treffen mit Areej Yahya, Mitarbeiterin des jüdisch-arabischen Nachbarschaftszentrums Clore und Tochter des ersten israelischen Botschafters arabischer Herkunft, über jüdisch-arabische Koexistenzprojekte, Ort: Hotel Colony

Areej Yahia, links: Stefanie Horn

20.00 Uhr Abendessen im Restaurant “Al Diyar” mit weiteren Gästen, Ben Gurion Ave 55, The German Colony, Tel. 04-8528939

Übernachtung im Colony Hotel im Templer-Viertel, Haifa


Freitag, 01.06
.:

09.30 Uhr Abfahrt im Hotel (mit Gepäck)

10.00 Uhr Leo Baeck Education Center, Begrüßung durch Stefanie Horn, Leiterin der deutschsprachigen Abteilung, ev. Treffen mit Schülern. Gespräch mit dem liberalen Rabbiner Ofek Meir, Leiter der Leo Baeck Junior High School, in der Synagoge (Themen: liberales Judentum und jüdisch-arabische Koexistenz aus religiöser Sicht)

Stefanie Horn mit zwei Schülerinnen des LBEC

Rabbiner Ofek mit der Gruppe

gegen 11.45 Uhr Fahrt nach Akko:

Bummel durch die arabische Altstadt (Markt, Gefängnis der jüdischen Untergrundkämpfer und alte Kreuzfahrerfestung)

Markt in Akko, Foto: Matthias Stoffregen

Mittagessen in einem arabischen Restaurant

Weiterfahrt über Rosh Hanikra (libanesische Grenze) zum See Genezareth

Abendessen im Kibbutz-Hotel

abends im Garten: Treffen zu einer ersten Auswertungsrunde

Übernachtung im Kibbutzhotel Ginosar Inn


Samstag, 02.06.
:

Abfahrt im Kibbutz 08.30 Uhr

Besuch der heiligen Stätten Kapernaum, Berg der Seligpreisungen und Tabgha

anschl. Fahrt auf den Golan (Schlüssel zum Verständnis des Sicherheitstraumas der Israelis),  über Halt am Jordanquellfluß Banyias (wunderschöne Landschaft, archäologische Ausgrabungen) bis zur libanesischen Grenze in Metulla, vorbei am Naturreservat Hula-Tal runter zum Jordan

Übernachtung im Kibbutz-Hotel Ginosar Inn


Sonntag, 03.06.
:

08.45 Uhr Abfahrt im Hotel

09.30 Uhr Wasseraufbereitungsanlage Stauseen in Eshkol mit Führung, Wasserqualität und Bedeutung von Wasser in Nahost

Besuch der Ausgrabungsstätte Zippori (Mosaiken aus der römisch-byzantinischen Zeit)

Besuch einer Ausstellung über das antike Galilea-Boot im Yigal Alon Center, Kibbutz Ginosar

Abendessen im Hotel

Übernachtung im Kibbutz Ginosar Inn


Montag, 04.06.:

08.30 Uhr Abfahrt ab Hotel in Richtung Totes Meer (mit Gepäck)

Besichtigung der Ausgrabungen in BeitShean

links Buergermeister Eam Saleem

12.30 Uhr Fahrt nach Gilboa/Grenzübergang Jenin, Begrüßung durch und Gespräch mit Ead Saleem, Stellv. Landrat von Gilboa Vorstellung gemeinsamer Projekte mit Jenin nach der Umwandlung der Militär- in eine Zivilverwaltung, u.a. Vorstellung des  israelisch-palästinensischen Umweltparks

Führung durch den Kibbutz Ein Gedi mit botanischem Garten

anschl. Bademöglichkeit im Toten Meer

Abendessen im Hotel

Übernachtung im Isrotel Ganim – Dead See


Dienstag, 05.06.:

08.00 Uhr Abfahrt vom Hotel (mit Gepäck)

Besuch der Festung Massada (Symbol der jüdischen Selbstbehauptung) und/oder (für die Kenner) Bademöglichkeit im Toten Meer

anschl. Weiterfahrt in den Negev

Besuch im Kibbutz Sde Boker (Wohnhaus von David Ben-Gurion), Mizpe Ramon, kurze Wüstenwanderung durch die Oase Ein Avdad, Fahrt durch den Ramon-Krater

Abendessen im Hotel

Übernachtung im Ramon Hotel, Mizpe Ramon


Mittwoch, 06.06.:

08.00 Uhr Abfahrt im Hotel (mit Gepäck)

Weiterfahrt nach Jerusalem

Einchecken im Hotel Prima Royal

Abendessen im Prima Royal Hotel, Jerusalem

Hannah Amir, Foto Heinz Schumacher

19.30 Uhr  Gespräch mit Hannah Amir, geb. 1919, die als Kind Berlin verlassen musste und heute in Jerusalem lebt, Ort: Hotel

Übernachtung im Hotel PRIMA ROYALE, 3 Mendle Mocher Sfarim, Jerusalem, 02-5607111,


Donnerstag, 07.06
.:

08.00 Uhr Abfahrt im Hotel

Fahrt auf den Ölberg mit Panoramablick auf Tempelplatz, anschl. Wanderung entlang der russ. Kirche hinunter zum Garten Gethsemane

die Gruppe vor der Knesset, links unsere Fuehrerin

10.00 Uhr Besuch der Knesset mit deutschsprachiger Führung

Mittagspause dort

14.30 Uhr Besuch des Obersten Gerichtshofs mit Führung

Fuehrung im Obersten Gerichtshof

Abendessen im Hotel

20.00 Uhr: Treffen mit Gad Lior, Leiter des Büros von Yedioth Acharonot, über aktuelle Themen der israelischen Tagespolitik, Ort: Hotel Prima Royal

Gad Lior

Übernachtung im Prima Royal Hotel, Jerusalem


Freitag,  08.06.2011

09.00 Uhr Abfahrt im Hotel

09.30 Uhr: Besuch der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem, Führung über das Gelände mit Georg Rössler, anschl. individueller Besuch der Ausstellung, Niederlegung eines Blumengebindes im „Tal der Gemeinden

Fuehrung ueber das Gelaende in Yad Vashem mit Georg Roessler
Im Tal der Gemeinden mit Georg Roessler

Mittagspause

14. 00 Uhr Fahrt entlang der israelischen Sperranlagen mit Erläuterungen

16.00 Uhr Gespräch mit dem israelischen Journalisten, Historiker und Publizisten David Witzthum über “Die Geschichte der Mauer und das Sicherheitstrauma der Israelis”, Ort: Hotel Prima Royale

David Witzthum

17.30 Uhr Teilnahme am Kabbalat Shabbat in der liberalen Synagoge Kehilat Har El ( Shmuel HaNagid St.), kurze Einführung durch Avital Ben Chorin, geb. 1923 als Erika Fackenheim, Witwe des großen Religionsphilosophen Schalom Ben Chorin

anschl. gemeinsames Abendessen im Hotel, bei dem sich auch Gabriel Bach, ehemaliger Oberster Richter und 2. Ankläger im Eichmann-Prozess, anschließen wird.

Meggie Jahn mit Gabriel Bach und Avital Ben-Chorin

danach Gespräch mit beiden über ihren Lebensweg

Übernachtung im Prima Royal Hotel, Jerusalem


Samstag, 09.06.:

09.30 Uhr Abfahrt im Hotel

10.00 Uhr Besuch und Gespräch mit Christoph Dinkelaker und Jugendlichen, im Willy-Brandt-Center Jerusalem (WBC) „ein einmaliges Projekt im Brennpunkt des israelisch-palästinensischen Konflikts” direkt an der ehemaligen Trennlinie zwischen Ost- und Westjerusalem, Ort: 22, Ein Rogel St., Jerusalem

Christoph Dinkelaker auf dem Balkon des WBC Jerusalem
Mit israelischen Partnern im WBC

nachmittags Besuch in Bethlehem, Begleitung durch Sabrina Mukarker, Events Departement/Photographer, Besuch der Geburtskirche, Mittagessen und Stadtrundfahrt

Sabrina Mukarker mit der Gruppe

anschließend geführter Rundgang durch die Altstadt mit Yaron Abramov

Abendessen im Hotel

Arze Sharuz Shalicar mit Matthias Stoffregen

20.00 Uhr: Treffen und Austausch über das Erlebte mit Arye Sharuz Shalicar, Militärsprecher und Buchautor, geb. als Kind iranischer Eltern in Berlin, aufgewachsen in Spandau und im Wedding. Er spricht über seine Zeit in Berlin, sein Buch “Ein nasser Hund ist besser als ein trockener Jude“, den Militärdienst in Israel und seine Zukunftsvisionen. Ort: Hotel Prima Royale

Übernachtung im Prima Royal Hotel


Sonntag, 10.06.

Vormittags: Erkundung der Fußgängerzone in der Neustadt oder nochmals Besuch Altstadt (ev. Gottesdienst Erlöserkirche)

ca. 13.30 Uhr:  Fahrt zum Flughafen nach Tel Aviv/Lod

Rückflug mit LY 251 ab 17.30 Uhr, 21:00 Uhr an Berlin-Schönefeld


Reisepreis und Leistungen (13 Tage):

EUR 1 789,- (bei mehr als 20 TN), Einzelzimmerzuschlag: EUR 508,-

  • Flug mit EL AL ab Berlin/BBI und zurück (12 Übernachtungen im DZ / Halbpension in 4 Sterne-Hotels):
  • 2 Ü/HP im Tal Hotel , Tel Aviv, 1 Ü/HP im Colony Hotel, Haifa, 3 Ü/HP im Kibbutz-Hotel Ginosar Inn am See Genezareth, 1 Ü/HP in Isrotel Ganim, Totes Meer, 1 Ü/HP im Ramon Hotel, Negev,  4 Ü/HP im Prima Royal Hotel, Jerusalem
  • Vor Ort stehen Bus und mit Yaron Abramov ein deutschsprachiger Reiseleiter zur Verfügung.
  • Programmkonzeption/Vorbereitung: Meggie Jahn, Stellv. Vorsitzende, und Yaron Abramov, Jerusalem,
  • Verantwortliches Reisebüro bei allen Fragen zur Reiseorganisation: Ehrlich Reisen und Event GmbH, Schloßstraße 4, 66117 Saarbrücken, Tel. 0681-95278995, Fax 0681-95278994, Mobil: 0179-5466159, www.mein-israel.de, e-mail:  yoram@reisen-ehrlich.de

Bildergalerie von Nikoline Hansen

Yaron erklärt die Grabeskirche

Yaron erklärt die Grabeskirche.

Vom 25. Mai bis 3. Juni 2010 reiste eine 35-köpfige Reisegruppe von Mitgliedern und Freunden der DIG und Potsdam unter Leitung von Meggie Jahn nach Israel, darunter auch Interessierte, die das erste Mal im Lande waren. Die jüngste Teilnehmerin war 22 Jahre jung, die älteste 75. Auch die mittlere Generation war diesmal gut vertreten. Ost- und Westberliner hatten während der Reise Gelegenheit zu einem Erfahrungsaustausch über ihre unterschiedlichen Israel-Bilder. Aufgrund der großen Nachfrage in diesem Jahr fand unter Leitung von Jochen Feilcke vom 20. bis 26. Mai 2010 und mit rund 20 Teilnehmern eine zweite DIG-Reise statt (s. gesonderter Bericht im Anschluss).

Unser Programm bot erneut eine Mischung aus spannenden persönlichen Begegnungen und touristischen Highlights. In bewährter Tradition war Yaron Abramov aus Jerusalem unser Guide.

Gregory Bleidjan

Gregory Bledjian

Der in Berlin bekannte israelische Journalist und Publizist Dr. Gil Yaron, Betreiber der Website “Making the Middle East understandable”,  sowie Gregory Bledjian,  Erster Sekretär der politischen Abteilung an der Deutschen Botschaft in Tel Aviv, gaben der Gruppe zunächst einen Einblick in die schwierige politische Lage vor Ort. Beide waren sich einig, dass  der Iran heute direkt oder indirekt – als Förderer des Terrorismus – die größte Gefahr für Israel darstelle.

Miriam Weissenstein in ihrem Fotoladen, dahinter ihr Enkel Ben Peter

Miriam Weissenstein in ihrem Fotoladen, dahinter ihr Enkel Ben Peter

Die Begegnungen mit Miriam Weissenstein, Witwe des Fotografen Rudi Weissenstein, in Tel Aviv und mit dem Pressefotografen David Rubinger in Jerusalem lieferten den großen Rahmen der Reise. Mit der 97-jährigen Fotografin Miriam Weissenstein, geboren in einem Vorort von Prag, hatten wir uns in ihrem Fotoladen „Zalmanya PRIOR“ im Zentrum Tel Avivs verabredet. Mit dabei: ihr Enkel Ben Peter und Andreas Grau-Fuchs, Kurator der Ausstellung über Rudi Weissenstein, die im Frühjahr in Frankfurt eröffnet wurde und zur Zeit  durch Deutschland tourt. In Berlin wollen wir mit dabei sein. Miriams mädchenhafter Charme und ihr unermüdliches Engagement für das Vermächtnis ihres Mannes Rudi zog uns in ihren Bann.

David Rubinger berichtet anhand ausgewählter Bilder aus seinem Leben als Pressefotograph.

David Rubinger berichtet anhand ausgewählter Bilder aus seinem Leben als Pressefotograph.

David Rubinger, 1924 in Wien geboren und mit nicht weniger Charme der KuK-Monarchie ausgestattet wie Miriam, war früh vor den Nazis nach Palästina geflohen und hielt die Entwicklung des israelischen Staates fotografisch fest. Erst jüngst erschien sein Bildband „Israel durch mein Objektiv – Sechzig Jahre als Fotojournalist“ in Deutsch. Weissenstein, der verstorbene Dan Goldman und David Rubinger  – alle drei haben die staatliche und politische Entwicklung Israels festgehalten. Während Miriams Mann Rudi (der 1992 verstarb) als einziger „offizieller“ Fotograf die Gründungszeremonie am 14. Mai 1948 in Tel Aviv fotografieren durfte, dokumentierte Rubinger die soziale und politische Entwicklung des Staates nach der Gründung.  Und dies nur, weil ihm seine damalige Freundin Claudette beim Abschied in Paris eine “Argus” geschenkt hatte. Rubinger war es auch, der 1998 auf dem Dachboden der Tochter mit dem unvergeßlichen Namen Medina seines verstorbenen Kollegen Paul (Dan) Goldman dessen Schwarz-Weiß-Fotos gefunden hatte. Dort zu sehen sind nicht nur der kopfstehende David Ben Gurion am Strand von Tel Aviv, sondern auch der Gründungsakt des Staates Israel. Wir wissen also heute: Es gab doch zwei Fotografen, die die Staatsgründung Israels dokumentierten.

Tanja Ronen im Gespräch mit uns.

Tanja Ronen im Gespräch mit uns.

Angesichts der Diskussion um den Umgang mit dem Holocaust in der israelischen Gesellschaft, aber auch in Deutschland, sollte dies ein weiterer Schwerpunkt der Reise sein. Hier wie dort stellt sich die Frage, wie man mehr als 65 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg der jungen Generation – darunter Kinder mit einem anderen kulturellen Hintergrund – das Thema vermitteln kann und ob der Holocaust inIsrael nicht auch politisch mißbraucht wird, um die eigene Politik zu rechtfertigen. Diese Fragen diskutierten wir in der Forschungs- und Bildungsstätte Massua und im Kibbutz der Ghetto-Kämpfer Lohamei Hagetaot nahe Haifa. Das dortige Kinderdenkmal Yad haYeled ist weithin sichtbar. Auch arabische Israelis finden den Weg dorthin, da sie vor allem im Norden Galiläas zuhause sind. Wie kann man ihnen die Bedeutung der Shoah vermitteln? Sicher ist, dass der Holocaust für jüdische Israelis, seien sie aus Europa oder aus den arabischen Ländern, Teil ihrer Identität ist. Die Shoah sei ein “Gesellschaftstrauma, vor allem solange noch Überlebende unter uns sind”, so Tanja Ronen, pädagogische Leiterin von Lohamei Hagetaot. Aber auch die zweite Generation sei traumatisiert, sie selbst Kind eines Überlebenden. Durch jeden neuen Krieg werde für Juden das Trauma des Holocaust wieder wach, für sie selbst sei das Heulen der Sirene am Holocaust-Gedenktag Yom HaShoa, bei dem jeder Israeli einige Minuten inne hält, kaum zu ertragen. Dennoch bemühe man sich in der Gedenkstätte darum, das durch die historische Erfahrung geprägte Bild des „Die ganze Welt ist gegen uns“ aufzubrechen und gerade Jugendlichen Gelegenheit zu geben, sich auf einer Alltagsebene zu begegnen. In Studientagen und Workshops mit Jugendlichen unterschiedlichen  religiösen und ethnischen Hintergrunds versuche man einen „Dialog über persönliches Leid“ in Gang setzen, über die Individualisierung der Millionen von Opfern Möglichkeiten des Mitfühlens, Mitmachens und des Engagements zu schaffen. Es ginge nicht darum, ein Leid gegen das andere aufzuwiegen, sondern aus der Leiderfahrung universelle Werte wie Freiheit, Toleranz und gegenseitigen Respekt achten zu lernen. Zudem sei das Konzept von Lohamei Hagetaot, Kindern und Jugendlichen Hoffnung auf eine bessere Zukunft zu machen, da – dank des Muts und der Zivilcourage einiger weniger – das Judentum nicht vernichtet wurde und mit Gründung des Staates Israel eine neue Perspektive erwuchs.

Angesprochen auf das Buch von Avraham Burg “Hitler besiegen” und die Äußerungen von Iris Hefetz in der TAZ zeigte Tanja Ronen Verständnis für die aufgeworfenen Fragen, kritisierte aber bei Hefetz den scharfen Ton und die fehlende Sensibilität der Wirkung ihrer Worte auf die  Überlebenden. Der Besuch in der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem  war vor allem für diejenigen, die noch nie dort gewesen waren, ein wichtiger Abschlusspunkt unserer Diskussionen.

Jakob Abkin beim Rundgang mit uns durch das Technion.

Josef Abkin beim Rundgang mit uns durch das Technion.

Ein Stück vorstaatliche Geschichte, aber vor allem modernes Israel bot unser Besuch im Technion in Haifa. Beispielhaft findet sich hier wie an anderen israelischen Universitäten eine enge Verzahnung zwischen Wissenschaft, Forschung und Industrie (R&D) – eine Verbindung, die Israels Hochschulen  international nicht nur in der Biotechnologie, sondern auch im High-Tech-Bereich ein hohes Ranking verschafft hat.  Beklagt wurde allerdings der Verlust vieler Hochschulabsolventen an die USA und Europa, weil die Verdienstmöglichkeiten dort größer seien als in Israel.  Der Architekturstudent Yosef Abkin führte uns am Ende unseres Besuchs über den künstlerisch und emotional ansprechenden Campus, auf dem sich auch eine Säule des spanischen Star-Architekten Santiago Calatrava findet.

Arik Beckenstein zeigte uns die Schauplätze der Kämpfe auf dem Golan.

Arik Beckenstein zeigte uns die Schauplätze der Kämpfe auf dem Golan.

Wie immer war die Fahrt auf den Golan ein besonderes Erlebnis, diesmal nochmals gesteigert durch die Begleitung von Arik Beckenstein, General im Ruhestand. Arik und Yaron, der ebenfalls auf dem Golan gekämpft hatte, erläuterten uns aus ganz persönlicher Sicht die schwierigen Tage in einer der am härtesten umkämpften Regionen während des Sechs-Tage-Krieges 1967 und im Yom Kippur-Krieg 1973. Bei unserer Rückkehr am Abend konnten wir nachvollziehen, warum sich zwar viele Israelis vorstellen können, die Westbank zurück zu geben, Rechte wie Linke sich aber schwer tun, an eine Räumung des 1981 annektierten Golan auch nur zu denken. Dies nicht nur, weil dort heute rund 17 000 Israelis leben, ein Paradies von Olivenhainen und Weinbergen entstanden ist (das während unseres Besuchs durch den Brand in Ramla erheblich gelitten hatte), sondern in erster Linie aus Sicherheitsgründen. Für mich war neu, dass zahlreiche Angebote von Seiten der israelischen Regierung an Syrien, die darauf abzielten, den Sechs-Tage-Krieg zu vermeiden,  damals ungehört geblieben waren.

Orna Schimoni empfängt uns im "Beit Eyal"

Orna Schimoni empfängt uns im "Beit Eyal"

Auf dem Weg vom Norden entlang des Toten Meeres nach Jerusalem machten wir einen Abstecher zum Kibbutz Ashdod Jaacov. Dort ist Orna Schimoni dabei, mit dem „Beit Eyal“einen Ort der Begegnung für Familien zu schaffen, die  - wie sie – im Libanon-Krieg einen Sohn verloren haben. Schon heute können im dortigen Fitness-Center und Schwimmbad Behinderte und ihre Familien Sport treiben und ihre Grenzen testen -  ein Weg um ihnen neues Selbstbewußtsein zu geben, ähnlich wie dies von der Organisation Etgarim versucht wird. Wenige Meter vom Beit Eyal entfernt – in Naharayim – pflegt und behütet Orna die Gräber von sieben israelischen Mädchen. Nach der Euphorie um den Friedensvertrag mit Jordanien 1994 war am Grenzübergang nach Jordanien gegenüber dem alten Wasserkraftwerk Rutenberg eine Aussichtsplattform entstanden, wo sich israelische und jordanische Schulklassen treffen konnten. Am 13. März 1997 begleitete Orna die Schulklasse ihrer Enkeltochter, denn ihr Ziel war es, in der Nähe einen Friedenspark einzurichten. Doch der Traum wurde zum Trauma, als ein jordanischer Grenzpolizist völlig überraschend das Feuer auf die Schulklasse eröffnete. Vor Ornas Augen spielte sich ein Blutbad ab, das sie für ihr Leben geprägt hat. Auch das ist Realität im Nahen Osten.

Dr. Petra Heldt empfängt uns auf dem Zionsberg.

Dr. Petra Heldt empfängt uns auf dem Zionsberg.

Erhellend und beunruhigend war das Treffen mit der Theologin Dr. Petra Heldt auf dem Zionsberg, die auch einen Lehrauftrag an der Hebrew University in Jerusalem hat. Trägerin des Bundesverdienstkreuzes am Bande, das vom Bundespräsidenten verliehen wird, zeichnete sie ein eher düsteres Bild von der wachsenden Zurückdrängung der Christen im Heiligen Land. Sie beobachtet seit geraumer Zeit, dass Christen im Nahen Osten, aber auch kirchliche Institutionen und deren Vertreter in Israel heute zunehmend bereit seien, sich der Mehrheit der Muslime zu fügen, nur um in Frieden und ohne Angst leben zu können.

Der britisch-walisische Autor Matt Beynon Rees zeigte sich hoch erfreut, der Gruppe mit Omar Yussuf den ersten palästinensischen Detektiv der Kriminalgeschichte vorstellen zu dürfen. Nachdem er viele Jahre als Journalist für Time Magazine und Newsweek in der Westbank und in Gaza gearbeitet hatte, meint er heute, die Realität der palästinensischen Gesellschaft besser im Roman abbilden zu können. Trotz Fiktion besteht er darauf, dass hier erlebte Realität verarbeitet wurde. In seinen Kriminalromanen fährt er zu Hochform auf. Seine Bücher “Der Verräter von Bethlehem“, “Ein Grab in Gaza” und “Der Tote von Nablus” seien auch an dieser Stelle wärmstens zur Lektüre empfohlen.

Matt Beynon Rees sammelte nach seinem Vortrag die Damen um sich.

Matt Beynon Rees sammelte nach seinem Vortrag die Damen um sich.

Dem Knesset-Abgeordneten Nitzan Horowitz und seinem politischen Berater Shay Even ist zu danken, dass wir einen Blick in das Zentrum der israelischen Demokratie werfen und den 2008 entstandenen neuen Teil der Knesset kennen lernen konnten. Wir erfuhren vom Horowitzschen Engagement für die Rechte der Minderheiten in Israel. Am Tag des Besuchs richtete er in der Knesset gerade eine Konferenz für die Rechte der Schwulen aus, wovon er sich mehr Öffentlichkeit für das Anliegen erhoffte. Daneben setzt sich Horowitz für Gastarbeiter vor allem aus Asien und Immigranten aus Afrika ein, die in letzter Zeit in großer Zahl über die Grenze des Sinai nach Israel kämen. Langfristig müsse hier auch Europa helfen. Das größte Problem für Israel aber sieht er in der demografischen Entwicklung der israelischen Gesellschaft, da die orthodoxen Juden neben den Arabern die meisten Kinder hätten. Damit steige die Gefahr, dass die säkulare Gesellschaft zunehmend unter Druck gerate.  Unvergesslich für  die Gruppe aber war der Gobelin von Marc Chagall in der Lobby der Knesset, der die Geschichte des jüdischen Volkes wiedergibt.  Bei dessen Enthüllung hatte der russische Maler der damaligen Premierministerin Golda Meir zugeflüstert: „ Nu se gefelte Dir Golde?“ (Nun, gefällt es Dir, Golda?). Diesen Moment hatte David Rubinger in einem Foto  verewigt, was wir später zu sehen bekamen.

Anna Agmon zeigte uns auch die Notfall-Station im Hadassah-Krankenhaus.

Anna Agmon zeigte uns auch die Notfall-Station im Hadassah-Krankenhaus.

Ein spannendes Erlebnis war auch der Besuch im Hadassah-Krankenhaus in Ein Kerem (der andere Teil befindet sich auf dem Mount Skopus), bei dem wir viel über die gute Zusammenarbeit zwischen jüdischen und arabischen Ärzten erfuhren. Wir hörten auch von Patienten, die sich inkognito dort behandeln lassen, da ihre Länder Israel bis heute nicht diplomatisch anerkannt haben. Anna Agmon, geboren in Köln und seit vielen Jahren für Hadassah International tätig, berichtete vom Fall eines Libanesen, der – schwer verwundet – von den eigenen „Kameraden“ im Libanon-Krieg 2006 auf der libanesischen Seite zurück gelassen worden war. Israelische Soldaten hatten ihn unter Lebensgefahr geborgen und in die Hadassah-Klinik gebracht, wo er insgesamt acht Monate lang gesund gepflegt wurde. Eines Tages, so Anna, seien an der Pforte des Krankenhauses, über einen Mittelsmann 10 Euro für das Krankenhaus abgegeben worden, was zunächst größte Verwunderung auslöste. Tatsächlich sollte das Geld die erste Anzahlung für seine damals entstandenen Behandlungskosten sein. Der frühere Patient wollte etwas von dem zurückgeben, was er an Hilfe erfahren hatte. Bis heute rühre sie diese Geschichte zu Tränen, sagte Anna, was wir gut verstehen konnten. Dank internationaler Spenden gibt es im  Hadassah-Krankenhaus tatsächlich einen Hilfsfonds, aus dem solche Kosten getragen werden könnten. Ähnlich ging es einem Palästinenser, den die Hamas nicht behandeln lassen wollte. Es komme vor, so Anna, dass in der gleichen Trauma-Abteilung der Hadassah Terrorist und Terroropfer behandelt würden, wobei der schwerer Verletzte laut Ärzte-Ethos zuerst behandelt werden müsse. Immerhin sei Hadassa International schon einmal für den Nobelpreis nominiert worden, darauf sei man schon sehr stolz.  Im Anschluss an unser Gespräch zeigte uns Anna das Trauma-Center, in dem Patienten nach Terroranschlägen behandelt werden (so auch Petra Heldt nach einem Anschlag auf dem Markt in Jerusalem 1997), die Kinderabteilung, wo uns ein Clown freundlich begrüßte, sowie die Notfallstation. Just im Moment unseres Besuchs liefen die Mobiltelefone heiß, denn es wurden fünf Verletzte von der „Mavi Marmaris“ – Teil der sog. Gaza-Flotille mit angeblichen Friedensaktivisten angekündigt. Inzwischen wissen wir, dass Islamisten die Aktion instrumentalistiert hatten. Beim Verlassen des Gebäudes hörten wir die Hubschrauber auf dem anliegenden Flugplatz landen. Einige von uns konnten ihrer Neugier nicht widerstehen und machten sich selbst ein Bild. Anna verabschiedete sich mit den prophetischen Worten „Das wird uns wieder viele neue Feinde machen.“ Wie recht sie doch hatte.

Meggie im Anschluss an die Diskussion mit Ari Rath und Gad Lior auf der Terrasse.

Meggie Jahn im Anschluss an die Diskussion mit Ari Rath und Gad Lior auf der Terrasse.

Der israelische Militäreinsatz auf der Mavi Marmaris sollte uns auch am Abend im Gespräch mit Gad Lior, Leiter des Büros von Yedioth Acharonot in Jerusalem, der größten israelischen Tageszeitung, und Ari Rath, langjähriger Chefredakteur der „Jerusalem Post“, begleiten. Im Büro eigentlich unabkömmlich, war Gad – ein alter Freund aus Zeiten des DIG-Jugendforums – nur unter größten Mühen erschienen und beklagte mit innerer Erregung die internationale Kritik, die sein Land nach dem Militäreinsatz einstecken musste. Sie stehe in keinem Verhältnis zu der Empörung über andere weltpolitische Ereignisse. Gad erwähnte auch die problematische Rolle der Türkei – einerseits noch immer Israels strategischer Verbündeter, andererseits Heimat der türkischen Soldaten an Bord des Schiffes, sowie erst in Istanbul zugestiegener Islamisten, wie heute bekannt.  Ari Rath, inzwischen 86  und (k)ein bißchen weise, gelang es mit seinem sprichwörtlichen Wiener Charme, die Emotionen zu glätten, seinerseits aber auch Kritik an der “dilettantischen Ausführung” der Militäraktion anzubringen, ohne dabei aber deren sachliche Berechtigung in Frage zu stellen.

Eitan Katz zeigt uns den Verlauf des Sicherheitszauns/der Mauer.

Eitan Katz zeigt uns den Verlauf des Sicherheitszauns/der Mauer.

Die Führung mit Ir Amim (Stadt der Nationen, Stadt der Völker) entlang des Sicherheitszauns/der Mauer mit Eitan Katz – auch er ein “Jecke” (deutschsprachiger Einwanderer) -  hat uns noch lange beschäftigt.  Eitan verschwieg die schwierige Lage für die Palästinenser durch den Verlauf der Mauer nicht, machte aber deutlich, dass der Trennungszaun nach grausamen Terroranschlägen in Israel Sicherheitserwägungen geschuldet sei und die Anschläge heute gegen Null tendierten. Dennoch seien die Folgen für die Palästinenser so gering wie möglich zu halten.  Ir Amim habe vor dem Obersten Gerichtshof in Jerusalem die Rechte betroffener Bauern aus Bethlehem eingeklagt, so dass sie ihre Olivenbäume ernten  und weiter ihren Lebensunterhalt verdienen könnten. Neben Ost-Talpiot zeigte uns Eitan auch fünf von insgesamt 88 arabischen Häusern, die ohne Baugenehmigung entlang einer archäologischen Landstrecke um Silvan errichtet worden waren und nun ohne Kanalisation und Elektrizität auskommen müssten. Zur Zeit werde darüber beraten, ob die Häuser stehen bleiben dürften oder abgerissen werden müßten.  Eitan verabschiedete sich mit einem Gedicht des israelischen Dichters Jehuda Amichai und man konnte förmlich spüren, wie innerlich zerrissen er sich manchmal fühlen muss.

Antje Naujoks führte uns auch in den Bäckerladen von Neve Hanna mit köstlichem Gebäck.

Antje Naujoks führte uns auch in den Bäckerladen von Neve Hanna mit köstlichem Gebäck.

Nachzutragen bleibt die herzliche Begegnung mit Antje Naujoks in Neve Hanna bei Kiryat Gat, wo wir mit einem wunderbaren kalt-warmen Mittagsbüfett empfangen wurden und viel darüber lernen konnten, was mit exzellenter pädagogischer Arbeit und liebevoller Zuwendung für Kinder aus schwierigen sozialen Verhältnissen erreicht werden kann. Ziel aller Helfer ist es, aus den dort lebenden oder betreuten Kindern trotz ihrer schlechten Startschwierigkeiten selbständige und selbstbewusste Erwachsene zu machen, die am Ende gelernt haben, dass es Sinn macht, auf andere Rücksicht zu nehmen. Toll der  “Streichel-Zoo”  mit einem gemütsruhigen Emu namens Fritz  und die Bäckerei mit köstlichem Gebäck, auch für Diabetiker, wo die Jugendlichen unter professioneller Anleitung ausgebildet werden und mitarbeiten. Gegründet wurde Neve Hanna vor vielen Jahren von Hanni Ullmann, die in den 30er Jahren im Jüdischen Kinderheim Ahava in Berlin tätig war und 2002 – für alle unvergeßlich  – in Neve Hanna verstarb. Neben allem anderen hatte sie eines  Tages die nahe gelegene Beduinenstadt Rahat aufgesucht und Kontakte zu Beduinenfamilien geknüpft. Daraus entstanden Projekte, die bis heute anhalten und als beste Beispiele jüdisch-arabischer Verständigung gelten können.

Nach der Baumpflanzaktion sprach Frau Ulbricht für uns alle einen Segensspruch.

Nach der Baumpflanzaktion sprach Waltraud Ulbricht für uns alle einen Segensspruch.

Ein Erlebnis ganz besonderer Art war die Baumpflanzaktion mit dem Jüdischen Nationalfonds KKL in Zomet Golani, wo jeder Teilnehmer einen Setzling (Pinie oder Johannesbrotbaum)  für den DIG-Wald im Norden Israels  pflanzte und von einem Gruppenmitglied anschließend ein Segensspruch verlesen wurde.

Neben den unvergesslichen persönlichen Begegnungen waren auch diesmal wieder eine touristische Ziele Teil des Programms, so die Altstadt von Jaffa,  die Ausgrabungen von Caesarea, die alte Kreuzfahrerstadt Akko, die Felsen von Rosh Hanikra an der Grenze zum Libanon, die heiligen Stätten am See Genezareth sowie die imposanten Ruinen von BeitShean.  In Jerusalem beeindruckten Grabeskirche und Klagemauer ebenso wie die neue Hurva-Synagoge im Jüdischen Viertel, faszinierte der Blick vom Österreichischen Hospiz auf die Altstadt nicht weniger als der Blick vom Ölberg auf den Tempelberg, der Juden, Christen und Muslimen gleichermaßen heilig ist. Am Toten Meer bewunderten wir nicht nur die  Ausgrabungen in Qumran und auf Massada, die um zwei beeindruckende Museen erweitert wurden, sondern machten auch Halt in Mizpe Shalem. Dort legten wir nicht nur eine Badepause zur Entspannung ein, sondern verfielen beim Anblick von jeder Menge Ahava-Kosmetik (Ahava heißt “Liebe”) aus den Mineralien des Toten Meeres auch in einen Kaufrausch. Israel wird ihn uns danken. Die Pflegeprodukte werden dort nicht nur verkauft, sondern auch produziert. Wer noch Mitbringsel brauchte, kam hier voll auf seine Kosten.

Bericht und Fotos von Meggie Jahn

Blick vom Ölberg auf den Tempelplatz.

Blick vom Ölberg auf den Tempelplatz.

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Israelreise der DIG Berlin und Potsdam vom 20. bis 26. Mai 2010 unter Leitung  von Jochen Feilcke

Der Bericht entstand durch die Zusammenarbeit verschiedener Reiseteilnehmer.  Fotos: Ulrike Sommer.

Tag 2, Freitag 21. Mai, Tel Aviv

Nach unserem Nachtflug, von Berlin-Tegel kommend, wurden wir von Yalon, unserem Reisebegleiter, am Freitagmorgen auf dem Flughafen Ben Gurion bei Tel Aviv in Empfang genommen. Wir erreichten schließlich gegen 5:30h Ortszeit das zentral gelegene Hotel Cinema in Tel Aviv. Im Anschluss an eine kurze Ruhepause und ein gemeinsames Frühstück führte Yalon unsere 20-köpfige Reisegruppe bei milden Temperaturen durch das morgendliche Tel Aviv zur Deutschen Botschaft.

Jochen Feilcke mit dem Gesandten an der Deutschen BotschaftHier wurden wir vom stellvertretenden deutschen Botschafter Peter Prügel um 10:30h in einem Konferenzraum mit weitläufigem Ausblick auf die moderne israelische Metropole empfangen. Peter Prügel hielt einen anregenden Vortrag über Geschichte und Gegenwart der deutsch-israelischen Beziehungen sowie die Kernaufgaben seiner diplomatischen Tätigkeit. Ein deutscher Diplomat in Israel zu sein, erfordere eine besondere Sensibilität in Bezug auf die Geschichte. Deutschland stehe in einem einzigartigen Verhältnis zu Israel aufgrund seiner geschichtlichen Verantwortung für die von Deutschland ausgehenden Verbrechen des Holocaust. Bundeskanzlerin Angela Merkel unterstreiche aus diesem Grund die „besonderen Beziehungen zwischen Deutschland und Israel“ und betone, dass Deutschland grundsätzlich an der Seite des Staates Israel stehe. Gerade weil die Holocaustüberlebenden als unmittelbare Zeitzeugen von Jahr zu Jahr weniger würden, sei es auch Aufgabe der Deutschen Botschaft, die Erinnerungskultur zu stärken. Die „Gnade der späten Geburt“, so Peter Prügel, erleichtere uns nicht die Verantwortung für die Zukunft. Die 90 Beschäftigten der Deutschen Botschaft in Tel Aviv setzen sich in allen Bereichen für die zunehmend ‚normalen‘ deutsch-israelischen Beziehungen ein. Denn „besonders und normal schließen sich nicht aus“, so der stellvertretende Botschafter, wenn es um die Förderung der deutsch-israelischen Beziehungen gehe. Das gelte insbesondere für den Jugendaustausch sowie für die Zusammenarbeit in Umweltschutz, Wissenschaft und Forschung. „Fantastische Entwicklungen“ gäbe es ebenso in den deutsch-israelischen Wirtschaftsbeziehungen. Im anschließenden Gespräch wurden Fragen insbesondere zu Themen der innen- und außenpolitischen Lage Israels gestellt. Einzelne Gesprächsteilnehmer wünschten sich Basisinformationen zu Israels Siedlungspolitik, die bislang den einen mehr, den anderen weniger bekannt waren. Abschließend bedankte sich Jochen Feilcke, Vorsitzender der DIG Berlin und Potsdam, im Namen aller beim stellvertretenden deutschen Botschafter Peter Prügel für die vielschichtigen Hintergrundinformationen zum Start unserer 5-tägigen Israelreise. Herrn Feilckes Dankesworten folgend, wurde der kompakte und impulsgebende Vortrag dem alle Zuhörer – ungeachtet des wenigen Schlafs aufmerksam gefolgt waren – mit besonderem Applaus honoriert.

Im Anschluss an das Botschaftstreffen im Hochhaus an der Daniel-Frisch Straße folgte eine zweistündige Besichtigungstour durch Tel Aviv, der zweitgrößten Stadt Israels.

Unser Israel-Guide Yalon, den wir – nach erster nächtlicher Begegnung – nun näher kennenlernen konnten, führte uns entlang der verkehrsreichen Rehov (das hebräische Wort für Straße) Kaplan zur Sarona Templer Kolonie, die Ende des 19. Jahrhunderts von deutschen Siedlern erbaut wurde. Die unter Denkmalschutz gestellte, im altdeutschen Stil erbaute Siedlung, liegt auf einem ruhigen parkähnlichen Gelände mit Blick auf das ultramoderne Hochhausensemble Azrieli Center, dessen silberne Außenfassaden im Sonnenlicht reflektieren. Die damalige Templergesellschaft war eine aus Süddeutschland stammende pietistische Glaubensgemeinschaft, die sich Mitte des 19. Jahrhunderts von der Lutherischen Landeskirche Württembergs abgespalten hatte, um im „Gelobten Land“ zu siedeln.  Neben Kolonien in Jaffa, Haifa und Jerusalem gründete man im heutigen Tel Aviv die Kolonie Sarona, legte das sumpfige Land trocken und lebte von der Landwirtschaft. Nach 1933 erklärten die Templer Nazi-Deutschland ihre treue Gefolgschaft. In Folge dessen wurde 1941 ein Großteil der Templerbewegung zur Internierung nach Australien gebracht. Dort und in Deutschland leben noch heute die Mitglieder der Templergesellschaft.

Tel Aviv-Jaffo: In der alten Templersiedlung SaronaNach diesem historischen Exkurs in die sehr frühe Vergangenheit der Stadt Tel Aviv ging es weiter entlang der Rehov Kaplan über die Dizengoff Straße bis zum Rothschild Boulevard.  Hier, im Stadtzentrum von Tel Aviv, befindet sich die sogenannte „Weiße Stadt“. Die im Duktus des funktionalen „Bauhausstils“ bzw. des „International Stile“ errichteten Gebäude mit hellen, schlichten Fassaden entstanden vornehmlich in den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts. Die meist aus Deutschland stammenden Architekten der „Weißen Stadt“ waren von den Ideen der Bauhausschule inspiriert und mussten aufgrund der Machtergreifung der Nazis aus Deutschland ins damalige Palästina emigrieren. Lange hatte man sich nur wenig für das moderne architektonische Erbe Tel Avivs interessiert. Seit Juli 2003 gehören nun die mehr als 4000 erst teilweise restaurierten Häuser der „Weißen Stadt“ zum  UNESCO Weltkulturerbe.

Zum Abschluss unsrer Tel Aviv-Tour liefen wir die Nahalat Binyamin, entlang. Diese Straße ist eine angesagte Shopping-Meile, mit Cafés und kleineren No-Label-Geschäften. Mit einem Mal spürten wir, dass es Freitagnachmittag geworden war.

In Tel Aviv hat man es nun nicht mehr so eilig. Mit Beginn des Sabbats verbreitet sich eine gelöste Ruhe auf den Straßen und am Strand.

Jochen Feilcke mit Ilan Mor, früherer Gesander an der Israelischen Botschaft in Berlin.Nachdem wir, von  unzähligen Informationen und Impressionen durchdrungen, ins Cinema Hotel zurückgekehrt waren, trafen wir – nach kurzer Erholungspause im Bett oder auf der schönen Dachterrasse – um 18:00h Ilan Mor. Durch Ilan Mor, außenpolitischer Berater im israelischen Verteidigungsministerium und ehemaliger Gesandter des Staates Israels in Berlin, erhielten wir ein Briefing zu Fragen israelischer Sicherheits- und Militärpolitik. Ilan Mor, den einige Mitreisende bereits gut aus seiner Berliner Zeit kannten, beleuchtete die Notwendigkeit einer strengen Sicherheitspolitik für das Bestehen des israelischen Staates. Wohl wissend, dass militärische Einsätze in der übrigen Welt auf heftige Reaktionen stoßen, seien sie für den Rechtsstaat Israel überlebenswichtig, um sich gegenüber der permanenten Bedrohung eines asymmetrischen Krieges seitens internationaler Terrororganisationen zu schützen. Sowohl die palästinensische (aus der Muslimbruderschaft hervorgegangene) Hamas im Gaza als auch die Hisbollah in Syrien und Libanon kämpften als paramilitärische Terrororganisation gegen Israel, weil sie Israel grundsätzlich das staatliche Existenzrecht absprächen. Ungeachtet dieser schwierigen Realität käme aus Westeuropa, so Ilan Mor, stets die Forderung, Israel solle „durch Dialoge Frieden schaffen“, nicht durch ‚militantes‘ Vorgehen der israelischen Armee. Ilan Mor versuchte uns im Folgenden zu vermitteln, dass die Voraussetzung für einen Dialog ein Partner sei. Es sei allerdings wichtig zu fragen, ob es sich um einen wirklichen Partner handele. Ein Gegenüber, das, laut Ilan Mor, „meine Existenz als Ilan Mor nicht anerkennen will – das ist kein Partner“. Das von Hamas (in der Hamas-Charta) als auch von Hisbollah offiziell erklärte und täglich aufs Neue behauptete Ziel sei die „Vernichtung Israels“. Des Weiteren wies Ilan Mor auf die Israel-feindlichen Entwicklungen seitens der Türkei hin. Ministerpräsident Erdogan sei zum „Israelhasser“ geworden. Nachdem sich Europa gegen den EU-Beitritt der Türkei ausgesprochen hätte, habe sich der türkische Ministerpräsident Erdogan mit dem Iran angefreundet, der hinter jedem Versuch stehe, Israel zu vernichten. Die Weltöffentlichkeit nehme diese vielschichtige Realität nicht zur Kenntnis, stattdessen werde Israel mehr und mehr in der Welt isoliert. „Die Sehnsucht nach Frieden”, so bemerkte Ilan Mor gegen Ende unseres Gespräches nachdenklich, „kann blind machen“.


Tag 3, Sonnabend 22. Mai

Tel Aviv- Massada – SPA am Toten Meer- Sderot am Gazastreifen -Tel Aviv

Früh am Morgen ging es los mit dem Bus aus dem quirligen Tel Aviv, vorbei an Jerusalem (700 m ü. Meer) Richtung Totes Meer (400 m unter des Meeresspiegel). Welch ein Gegensatz. Erst das fruchtbare, hügelige Land, ab der Hauptstadt steinige, gelb-beige Wüste. Gelegentlich einige Beduinenzelte, einige Schafherden – ansonsten kahles Land. Doch dann holte uns die Zivilisation wieder ein: Rast an einer Tankstelle mit arabischem Basar. Auffallend die vielen jungen Soldatinnen und Soldaten, offensichtlich auf Ausflugskurs und als besonderer Eye- catcher  eine junge Russin in knappstem gelben Häkelkleid auf einem Mietkamel. Ansonsten der übliche Touristentinneff.

Der zweite Stopp im AHAVA- Shop, einer Kosmetikfirma, die sich auf die wohltuende Wirkung der Tote-Meer-Produkte spezialisiert hat, entpuppte sich als totales Einkaufsparadies. Starkes Gedränge von Frauen allen Alters, die sich offensichtlich Wunderwirkungen versprachen. Die durchaus erwünschten Erklärungen der medizinischen Wirkung beschränkten sich auf die mantrahafte Wiederholung eines 40prozentigen Rabatts auf Alles. Unsere Gruppe übte sich –mehrheitlich – in Konsumverzicht. Weiter ging es an Qumran (Fundort der Schriftrollen) – leider war keine Zeit für eine Besichtigung, denn als nächste Etappe wartete die Felsfestung Massada auf uns.

Blick runter von der Festung MassadaDer Fels-Trumm, fast 500 Meter über dem Toten Meer, vom letzten König Judäas, Herodes (73-4 v.Chr.), der vom ‚Verfolgungswahn‘ besessen war, zu einer großartigen Palastfestung ausgebaut, ist heute ein wichtiges Symbol jüdischen Freiheitswillens: Durchhalten bis zum Letzten ist die Parole. Denn nach der Zerstörung Jerusalems durch die Römer (70 n. Chr.) flüchteten rund 1.000 Aufständische mit ihren Familien an diesen Ort und die Römer beschlossen ein Exempel zu statuieren. Nach einer mehrmonatigen Belagerung gelang es ihnen mit erstaunlichem militärtechnischem Aufwand die Festung zu erobern. Doch alle Bewohner hatten in der Nacht zuvor kollektiv Selbstmord begangen, um nicht in Gefangenschaft zu geraten.

Nach der schweißtreibenden Besichtigung des Plateaus bei ca. 40 Grad – Gott sei Dank gab es eine Seilbahn für den Auf- und Abstieg – hatten wir uns einen zweistündigen Aufenthalt in einem SPA- Hotel unten am Meer verdient. Welche eine Wohltat war das Schwimmen – besser wohl Schweben – im stark salzhaltigen (27 statt 3,5 Prozent  wie in der Nordsee) Wasser. Ein ungewöhnliches Erlebnis, was kaum zu vergessen ist.

Doch weiter ging es – allmählich verwandelte sich die Landschaft wieder in fruchtbares Land, in das die Israelis dank ihrer weltweit führenden, raffinierten Bewässerungstechnik die karge Wüste verwandelt hatten. In Sderot, nahe am Gazastreifen, schilderte uns Familie Biton wie es sich trotz Raketenbeschuss‘ leben lässt. Ca 3.700 Kassam-Raketen hatten in den letzten 7 Jahren fast 40 Todesopfer in der Gemeinde gefordert, noch am Vortag war eine Rakete eingeschlagen. 40 Prozent der Einwohner, besonders betroffen die Kinder, leiden unter posttraumatischen Symptomen. Auch die eigene Enkelin wurde kürzlich verletzt und ist in psychologischer Behandlung, der Sohn wurde während eines Militäreinsatzes schwer verwundet. Hier, wie in allen Gebieten, werden mit Staatshilfe alle Häuser und Apartments mit 3×3 Meter großen Schutzbunkern nachgerüstet. Kaum zu glauben, dass die Menschen trotzdem versuchen, weiter ein normales Leben zu führen. Und an Wegzug in das – zur Zeit noch weniger gefährdete – Innere des Landes denkt niemand.

Wir hatten es besser und konnten im Abendlicht nach Tel Aviv zurückfahren, wo die Reiseteilnehmer, wenn sie denn wollten, die Champions-League Niederlage der Bayern gegen Inter Mailand erleiden konnten.


Tag 4,  Tel Aviv  Karmiel – Ma´alot – Golan Höhen

Wir fahren vom Hotel Cinema in Tel Aviv in nördlicher Richtung über Caesarea nach Karmiel.

Während der Fahrt erklärt uns unser Reiseleiter, dass Israel über 5 Kohlekraftwerke verfügt. Er nennt die Orte und verweist beispielsweise auf Hadera, an dem wir gerade vorbeifahren.

Die Hafenstadt Caesarea am Mittelmeer wurde von König Herodes vor unserer Zeitrechnung erbaut. Sie hatte vor mehr als 2000 Jahren die stattliche Zahl von rd. 50 000 Einwohnern.  Caesarea verfügt über viele Bauten aus der Römerzeit, darunter ein Amphitheater, das noch gut erhalten ist. Ebenso waren die Kreuzritter in Caesarea. Reste einer Burg sind noch zu erkennen.

An Haifa fahren wir vorbei (mit rd. 260 000 Einwohnern eine der größten Städte des Landes) und erreichen Karmiel, eine noch junge Stadt, die heute ca. 65.000 Einwohner zählt.

Im  Gewerbegebiet hat die Firma Pixer Technology Ltd. ihren Sitz.  Am Eingang empfängt uns der junge Herr Christian Richter aus Deutschland. Er ist, wie er uns berichtet, für 3 Jahre nach Israel entsandt worden. Die Firma Pixer ist 2004 gegründet worden. Im Jahre 2008 hat sich die Firma Carl Zeiss SMT eingekauft. Pixer entwickelt Produkte für Industrieanwender, hat 25 Mitarbeiter und hat sich u.a. wegen der Nähe zur Universität in Haifa zu einem Kompetenzcenter für Lasertechnologie ausgebaut.

Herr Richter zeigt uns einen Film über die Produkte von Pixer. Die Entwicklung und Produktion ruht auf 4 Säulen. Das sind die

  • Chip-Produktion,
  • Laser-Optik,
  • Semiconductor-Systeme,
  • Nanotechnologie.

In Karmiel findet die Entwicklung statt. Der Bau der Geräte erfolgt in anderen israelischen Betrieben. Zwei der Wissenschaftler stammen aus St. Petersburg.

Besuch bei der High Tech-Firma PixelHerr Richter bittet den Leiter des Unternehmens, Mr. Guy Benzvi, hinzu. Dieser erläutert uns weitere Einzelheiten über Pixer Technology. Wir erfahren u.a., dass er einer der Firmengründer ist und dass der Anteil der High Tech-Unternehmen – gemessen an der Gesamtzahl der israelischen Unternehmen – hoch ist. Mr. Benzvi erläutert, dass High-Tech-Unternehmen den größten Anteil an der Industrie in Israel ausmachen.Anschließend werden wir in zwei Gruppen durch die Entwicklungsräume geführt.

Am Schluss werden wir mit Getränken und einem Imbiss überrascht. Wir bedanken uns für die überaus informative und freundliche Veranstaltung und müssen zum nächsten Programmpunkt aufbrechen.

Besuch in Ma'alotWir fahren weiter nach Ma’alot und besuchen ein soziales Jugendprojekt für Kinder und Teenager, die Probleme in der Familie oder der Schule haben. Das Projekt hat vor 5 Jahren begonnen und nimmt Jungen im Alter von ca. 8 bis 14 Jahren auf. Es arbeiten dort Lehrer, Sozialarbeiter und andere Betreuer. Es handelt sich um eine religiöse Schule. Darum sind Jungen und Mädchen getrennt. Die Mädchen werden in einer anderen Einrichtung betreut. Wir sehen Kinder aus verschiedenen Ländern. Viele sind traumatisiert u.a. vom letzten Libanon-Krieg. Etwa 15 Jungen werden von einem Tutor betreut. Dieser ist für die Kinder oft der Ersatz für Vater und Mutter.

Einige Straßen weiter besuchen wir ein Projekt, in dem Jungen und Mädchen gemeinsam betreut werden. Wir sehen in einer Spiel- und Erlebnisgruppe jüdischen und muslimischen Jungen und Mädchen beim Spielen zu.

Wir setzen unseren Weg fort und fahren über Ober-Galiläa Richtung des Sees Genezareth. Dabei passieren wir drusische Dörfer und sehen viele internationale Flaggen auf den Dächern. Nach Auskunft unseres Reiseleiters geben die Einwohner damit zum Ausdruck, wen sie für den Favoriten der Fußball-WM halten. Wir sehen viele deutsche Fahnen…

Unser Reiseleiter führt weiter aus, dass während einer Fußball-WM in den drusischen Dörfern keine Hochzeit stattfindet weil sich dann keiner der Gäste einfindet. Alle sitzen zu Hause vor dem Fernsehgerät.

Wir erreichen den Lavi-Wald, der unweit der Stadt Tiberias westlich des Sees Genezareth gelegen ist und pflanzen Pinien-Bäume und Johannisbrot-Bäume. Das ist ein denkwürdiger Moment. Nach getaner Arbeit halten wir inne und Jochen Feilcke spricht ein Gebet zur Pflanzaktion.

Wir setzen unsere Fahrt fort in Richtung syrische Grenze zu den Golan-Höhen, vorbei am nördlichen See Genezareth am Ort der Seligpreisungen (Kirche der Seligpreisungen), am Ort der Brotvermehrung sowie an Kapernaum. Von Kapernaum sind nur noch Ruinen zu sehen.

Der Golan hat rd. 30.000 Einwohner. Davon sind rd. 15.000 syrische Drusen und weitere ca. 15.000 Israelis.

Wir durchqueren die Golan-Höhen und passieren dabei die Stadt Katzrin. Sie ist mit ca. 12.000 Einwohnern die größte jüdische Stadt auf dem Golan. Anschließend geht‘s zurück in Richtung See Genezareth. Diesmal sind wir am östlichen Ufer und fahren am Ufer entlang in Richtung Süden bis wir am südlichen Ufer des Sees in Ma’agan um 19.15 Uhr eintreffen.

Nun sind wir müde und hungrig und sehr gespannt auf das Leben und die Umgebung im Kibbuz.

Der offizielle Teil des Tages geht damit zu Ende.

Tag 5, Jerusalem

Bereits um 7:45 haben wir für die Fahrt nach Jerusalem die eindrucksvolle Hotelanlage des Kibbuz  Ma‘agan verlassen, um das geplante Tagesprogramm umsetzen zu können.

Während der Fahrt (Strecke über Bet Shean und Jericho) gab es weitere Erläuterungen von Yalon zu geografischen, historischen und aktuellen Entwicklungen:

So hätten die Kibbuzim die historische Aufgabe (insbesondere Aufnahme und Integration zahlreicher Neueinwanderer, z.B. aus der damaligen Sowjetunion) zwischenzeitlich erfüllt (in Spitzenzeiten bis 200 Kibbuzim) und seien heute nahezu vollständig privatisiert worden.

Während wir inzwischen an der Grenzanlage zu Jordanien vorbeifuhren (die aktuell aus 2 Zaunanlagen mit geharktem Streifen zur Feststellung von Grenzübertritten besteht), gab es Informationen zu der Gründung von Jordanien nach dem Ende der dortigen britischen Mandatszeit (1918-1946).

Yalon beschrieb die Fähigkeit der Beduinen, die als „Fährtenleser“ der israelischen Armee in der Lage seien, Fährten nach Grenzübertritten aufzunehmen und ohne sichtbare Spuren weiter zu verfolgen.

Weitere Informationen erhielten wir zu den verschiedenen Einwanderungswellen nach Israel.

Yalon erläuterte auch die historische Bedeutung der Gewerkschaften, zu denen die israelische Krankenkasse gehörte, welche zwischenzeitlich voneinander getrennt wurden.

Bei der weiteren Fahrt durch das Jordantal passierten wir einen Checkpoint zur Westbank und fuhren  – südlich an Jericho vorbei – in die Hauptstadt Jerusalem.

Yalon erläuterte die Bedeutung des Jerusalemsteins, der seit den 70er Jahren Vorschrift für den Bau/die Fassaden aller Häuser in Jerusalem sei und die Einzigartigkeit der Stadt bei unterschiedlichen Lichtverhältnissen ausmache. Er erklärte uns auch die Bedeutung der in die Westmauer (Klagemauer) zu steckenden Zettel mit persönlichen Wünschen, welche anschließend beerdigt würden.  Bei der Mauer handelt es sich um die letzte verbliebene Mauer des Herodianischen Tempels.

Wir machten dann am Skopusberg in der Nähe der Hebräischen Universität Jerusalem  einen Panoramahalt mit Blick auf Jerusalem.

Hier erläuterte Yalon u.a. folgende zentrale Gebäude des Panoramas:

  • Tempelberg mit Felsendom (Goldene Kuppel),
  • Al Aqsa-Moschee (Silberkuppel),
  • Neue Brücke in Westjerusalem,
  • King David Hotel,
  • Erlöserkirche,
  • Zionsberg,
  • Russisch Orthodoxe Kirche (Goldene Turmspitzen).

Bei der Weiterfahrt sahen wir eine Testfahrt der neu gebauten Straßenbahn in Jerusalem (ca. 120 m geschätzte, “beeindruckende“ Teststrecke).

Yalon erklärte weiter, dass für Bau historischer Tunnel in Jerusalem dieser von 2 Seiten gleichzeitig gestartet und über die Einleitung von Farbwasser das Aufeinandertreffen bautechnisch gelöst worden sei.

Die Weiterfahrt führte an der Altstadtmauer entlang – vorbei am Damaskustor, am Rockefellermuseum, dem Löwentor und mit Blick auf den Gethsemane-Garten.

Zu Fuß sind wir dann zur Westmauer gegangen und konnten den beeindruckenden Feierlichkeiten mehrerer Bar Mitzvah-Feierlichkeiten („Konfirmation“) lauschen bzw. diese betrachten.

Anschließend sind wir durch das jüdische Viertel - entlang an verschiedenen Ausgrabungsstätten aus der Zeit des ersten Tempels – in das arabische Viertel der Altstadt durch die Basare gestreift.

Dann sind wir die Stationen der Via Dolorosa abgelaufen, welche an den jeweiligen Gebäuden mit einem runden Metallschild ausgewiesen sind. Die Grabeskirche bildete hierbei den Abschluss, welche wir besichtigten und welche sich in der Hand 6 unterschiedlicher christlicher Konfessionen befindet – wobei die Schlüsselhoheit seit mehreren Jahrhunderten einer moslemischen Familie gehört.

Mit dem Bus haben wir dann Ulrich Sahm „eingesammelt“, der uns während der Fahrt nach Bethlehem auf die zahlreichen „virtuellen“ Grenzübergänge zwischen Israel, Jordanien und den Waffenstillstandslinien hingewiesen hat. Hierbei erläuterte er die Teilungslinien, das Niemandslandgebiet vor dem Sechstagekrieg und den UN Teilungsplan.

Die israelische Sperranlage, in diesem Teil eine Mauer. Bei der Fahrt zum Sicherheitszaun berichtete Ulrich Sahm, dass der arabische Teil der Bevölkerung Jerusalems die Stadtratswahlen boykottiere und dadurch keine entsprechenden Vertreter der arabischen Bereiche Jerusalems im Stadtparlament habe, was sich u.a. an der Qualität der Infrastruktur (Straßenzustand) bemerkbar mache.

Bei einem Busstopp an einer Stelle, an der Jerusalem von palästinensischer Seite beschossen worden sei, erläuterte uns Ulrich Sahm den Aufbau und die Strukturen der Sicherheitsanlagen:

Zäune mit Maschendraht und Berührungsdetektoren sowie geharkten Staubwegen als Grundsicherung. (Verhinderung des Eindringens zur Durchführung von Terroranschlägen).

Bei der potenziellen Gefährdung durch Beschuss von palästinensischer Seite entsprechende Mauern zum Schutz von Auto-/Businsassen auf  Bypass-Strassen auf dem Weg zu jüdischen Siedlungen.

Bei Beschuss-Risiko von palästinensischen Gebieten auf israelisches Gebiet Mauerabschnitte, bei denen es Diskussionen zur tatsächlichen Höhe mit der offiziellen israelischen Seite gab (welche die Höhe zu minimieren versuche, die nach Ulrich Sahm ca. 10 m betrage und sich an der Gefährdungshöhe eines Busbeschusses orientieren würde). Er machte bei der lokalen Besichtigung der Anlage deutlich, dass Bethlehem nicht von einer Mauer umgeben sei, sondern sich die Abschnitte (Betonmauer/Zaun/Autofahrtschutz) sich an den jeweiligen Sicherheitserfordernissen orientieren würden, was gut erkennbar war.

Bei der Diskussion über die Notwendigkeit/Wirksamkeit dieser Anlagen wies Ulrich Sahm darauf hin, das es seit Errichtung dieser Sicherheitsanlagen zwar keine Anschläge mehr gegeben habe – dennoch tatsächlich jeden Tag seit Errichtung entsprechende Versuche an den Grenzen verhindert worden seien..

Bei der Weiterfahrt nach Bethlehem wies Ulrich Sahm darauf hin, dass die unterschiedlichen Nummernschilder (Gelb – Israelis/Weiß – Palästinenser) den „Apartheid-Vorwurf“ (Nur Israelis dürfen die Bypass-Strassen nutzen) sichtbar widerlegen würden.

Bei der Durchfahrt durch eine jüdische Siedlung erläuterte er, dass diese zum einen eher „Schlafstädte“ seien, die von Israelis genutzt würden, welche sich nur hier aufgrund der niedrigen Preise ein entsprechendes Haus leisten könnten, und dass diese auf „Kronland“ errichtet würden, welches sich nicht im Privatbesitz von Palästinensern befinden würde, da diese gegen eine entsprechende Enteignung erfolgreich mit einer Klage vor israelischen Gerichten vorgehen könnten.

Ulrich Sahm erläuterte dann die Unterscheidung der sogenannten A/B/C-Zonen:

Das Westjordanland ist aufgeteilt, nach dem Vertrag von Oslo aus den 90er Jahren in A-B-C-Zonen. Zone A sind die rein palästinensischen Gebiete, in der Regel Städte und das angrenzende Umland: Ramallah, Nablus, Jenin, Jericho, Bethlehem und Hebron. Zone B sind eigentlich gemischte Zonen, in denen Israelis und Palästinenser gemeinsam die Verantwortung haben. Die Zonen C sind die israelischen Siedlungen. Israelis sei es (nach Vorfällen gezielter Selektion und Hinrichtung jüdischer Israelis) derzeit untersagt, die Zone A zu betreten/zu befahren.

Nach Zustieg des christlich-arabischen Reiseführers erläuterte uns dieser die Herstellung des Jerusalemsteins als zentrales Handwerk in Bethlehem, was sich gut aus dem Bus erkennen ließ. Anschließend zeigte er uns die Flüchtlings-„Lager“ von Bethlehem, die sich von den übrigen Häusern sehr gut durch die fehlenden Jerusalemsteine abhoben.

Ulrich Sahm erläuterte dann den besonderen Flüchtlingsstatus der Palästinenser aufgrund deren Sonderstellung, indem diese von einer Sonderorganisation der UNO, der UNRWA betreut und einem besonderen Flüchtlingsstatus unterliegen würden.

Bei der anschließenden Besichtigung der Geburtskirche in Bethlehem wies uns der Reiseführer auf die Schwierigkeit der notwendigen Einigung auf eine Renovierung der Kirche hin, welche sich durch die verschiedenen christlichen Konfessionen als nicht einfach herausstellen würde.

Die Besichtigung der Geburtsstelle Jesu haben wir aufgrund der absehbaren Wartezeit leider abbrechen müssen und konnten nach einer Besichtigung der nebenan liegenden Katharinenkirche den Besuch Bethlehems auf Wunsch mit einem Einkauf von regionalem Schmuck und Olivenholzschnitzereien abrunden.

Abschließend gingen wir zu Fuß durch die Grenzanlage, die so konstruiert wurde, dass ein persönlicher Kontakt (Abtasten etc.) nicht mehr notwendig ist – entsprechend kühl, technisch und unpersönlich -  aber eben extrem sicher – wirkte der gesamte Sicherheitskomplex.

Nach der Fahrt zum Hotel in Jerusalem haben wir den Abend dann mit einem gemeinsamen Essen in einem Fischrestaurant abgeschlossen.


Tag 6, Dienstag 25. Mai 2010

Wieder lag eine ziemlich kurze Nacht hinter und ein voll gepackter Tag vor uns.

Gemütlich ließen wir es angehen, indem uns unser bewährter Busfahrer Zion durch den morgendlichen Berufsverkehr der Neustadt von Jerusalem geleitete und Yalon seine umfangreichen Erklärungen zu Stadt, Land und Leuten gab. Der Unterschied zur traditionellen Altstadt ist gewaltig, denn kein Gebäude ist hier älter als 100 bis 120 Jahre. Dafür sind fast alle Häuser mit Jerusalemer Stein verkleidet, was eine Auflage beim Bau von neuen Häusern ist. Vorbei an der Knesset, am Hilton-Hotel – dem Zentrum der Journalisten aus aller Welt, wenn es wieder etwas Aktuelles aus Israel zu berichten gibt- hin zur neuen Brückenkonstruktion, die Yalon uns als „Stinkefinger“ vorstellte. Ein futuristisches Werk ungewöhnlicher Architektur, doch wahrscheinlich ohne große Funktion, da der Bahnverkehr auf Grund von Statikproblemen nicht hinüber gehen kann – beim nächsten Besuch werden wir sehen, wie weit das neue Straßenbahnnetz von Jerusalem gediehen ist.

Jochen Feilcke beim Gedenken in der '"Remembrance Hall" im Yad Vashem Der Besuch in Yad Vashem gehörte auch für unsere Gruppe selbstverständlich zum Programm. Einfühlsam führte uns die Mitarbeiterin Sarah durch das Museum. An Hand von Einzelschicksalen versuchte sie das unfassbare Leid der jüdischen Bevölkerung während der Zeit des Nationalsozialismus nahe zu bringen und gab damit den Opfern Name und Gesicht. Nach dem schweren Gang durch 12 Jahre nationalsozialistischer Schreckensherrschaft traten wir auf den Balkon und sahen in die Zukunft – Jerusalem. Im Gedenken an die Opfer legten die DIG Berlin- Potsdam und die Talat Alaiyan – Stiftung Kränze in der Gedenkhalle nieder.

Nach dem emotional aufwühlenden Besuch in der Kindergedenkstätte nahm uns Yalon an die sprichwörtliche Hand und „entführte“ uns auf den Herzl-Berg. Hier, an der Grabstätte von Theodor Herzl, der mit der überdimensionalen Gestaltung der Anlage sicher nicht einverstanden wäre, da er sich ein schlichtes Grab gewünscht hatte, erzählte uns Yalon über Tod und Trauer im Judentum.

Nach Kaffee und Eis am Kiosk fuhren wir zur Knesset, dem israelischem Parlamentssitz. Kurze, knackige Kontrolle und schon waren wir drin, im Zentrum der israelischen Macht, wie uns der Einführungsfilm verdeutlichte. Auf den Besucherrängen im Plenarsaal, der in Form der Menorah, (eigentlich Channukkia) angelegt ist, wurde die Zusammensetzung des Parlaments und die Verteilung auf Koalition und Opposition erläutert. Die Inaugenscheinnahme der hervorragenden Gobelins mit Chagalls Darstellung der jüdischen Geschichte schloss den Parlamentsbesuch ab.

Viel Zeit blieb auch nicht, denn um 14.30 Uhr stand der nächste Termin an – Hadassah-Krankenhaus, ein  1912 von der Wohltätigkeitsorganisation gegründetes Haus, was sich heute noch zum größten Teil aus Spenden finanziert. Auf dem Weg nach Ein Kerem genossen wir das wunderbare Panoramabild auf der Hochstraße von Jerusalem. Im Hadassah erwartete uns schon Dr. Eichel, ein aus Deutschland stammender Neurologe, der nach Israel auswanderte und seine Berufung in diesem Krankenhaus fand. Auf die Frage, was das Besondere an Hadassah sei kam die eigentlich einfache Antwort.  Jeder, unabhängig von seiner Herkunft, seinem Pass und einer Krankenversicherung wird behandelt. Ärzte verschiedener Nationalitäten arbeiten eng und kooperativ zusammen, die Ergebnisse der Forschung sind weltweit führend. Die universelle Sprache der Medizin als Brücke zwischen den Nationen – das ist Hadassah. Die zahlreichen Ärzte in unserer Gruppe hatten naturgemäß viele Fragen zu den Abteilungen, Behandlungsmöglichkeiten, Verwaltungsaufwand und Einbeziehung von Patienten und Angehörigen. Interessant auch die Ausführungen des Arztes zum Umgang mit säkularen und ultraorthodoxen Patienten, welches er plastisch am Beispiel der Feststellung des Todes verdeutlichte. Leider rief die Arbeit Dr. Eichel, so dass das Gespräch mit ihm schnell beendet werden musste. Anna Agmon übernahm die weitere Betreuung und zeigte eine weitere Besonderheit auf. Die Angehörigen, d.h. die ganze Familie dürfen ständig beim Patienten sein; bei 1000 Betten ein unwahrscheinliches Gewusel und Israeli neben Palästinenser und Araber – Konflikte bleiben im Hadassah draußen. Ein Mini-Rundgang beendete unseren Besuch, denn im Hotel wartete schon unser nächster Gesprächspartner. Grisha Alroi Arloser, Geschäftsführer der Deutsch-Israelischen Industrie- und Handelskammer war aus Tel Aviv zu uns gekommen, um uns einige Fakten zur wirtschaftlichen Entwicklung Israels zu geben. Neben den interessanten Zahlen von Export und Import wurde vor allem die Frage des Umgangs mit der weltweiten Krise thematisiert. Israel ist dank eines stark kontrollierten Bankensektors und einer hervorragend aufgestellten Hightech-Industrie bisher relativ glimpflich davon gekommen. Probleme für die israelische Wirtschaft sieht er in der zukünftigen Bereitstellung von Fachpersonal, da das israelische Schulwesen nach seiner Auffassung auf Grund der schlechten Stellung der Lehrkräfte nicht gut aufgestellt ist. Eine weitere riesige Herausforderung für Wirtschaft und Gesellschaft ist der sich abzeichnende demografische Wandel. Die Zunahme des Anteils der orthodoxen und arabischen Bevölkerung führt dazu, dass die Lasten der Wirtschaft und Sozialversicherungen auf immer weniger Schultern verteilt werden und somit das kleine Land vor gewaltige Finanzierungsprobleme gestellt wird. Leider musste auch diese Runde schnell und mit vielen offenen Fragen beendet werden, da unser nächster Termin anstand.

Treffen mit dem Journalisten Ulrich W. Sahm Zu 18.00 Uhr hatte uns Ulrich Sahm in sein Haus eingeladen, um gemeinsam zu Abend zu essen und mit den weiteren Gästen, dem ehemaligen Botschafter in Österreich Dan Aschbel und dem Journalisten Johannes Gerloff ins Gespräch zu kommen. Doch bevor wir endlich unsere ausgehungerten Mägen füllen konnten, erklärte Ulrich Sahm von seinem Balkon in einem Rundblick auf Siedlungen, Palästinensergebiet und Jerusalem den Nahost-Konflikt in fünf Minuten. Das Menue im Hause Sahm war nicht einfach ein Abendessen, sondern wie an Hand der Speisekarte und seinen Ausführungen deutlich wurde, hatte es eine didaktische Funktion. Die Annäherung an Israel aus biblischer, historischer und aktuell politischer Sicht. Also kosteten wir das Jemenitische Sabbatfrühstück, aßen Hilbe und Zicklein in der Milch seiner Mutter mit Rosmarienkartoffeln, gebacken wie die Schwiegermutter, verwöhnten uns mit Salat mit Sandra Maischbergers Lieblingssoße. Der kühlende Pfefferminztee und Segal-Wein waren sicher bewusst ausgewählt, denn die Diskussionen in den verschiedenen Bereichen der Sahmschen Wohnung zur Zukunft Israels und eines palästinensischen Staates verliefen hitzig und kontrovers.

Der Einzige, der sich nicht im Entferntesten an der Debatte beteiligte war Mephisto: nachdem ihn fast alle durchgekrault hatten, rollte sich der Hund auf dem Sofa zusammen und machte ein Nickerchen.

Beruhigung gab es zum Abschluss mit süßem Mousse au Chocolat, so dass wir uns gestärkt bei Ulrich Sahm für die wunderbare Gastfreundschaft und die vielen Hintergrundinformationen bedanken konnten und zu unserem letzten act aufbrachen.

Light-Show im David-Turm in der Altstadt von Jerusalem. Ein faszinierendes Klang- und Bilderlebnis, in dem uns die Geschichte Jerusalems als lebensnahe Animation erzählt wurde. Die Botschaft schwang in uns nach – Bringt den Frieden von Jerusalem in die Welt.

Was blieb? Eine superkurze Nacht, in der wir uns um 01.00 Uhr zu Kaffee und Kuchen trafen, bevor der Aufbruch zum Flughafen begann. War die Zeit wirklich schon vorbei? Aber das ist Tag 7 und den begleitet jeder für sich.

Die Reisegruppe in Israel

SHALOM (שלום) UND LEHITRAOT (להתראות)!

Alles Gute zum Jubiläum in 40 Jahren!
Ein Bericht von Bernhard Krane über die Reise von DIG Berlin und GCJZ vom 11. bis 18.11.2004 nach Israel
Die Gruppe am Gedenkort für Yitzhak Rabin in Tel Aviv, rechts: Bernhard Krane

Die Gruppe am Gedenkort für Yitzhak Rabin in Tel Aviv, rechts: Bernhard Krane

In Israel stellen deutsche Besuchergruppen heute eine Ausnahmeerscheinung dar und erregen erhebliches Aufsehen. Vom 11. bis 18. November 2004 haben sich 26 Teilnehmerinnen und Teilnehmer einer Studienfahrt nach Israel mit gegenwärtigen und zukünftigen Aspekten deutsch-israelischer Beziehungen auseinander gesetzt.

In Krisenzeiten kann es für Freundschaftsgesellschaften keine Dauerlösung sein, einstmals intensive und lebendige Beziehungen mit Israel auf einen platonischen Charakter zu reduzieren. Wer die aktuelle Situation Israels begreifen und Anteil am Leben, Denken und Fühlen der Menschen in diesem Land nehmen möchte, kann dies am besten durch Direktkontakte vor Ort. Trotz weiterhin angespannter sicherheitspolitischer Lage haben deshalb die Berliner Arbeitsgemeinschaften der Deutsch-Israelischen Gesellschaft und der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit im November 2004 eine gemeinsame einwöchige Fahrt nach Israel organisiert.

Das Angebot zu einer Solidaritätsreise stieß auf großes Interesse. Nicht alle, die wollten, konnten mitgenommen werden. Das Programm war überfüllt mit Gesprächsangeboten und Exkursionen, die Begegnungen mit Menschen verschiedener Generationen und Vertretern unterschiedlichster politischer und religiöser Überzeugungen verliefen herzlich. Die Fülle und Widersprüchlichkeit der Eindrücke war manchmal verwirrend, in jedem Fall aber bereichernd und Lust auf mehr machend. Am letzten Tag des Aufenthalts ergab die Auswertungsrunde, dass sorgfältig geplante Israelreisen möglich und verantwortbar sind und nicht durch Fernstudien zu ersetzen sind.

Thematisch drehte sich die Reise um das deutsch-israelische Verhältnis im Vorfeld des 40-jährigen Jubiläums der diplomatischen Beziehungen im kommenden Jahr. In vielen Gesprächen wurde deutlich, dass die Beziehungen trotz und wegen der Schoa besonders intensiv und außergewöhnlich stabil sind. Selbst skandalöse judenfeindliche Ereignisse oder Wahlerfolge rechtsextremer Parteien in Deutschland stoßen im Vergleich zu früheren Jahren auf verhältnismäßig wenig Widerhall in der Politik und den Medien Israels. Die Bundesrepublik Deutschland gilt Israel nach den USA als verlässlichster Partner.

Dennoch sind gute deutsch-israelische Beziehungen kein Selbstläufer. Im Außenministerium warf Yuval Fuchs – vielen noch bekannt aus seiner Zeit an der Israelischen Botschaft in Berlin – einen weiten Blick in die Zukunft. Angesichts der NS-Verbrechen gleiche die Tatsache, dass unsere Beziehungen heute gut und gefestigt seien, einem Wunder. Die Vergangenheit werde in Zukunft sicher eine kleinere und andere Rolle spielen, aber weiterhin die deutsch-israelischen Beziehungen prägen. Zur Zeit beschäftigt sich eine gemeinsame Arbeitsgruppe von Auswärtigem Amt und israelischem Aussenministerium mit der ehrgeizigen Aufgabe, sich über Ziele und Schwerpunkte der deutsch-israelischen Beziehungen für den Zeitraum der nächsten 40 Jahre zu verständigen. Die Ergebnisse sollen 2005 in einem gemeinsamen Papier veröffentlicht werden.

Auch in schwierigen Zeiten können Chancen aufgetan und neue Wege eröffnet werden. In diesem Zusammenhang hatte ein Besuch des im Oktober dieses Jahres in Jerusalem neu eröffneten Gästehauses der Internationalen Jugendbegegnungsstätte Beit Ben Yehuda eine besonders motivierende Wirkung. Das Haus von Aktion Sühnezeichen Friedensdienste wurde trotz widriger Realitäten (Finanzknappheit, angespannte Sicherheitslage, Rückgang der Touristenzahlen) gebaut. Das schmucke Seminarhaus signalisiert Unverdrossenheit und Zuversicht auf bessere Zeiten. Gästezimmer und Seminarräume wollen genutzt werden und schreien nach Besuchergruppen.

Begegnungs- und Austauschprogramme mit Israel sollen nicht etwa unterbrochen, sondern vielmehr vertieft und über das deutsch-israelischen Verhältnis hinaus in einem europäischen Kontext weiter entwickelt werden. Gruppen, die nach Israel reisen möchten, stehen viele Helferinnen und Helfer zur Seite, zum Beispiel in der israelischen und deutschen Botschaft in Berlin und Tel Aviv, bei den politischen Stiftungen in Israel oder im Staatlichen Israelischen Verkehrsbüro in Deutschland. Wenn im Jubiläumsjahr 2005 und in den nächsten 40 Jahren deutsch-israelischer Beziehungen frische Kräfte mobilisiert und neue Herausforderungen gemeistert werden sollen, müssen aber vor allem langjährige persönliche Beziehungen und Arbeitskontakte in den verschiedenen DIG-Arbeitsgemeinschaften und in der Israelisch-Deutschen Gesellschaft (IDG) gepflegt, erschlossen und nutzbar gemacht werden.

Bernhard Krane ist Stellv. Vorsitzender der DIG Berlin und hat die Gruppe als verantwortlicher Reiseleiter begleitet.

Hier finden Sie mehr Bilder von der Reise und einen ausführlichen Reisebericht von Nikoline Hansen, erschienen in “Die Mahnung” vom 1.1. und 1.2.2005.

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Israel-Reise von DIG-Berlin und GCJZ-Berlin anlässlich des bevorstehenden Jubiläums
„40 Jahre diplomatische Beziehungen zwischen Deutschland und Israel“ vom 11.-18.11.04
(Programmkonzeption und -organisation von Meggie Jahn)


Donnerstag, 11.11.2004

10.50 Uhr
Abflug Berlin-Schönefeld mit LY 352

15.50 Uhr Ankunft Ben-Gurion-Flughafen bei Tel Aviv

Abholung durch den israelischen Begleiter: Israel Yaoz

bis 18.00 Uhr
Ankunft im Hotel Metropolitan, Trumpeldor St. 11-15 (Strandnähe), Tel Aviv 63803, Tel. 03-5192727 (www.hotelmetropolitan.co.il)

19.00 Uhr
Abendessen im Hotel, anschl. Spaziergang zum Hotel Sheraton-Moriah

20.30 Uhr: Begrüßung durch Micky Hirschfeld (Ministerium für Tourismus)
anschl.: Gesprächrunde mit Botschafter a.D. Asher Ben Natan, Präsident der Israelisch-Deutschen Gesellschaft (IDG) und weiteren Mitgliedern der IDG zum Thema: „Rückblick auf 40 Jahre deutsch-israelische Beziehungen – Eine Bestandsaufnahme“ (bei Kaffee und Kuchen)

Ort: Hotel Sheraton-Moriah, Hayarkon Str. 115, Tel Aviv,

Übernachtung im Hotel Metropolitan

Freitag, 12.11.2004

08.30 Uhr Frühstück im Hotel

10.00 Uhr Gespräch mit Hermann Bünz, Leiter der Friedrich-Ebert-Stiftung in Tel Aviv

  • · Bewertung der politischen Lage in Israel und in den palästinensischen Gebieten
  • · Rückblick auf die Arbeit der Stiftung seit ihrer Präsenz in Israel, aktuelle Projekte
  • · Möglichkeiten einer Intensivierung der Zusammenarbeit.

Ort: Deutsche Botschaft, 3 Daniel Frish Street, 19. Stock, Tel Aviv

12.00 Uhr Briefing durch S.E., Herrn Botschafter Rudolf Dressler:
Einschätzung der aktuellen Lage in Israel und den palästinensischen Gebieten,

  • · Rückblick auf 40 Jahre diplomatische Beziehungen zwischen Israel und Deutschland
  • · Bewertung der aktuellen Situation

Ort: Deutsche Botschaft, 3 Daniel Frish Street, 19. Stock, Tel Aviv

nachmittags und abends:
Freizeit in Tel Aviv: Stadtbummel, Treffen mit Freunden, Spaziergang am Strand Besuch einer Synagoge (z.B. Schiwat Zion Synagoge, Ben Yehuda Str.), …

19.30 Uhr Abendessen im Hotel

Übernachtung im Hotel Metropolitan, Tel Aviv, s.o.


Samstag, 13.11.2004

08.00 Uhr Frühstück im Hotel

08.30 Uhr Ausflug in den Norden nach Galiläa über die Küstenstrasse nach Haifa

10.00 – 11.00 Uhr Besuch im Leo Baeck-Erziehungszentrum in Haifa, Rundgang und Gespräch mit Rosi Ben Yakov (Pädagogin im LBE)

Ort: Campus des Leo-Baeck-Erziehungszentrums, French Rd. 90, Haifa

anschließend: Fortsetzung des Ausfluges, Stadtrundfahrt Haifa, Besuch der alten Kreuzfahrerstadt Akko mit Stadtführung, Kreuzfahrerfestung, Rückfahrt über See Genezareth, Berg der Seligpreisungen, Kapernaum, Tabgha, Tiberias, Nazareth, Afula

20.30 Uhr Abendessen im Hotel
Übernachtung Im Hotel Metropolitan, Tel Aviv


Sonntag, 14.11.2004

08.00 Uhr
Frühstück im Hotel

09.00 Uhr Besuch des Gedenksteins in Erinnerung an die Ermordung Yitzhak Rabin

Ort: Kikar Rabin, City Hall Tel Aviv, Ibn-Gvirol Straße

10.00 Uhr
Treffen mit Moshe Meron, Knesset-Abgeordneter a.D und Stadtrat a.D., Präsident der bilateralen Freundschaftsgesellschaften und Empfang in der Stadtverwaltung Ramat Gan, Vorstellung der Stadt Ramat Gan, Moshe Meron über seine Wurzeln in Deutschland und die Arbeit der bilateralen Freundschaftsgesellschaften, Deutschland, andere Länder im Vergleich, Stadtrundfahrt mit der Leiterin der Auslandsabteilung

Ort: Stadtverwaltung, Bialik Str. 32, Ramat Gan

anschl.: Fahrt auf der Schnellstrasse von Ramat Gan nach Jerusalem

nachm.: Ankunft im Novotel Jerusalem, anschl. freie Zeit in Jerusalem

18 .00 Uhr: Besuch der neuen Jugendbegegnungsstätte Beit Ben-Jehuda – Haus Pax, Gespräch mit Mitarbeitern und Freiwilligen der ‚Aktion Sühnezeichen Friedensdienste’ und mit Esther Golan

20.30 Uhr Abendessen im Hotel

Übernachtung im Novotel, St. George St. 9, 97200 Jerusalem, Tel. 02-5320000 (www.inisrael.com/novotel)


Montag, 15.11.2004
08.30 Uhr Frühstück im Hotel

09.30 Uhr
Besuch der Altstadt von Jerusalem mit Führung

anschl. freie Zeit in Jerusalem

13.30 – 16.30 Uhr Treffpunkt: Jaffa-Tor, Besichtigungsrundfahrt mit Jana Marcus-Natanova vom Jüdischen Nationalfonds (KKL): Präsentation einiger KKL-Projekte am Rande von Jerusalem (u.a. Aminadav-Park, Heinrich Grüber-Park)

Baumpflanzungsaktion im Yitzchak-Rabin-Park

17.00 Uhr:
Treffen mit Nathan Kellermann von AMCHA, Hilfsorganisation für Holocaust-Überlebende, die sich um die psycho-soziale Betreung der Opfer und ihre Familien kümmert. Ihr wird der Erlös des Rabin-Gedenkkonzert 2004 mit den “Eve’s Women” zugute kommen.

Ort: AMCHA-Büro Jerusalem, Hillel St. 23, Jerusalem

19.00 Uhr Abendessen im Hotel

20.00 Uhr: Gespräch mit David Witzthum (1. Israelisches Fernsehen) und Gisela Dachs (Die Zeit) zum Thema: „Journalistische Arbeit im Spiegel von 40 Jahren diplomatischer Beziehungen zwischen Israel und der Bundesrepublik Deutschland“

  • ·Müssen deutsche Journalisten mehr Umsicht und Sensibilität bei der Berichterstattung über Israel und die palästinensischen Gebiete zeigen als Journalisten anderer Länder?
  • ·Welche Berichterstattung über Israel ist aus deutscher bzw. israelischer Sicht „fair“?
  • ·Was können deutsche und israelische Medienvertreter dazu beitragen, das Bild des jeweiligen Partnerlandes zu verbessern?
  • ·Arbeitsbedingungen für Journalisten in Israel und palästinensischen Gebieten?

Ort: Novotel
Übernachtung im Novotel Jerusalem, s.o.


Dienstag, 16.11.2004

08.00 Uhr Frühstück im Hotel

09.30 Uhr:
Besuch des Außenministeriums,

Gespräch mit dem Direktor der Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit Ilan Ben Dov
10.30 Uhr: Gespräch mit dem Leiter der Abteilung für Deutschland, Yuval Fuchs
11.30 Uhr: Besuch der Knesset, Gespräch mit der Vorsitzenden der Israelisch-deutschen Parlamentariergruppe Naomi Blumenthal

13.00 Uhr: Gespräch und Mittagessen mit Dr. Johannes Gerster, Leiter der Konrad-Adenauer-Stiftung in Jerusalem,

  • ·Bewertung der politischen Lage in Israel/in den palästinensischen Gebieten
  • ·Rückblick auf die Arbeit der Stiftung seit ihrer Niederlassung in Israel
  • ·Aktuelle Projekte der Stiftung. Möglichkeiten einer Zusammenarbeit

Ort: Restaurant Montefiore, Konrad-Adenauer-Zentrum, Mischkenot Shaananim; Jerusalem

14.30 Uhr: Besuch der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem, Führung und Besichtigung des Tals der Gemeinden, Begleitung durch Benjamin Morgan (Freiwilliger der Aktion Sühnezeichen Friedensdienste), Besuch des Archivs

19:00 Uhr: Abendessen im Hotel

Übernachtung im Novotel, Jerusalem, s.o.

Mittwoch, 17.11.2004

08.00 Uhr Frühstück im Hotel

09.30 Uhr – 11.00 Uhr Besuch der jüdisch-arabischen „Hand in Hand-Schule“ in Jerusalem, nominiert für den DIG-Friedenspreis 2005, Informationsaustausch mit der Leitung, Lehrerkollegium, Schülern

Ort: Eliezer GaGadol Str. 3, Jerusalem
13.00 – 14.00 Uhr Gespräch mit Dr. Marc Luria, Vertreter der Organisation HaGader“ (Der Zaun) über das Projekt einer Sicherheitssperranlage gegenüber den palästinensischen Gebieten

14.00 Uhr Rundfahrt mit Daniel Seidemann, Anwalt der Organisation „Ir Amim“ (Stadt der Völker) entlang der Sperranlagen

17.00-18.00 Uhr

Besuch in der Zentrale der Hilfsorganisation für Terror- und Katastrophenopfer ZAKA

Ort: ZAKA, Rescue and Recovery, Gemul Street 3, Jerusalem

19.00 Uhr Abendessen im Hotel

20.00 Uhr Auswertungs- und Abschlussrunde über die Reise mit Myriam (Marianne) Karmon, IDG-Vorsitzende in Jerusalem

18.11.2004 Rückflug nach Berlin/Schönefeld


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Besuch bei Freunden in schwieriger Zeit
DIG auf Solidaritätsreise in Israel
Ein Bericht von Meggie Jahn, Juli 2002

Treffen mit Journalisten in Jerusalem

Treffen mit Journalisten im Restaurant "Mamma Mia" in Jerusalem


Vom 13. bis 18. Juni 2002 reiste eine 9-köpfige Delegation im Auftrag des Präsidiums nach Israel, an deren Spitze Jochen Feilcke, Vizepräsident und Vorsitzender der DIG Berlin, und Waltraut Rubien, Vizepräsidentin und Vorsitzende der DIG Hamburg.

Zweck des Besuches war nicht nur, in schwieriger Zeit Solidarität mit den Menschen in Israel zu demonstrieren, sondern auch ein Meinungsaustausch. Vor dem Hintergrund der bisweilen einseitigen Medienberichterstattung suchten wir insbesondere das Gespräch mit deutschen Journalisten. Nicht zuletzt wollten wir uns ein Bild vom Alltag in Israel machen und nach Wegen suchen, wie der Tourismus neu belebt werden könne.

Deutsche und Israelische Botschaft sowie das Staatliche Israelische Verkehrsbüro boten uns ein erstklassiges Programm, viele Anregungen kamen dabei von uns. Dazu gehörten u.a. ein Briefing beim Deutschen Botschafter Rudolf Dressler, ein Treffen mit Colette Avital, Vorsitzende der Israelisch-Deutschen Freundschaftsgruppe in der Knesset, Gespräche mit hochrangigen Vertretern des Außen- und Tourismusministeriums, mit israelischen Journalisten sowie mit Repräsentanten der Friedrich-Ebert- und Konrad-Adenauer-Stiftung. Im Programm war auch eine Zusammenkunft mit der IDG, u.a. vertreten durch ihren langjährigen Präsidenten, Botschafter a.D., Asher Ben-Nathan, seinen Vizepräsidenten, Botschafter a.D. Avi Primor, und deren Geschäftsführerin Lea Brakin, sowie mit Marianne Karmon, Vorsitzende der IDG Jerusalem. Wir diskutierten u.a. mit deutschen Journalisten wie Gisela Dachs (”Die Zeit”), Jörg Bremer (FAZ), Ulrich W. Sahm (freier Journalist) und Carsten Kühntopp (Inforadio Berlin und ARD-Hörfunkstudio Tel Aviv. Die Treffen mit Vertretern von Neve Shalom und Givat Haviva gaben Einblick in die unverminderten Bemühungen um einen Dialog zwischen Juden und Arabern. Ein Gespräch mit Noah Flug – Vorsitzender des Dachverbands der Holocaust-Überlebenden – und Alice Schwarz-Gardos – Herausgeberin der deutschsprachigen Zeitung “Israel-Nachrichten” rundete den Besuch ab. In der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem legte die Gruppe im Namen der DIG einen Kranz nieder.

Einschätzungen in Israel

  • Nach dem Scheitern von Camp David scheinen immer mehr Israelis der Meinung, dass Israel den “Frieden” wolle, während die Palästinenser den “Sieg” und damit die Vernichtung Israels anstrebten. Die Selbstmordattentate gelten als “strategische Waffe” in diesem “Krieg”. Der Palästinenserpräsident, so der deutsche Botschafter, habe sich erst kürzlich als Verhandlungspartner disqualifiziert, indem er öffentlich erklärt hatte, er wolle Jerusalem “mit einer Million Märtyrern zurück erobern”. Rudolf Dressler warf zudem die Frage auf, welches Interesse Arafat eigentlich daran haben solle, Staatschef des ärmsten und schwächsten Landes der Region zu werden. Im israelischen Außenministerium wurde zwar zwischen dem palästinensischen Volk, dessen miserable wirtschaftliche Situation gesehen wird, und seiner politischen Führung unterschieden. Die Palästinenser gelten aber als Teil der arabischen Welt, die in ihrer Mehrheit Israel bis heute nicht akzeptiert habe. Deshalb sei vor allem ein Frieden mit Syrien und den arabischen Nachbarn nötig. Der saudi-arabische Friedensvorschlag wurde begrüßt, müsse aber von außen unerstützt werden.
  • In Israel und insbesondere unter Holocaust-Überlebenden reagiert man zu Recht empfindlich auf Vergleiche zwischen der israelischen Politik und dem Nazi-Terror in Deutschland. Ebenso falsch seien aber Vergleiche zwischen Hitler und Arafat, wie sie in Israel manchmal anklängen, so Noah Flug.

Begegnungen mit deutschen Korrespondenten

  • Der Krieg zwischen Israelis und Palästinensern findet nicht nur an der politischen und diplomatischen, sondern auch an der Medienfront statt. Gegenüber deutschen Korrespondenten drangen wir deshalb darauf, künftig vorsichtiger mit Informationen umzugehen und in der Berichterstattung bei Wortwahl (z.B. Palästinenser wurden “ermordet” o.ä.) und Recherche über die Opfer der Gewalt mehr Sensibilität und Genauigkeit zu beweisen.
  • Auch im palästinensischen Volk gibt es nachweislich den Wunsch nach Frieden und Sicherheit. Gisela Dachs berichtete z.B. von der Mutter eines Selbstmordattentäters, die während eines Interviews, in dem sie zunächst stolz über die “Heldentat” ihres Sohnes berichtet hatte, plötzlich zusammen gebrochen sei und sich unter Tränen gegen die verbrecherischen “Verführer” ihres Sohnes gewandt hatte. Dachs erzählte auch von drei Palästinenserinnen, die nach dem vermeintlichen “Massaker” in Dschenin die Version der Israelis bestätigten, dass sich Terroristen in den Häusern verschanzt und von dort ihre tödlichen Anschläge vorbereitet hätten. Unsere Delegation appellierte an die Medien, richtig zu stellen, dass in Dschenin beide Seiten eine etwa gleich hohe Anzahl von Opfern zu beklagen hatten (s. auch den jüngst vorgelegten UN-Bericht).

Was können wir tun?

  • Die DIG sollte künftig noch mehr dafür tun, ein differenziertes Israelbild in Deutschland zu zeichnen, als es die oft auf Terror und Gewalt reduzierten Medienberichte zu leisten vermögen. Israel ist mit all seinen Problemen und Unzulänglichkeiten die einzige Demokratie im Nahen Osten und sieht sich schwierigen Nachbarn gegenüber.
  • Mit Hilfe der Israelischen Botschaft und der deutschen politischen Stiftungen sollen künftig israelische und deutsche Journalisten, Politiker und Wissenschafter nach Deutschland eingeladen werden, um authentisch zu berichten. Wir baten unsere israelischen Freunde auch um Reaktionen zur Lage in Israel, damit wir effektiver und glaubwürdiger auf falsche Berichterstattung und durch Unkenntnis geprägte Kommentare antworten können.
  • Das Netzwerk zwischen DIG und deutschen Institutionen in Israel soll künftig verstärkt werden, damit wir einer interessierten deutschen Öffentlichkeit mehr Hintergrundinformationen liefern können.
  • Israelisches Tourismusministerium und Israelische Botschaft wollen in Absprache mit uns Modellprogramme vorlegen, um wieder mehr Besucher aus Deutschland nach Israel zu bringen.

Schlussbetrachtung

Alle unsere Gesprächspartner in Israel empfingen uns als “Freunde”. Überraschend war für uns, dass die Möllemann-Debatte nur zurückhaltend kommentiert wurde. Auch im Außenministerium konzedierte man, dass nicht alle deutschen Medien israelfeindlich seien und nicht jede Kritik an der israelischen Regierungspolitik Antisemitismus entspringe. Einige unserer Gesprächspartner bemerkten, dass gerade Freunde und damit Kenner der schwierigen Lage in Nahost aufgefordert seien, sich auch kritisch zu Teilen der israelischen Politik zu äußern. Die DIG sei letztlich nur glaubwürdig und erfolgreich, wenn sie von der Öffentlichkeit nicht als “verlängerter Arm der Israelischen Botschaft” wahrgenommen würde. Darüber sollten wir einmal nachdenken.

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Israelreise von DIG Berlin/Potsdam und Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit vom 29. Mai bis 05. Juni 2007.

Die DIG-Reisegruppe im Mai 2007 vor der Grabeskirche in Jerusalem

Die DIG-Reisegruppe im Juni 2007 vor der Grabeskirche in Jerusalem

Den Reisebericht finden Sie hier.

Am 26. April 2010 las Eckhard-Rainer Kendler aus seinem Reisetagebuch von der DIG-Israelreise 2008


Vom 15. bis 25. Mai 2008
reiste eine 33-köpfige Reisegruppe von Mitgliedern der DIG und Potsdam und der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit (GCJZ), darunter fünf Abgeordnete aus Brandenburg und einige Neuinteressierte, nach Israel. Die Reise bot wie immer eine Mischung aus spannenden Begegnungen und touristischen Highlights. Bei der Planung kamen der DIG auch diesmal ihre langjährigen persönlichen Kontakte und Freundschaften, aber auch ihre guten Drähte zu Forschungseinrichtungen, politischen und kulturellen deutschen Mittlern sowie Nichtregierungsorganisationen zugute. In bewährter Tradition war auch diesmal Yaron Abramov vor Ort unser Guide.

Die Gruppe am Grab von Staatsgründer David Ben Gurion in Sde Boker. Von dort kann man fast die ganze Wüste Negev überblicken.

Die Gruppe am Grab von Staatsgründer David Ben Gurion in Sde Boker/Mizpe Ramon. Von dort kann man fast die ganze Wüste Negev überblicken.

Die diesjährigen Höhepunkte waren das Treffen mit dem erfolgreichen Unternehmer und pragmatischen Friedensaktivisten Stef Wertheimer in Tefen, Gründer mehrerer Industrieparks und Empfänger der Buber-Rosenzweig-Medaille 2008, sowie mit dem arabischen Gründer und Direktor des “Arab Institute for Holocaust Reasearch and Education, Khaled Kasab Mahameed in Nazareth. Er versucht gegen alle Widerstände seine  arabischen und palästinensischen Nachbarn von der Bedeutung des Holocaust für Israel und die Juden zu überzeugen, da er dies für eine unabdingbare Voraussetzung einer Verständigung zwischen Israelis und Palästinensern hält. Nur dann seien auch die jüdischen Israelis bereit, Empathie für das Leid der Palästinenser zu entwickeln. Dabei orientiert er sich an der Lehre von Mahatma Gandhi, der Satyagraha (Kraft der Wahrheit).

Khaled K. Mahameed und Ministerialrat a.D. Eckhard Kendler

Khaled K. Mahameed und Ministerialrat a.D. Eckhard Kendler

Stef Wertheimer, deutscher Herkunft und in Israel zum Wirtschafts-Tykoon aufgestiegen, empfing uns in seinem 1983 gegründeten Industriepark Tefen in Obergaliläa. Wir sahen zunächst die neueste Version eines beeindruckenden Filmes über sein unternehmerisches Engagement. Wertheimer sieht in Arbeit und Wohlstand für alle den Schlüssel für den Frieden in Nahost: „Die Menschen brauchen Bildung und Arbeit, damit das Kämpfen aufhört“, so seine These.

Stef Wertheimer, deutscher Herkunft und israelischer Wirtschafts-Tykoon, empfing uns in seinem 1983 gegründeten Industriepark Tefen in Obergaliläa. Wir sahen zunächst die neueste Version eines beeindruckenden Filmes über sein unternehmerisches Engagement. Wertheimer sieht in Arbeit und Wohlstand für alle den Schlüssel für Frieden in Nahost: „Die Menschen brauchen Bildung und Arbeit, damit das Kämpfen aufhört“, so seine einfache These.

In Haifa traf die Gruppe den 87-jährigen Gad Ehrlich, auch er ein überzeugter Zionist deutscher Herkunft, der in der “Jüdischen Brigade” mit den Briten gegen die Deutschen gekämpft hatte. Mit Imad Younis besuchten wir in Nazareth, der größten arabischen Stadt im Norden Israels, einen erfolgreichen arabischen Unternehmer, in dessen Firma Juden, Muslime und Christen wie selbstverständlich kooperieren. An der Ben Gurion-Universität in Beersheva, immerhin die drittgrößte im Land, empfing uns mit Prof. Dr. Mark Gelber, Leiter des ersten “Zentrums für deutsche Studien”. Er vermittelte auch Gespräche mit dem Leiter des dortigen “Centers für Bedouin Studies and Development”, einer Dozentin für Deutschunterricht russischer Herkunft sowie mit Roman Englert, Mitarbeiter der Telekom, der im Forschungsbereich eng mit der BGU zusammen arbeitet. Mark Lewis und seine Kollegin Dina erwarteten uns im Wüstenforschungszentrum in Sde Boker (Teil der BGU) und informierten die Gruppe über die Nutzung von Solarenergie sowie über ihre Forschungen im Bereich Wassergewinnung, -einsparung und wiederaufbereitung. Ein Besuch im Haus von Ben-Gurion und seiner Frau Paula stand ebenfalls auf dem Programm.

v. l.: Gil Yaron, Meggie Jahn, Ari Rath und Gad Lior

v. l.: Gil Yaron, Meggie Jahn, Ari Rath und Gad Lior

In Kooperation mit dem Goethe-Institut Jerusalem und dessen Leiterin, Simone Lenz, fand unter dem Motto “Drei Generationen israelischer Journalisten kommentieren 60 Jahre Israel” eine Gesprächsrunde mit Ari Rath (langjähriger Chefredakteur und Herausgeber der “Jerusalem Post”), Gad Lior (Leiter des Jerusalemer Büros von Yedioth Acharonot) und Gil Yaron (Auslandskorrespondent verschiedener deutscher Zeitungen wie “Rheinische Post” und “Frankfurter Rundschau”) im Hotel Prima Royal statt. Auch wenn der Blick auf “60 Jahre Israel” generationsbedingt unterschiedlich ist, sahen doch alle Podiumsteilnehmer die Stärke Israels vor allem in der erstaunlichen Fähigkeit und Bereitschaft seiner Bürgerinnen und Bürger zur Selbstkritik trotz anhaltender äußerer Bedrohung. Zudem profitiere das Land von der stets bewiesenen “Kunst zur Improvisation”, die oft und in vielfältiger Weise ungewöhnliche Leistungen des bis heute nur von zwei Staaten in seiner Nachbarschaft anerkannten kleinen Landes in Nahost, so Gil Yaron.

Im israelischen Aussenministerium wurden wir vom Stellv. Leiter des Referats Medien und Öffentlichkeitsarbeit, Aviv Shir O­n, früherer Pressereferent an der Bonner Botschaft, und Aviva Raz-Schechter empfangen, die seit rund drei Jahren für die Bekämpfung des Antisemitismus verantwortlich ist. Hier arbeitet sie auch eng mit dem OSZE-Beauftragten gegen Antisemitismus, Prof. Gert Weisskirchen, MdB, und anderen Mitgliedern des Deutschen Bundestages, darunter Petra Pau, Bundestagsvizepräsidentin und Mitglied der Partei “Die Linke”, zusammen. Am Nachmittag besuchten wir das “Absorption Center” in Mevasseret Zion bei Jerusalem, wo äthiopische Juden auf das moderne Leben in Israel vorbereitet werden und die neuhebräische Sprache erlernen.

Beeindruckend war wie immer der Besuch der Gedenkstätte Yad Vashem mit dem auf Initiative des damaligen Ministerpräsidenten Johannes Rau initiierten “Tal der Gemeinden“, wo unsere Gruppe am Gedenkstein für Berlin ein Blumengebinde niederlegte und eine Gedenkminute einlegte. Im Rahmen eines “bunten Abends” im Hans-Sternbach-Vineyard - mitten in den judäischen Bergen gelegen -, traf die Gruppe geladene alte Bekannte wieder. Ein Höhepunkt war sicher die Begegnung mit Gabriel Bach, ehemaliger Oberster Richter am Obersten Gerichtshof in Jerusalem (OGH) und 1961 zweiter Ankläger im Eichmann-Prozess. 2007 hatte er unsere Reisegruppe am OGH empfangen.

Meggie Jahn mit Prof. Sari Nusseibeh auf dem Campus der Al-Quds-Universität

Meggie Jahn mit Prof. Sari Nusseibeh auf dem Campus der Al-Quds-Universität

Durch die Vermittlung des Goethe-Instituts Ramallah besuchten wir am Ende mit der Al-Quds-Universität die einzige arabische Universität im Großraum Jerusalem, wo wir dessen prominenten Präsidenten Sari Nusseibeh, trafen, einigen von uns bekannt als früherer “Statthalter Arafats” in Jerusalem, aber auch als Partner von Ami Ayalon, früherer Shin-Beit-Chef, Abgeordneter der Knesset (Labour) und Minister ohne Geschäftsbereich. Nusseibeh ist als eigenständiger und kritischer Denker sowie klarer Gegner von Gewalt bekannt. Sein Buch “Es war einmal ein Land- Ein Leben für Palästina” war erst vor wenigen Wochen in Deutschland erschienen und versteht sich als Reaktion und Ergänzung zu dem wunderbaren Buch von Amos Oz “Eine Geschichte von Liebe und Finsternis“. Darin wirft er einen außergewöhnlichen und weitgehend unbekannten Blick auf das Leben seiner Familie in Jerusalem.

Seine Universität plante gerade eine gemeinsame Konferenz mit der Hebrew University in Jerusalem über die Bekämpfung der Alzheimer Krankheit und ist damit die einzige Universität auf palästinensischer Seite, die überhaupt mit israelischen Universiäten kooperiert. Interessant sein Bericht, dass es mit Hilfe eines Urteils des Obersten Gerichtshofs durch gewaltlosen Widerstand an der Universität gelungen war, den Mauerverlauf quer durch den Universitätssportplatz zu verhindern.  Heute verläuft die israelische Sicherheitssperranlage wenige Meter vom Universitätsgelände entfernt. Die überraschende Einladung zum Besuch des von Kuweit gesponserten “Abu Jihad-Museum for the Prisoners Movement Affairs” durch den Stellvertr. Direktor der Universität, Dr. Hassan Dweik, nach der Verabschiedung von Nusseibeh führte dazu, dass die Gefühle der Teilnehmer arg strapaziert wurden, zumal die unterschiedlichen Narrative zwischen Israelis und Palästinensern hier erbarmungslos aufeinanderstoßen.  Verwunderlich bleibt, warum Prof. Nusseibeh uns nichts über den auf seine Initiative an der Universität gegründeten “Israel-Studien-Gang” berichtete, über den Clemens Wergin kurz nach unserer Rückkehr in der WELT berichtet hat.

Touristische Höhepunkte der Reise waren sicher die sich schnell wandelnden Landschaften von Mittelmeer, Olivenhainen, der Salzwüste des Toten Meeres und den steilen Felsen an der Küste und in der Wüste Negev, die zum Klettern einladen. Je weiter wir nach Süden fuhren, desto schneller wechselten die Farben von Gelb über Gold bis zu einem warmen Terrakotta mit faszinierenden Wüstenformationen.

Caesarea, Akko, die heiligen Stätten am See Genezareth sowie die in den letzten fünf Jahren vorgenommenen imposanten Ausgrabungen in BeitShean, von dem ich bisher nur das römisches Amphittheater kannte, sowie Mizpe Ramon mit dem Großen Krater Ha Machtesch Gadol sind Orte, die unvergesslich bleiben. Und in Jerusalem faszinierte natürlich auch diesmal wieder der fantastische Blick vom Ölberg auf den Tempelberg, der Juden, Christen und Muslimen gleichermaßen heilig ist.

Bericht von Meggie Jahn


Die Gruppe vor der Tafel des KKL für den DIG-Wald in Kyriat Schmone an der Grenze zum Libanon.

Die Gruppe vor der Tafel des KKL für den DIG-Wald in Kiryat Schmona an der Grenze zum Libanon.

Video Gad Lior mit Meggie Jahn in Jerusalem

Vom 14. bis 23. Juni 2011 reiste die DIG Berlin und Potsdam erneut nach Israel.

Route: Tel-Aviv-Jaffa -  Cäsarea – Ein Hod – Haifa – See Genezareth – Golan – Totes Meer – Wüste Negev – Jerusalem

Video Noah Klieger, Ausschnitt aus seinem Vortrag in Tel Aviv

Auch das diesjährige Programm bot Begegnungen mit Gesprächspartnern aus Wirtschaft, Gesellschaft und Politik sowie mit Überlebenden der Shoah, diesmal mit Noah Klieger und Naftali Fürst. Mit Ari Rath trafen wir den Mitbegründer des israelischen Journalismus und anlässlich des 60. Jahrestages den stellv. Ankläger des Eichmann-Prozesses, Gabriel Bach. Trotz ihres hohen Alters zeigten sich alle Herren topfit.

Fotografische Impressionen zur Reise …

Grischa Alroi-Arloser, seit kurzem Präsident der Israelisch-Deutschen Gesellschaft und zudem Geschäftsführer der Israelisch-Deutschen Wirtschaftsvereinigung und der israelischen Außenhandelskammer lieferte einen brillanten Einführungsvortrag in das aktuelle Israel. Die Journalisten Gad Lior und David Witztum warfen Schlaglichter auf die politische Lage bzw. die israelische Gesellschaft vor und nach dem Eichmann-Prozess. Highlights in Tel Aviv waren das Treffen mit dem inzwischen verabschiedeten deutschen Botschafter, Dr. Harald Kindermann, mit Eitan Haber im Rabin-Museum und Eran Shayshon im Reut-Institut – ein sog. thinktank, der bemüht ist, zwischen legitimer Kritik an Teilen der israelischen Politik und einer Delegitimierung des Staates und seiner Bürger zu unterscheiden und damit auch Kritiker (zurück) gewinnen will. Der mit Unterstützung der Tel Aviv Foundation zustande gekommene Besuch in der Bialik-Rogozin-Schule im Süden Tel Avivs, an der Flüchtlingskinder aus Afrika und der ganzen Welt unterrichtet werden und erstmals ein angstfreies Klima der Geborgenheit erfahren, bleibt für uns alle ein unvergessliches Erlebnis (s. den Oskar-prämierten Dokumentarkurzfilm “Strangers no more”). Nun gilt es, allen Familien ein unbegrenztes Bleiberecht in Israel zu sichern. Der inzwischen in Israel heimisch gewordene deutsche Journalist Norbert Jessen führte uns durch die restaurierte alte Templer-Siedlung Sarona und durch Neve Zedek, das inzwischen zum Szene-Viertel avancierte alte Tel Aviv.

In Yad Vashem interessierte uns, wie die Lehren aus der Shoah an künftige Generationen weiter gegeben und wie auch die arabische Community dafür sensibilisiert werden kann, was sich als problematisch erweist, da sich Palästinenser in der Regel als “Opfer der Opfer” empfinden. Im “Tal der Gemeinden” legte die Gruppe ein Blumengebinde nieder. In Jerusalem war nicht nur der Besuch in der Knesset ein weiterer Höhepunkt, sondern auch die Begegnung mit Ilan Ben-Dov, der uns als Leiter der Abteilung Westeuropa 1 im Außenministerium empfing und über die mögliche Anerkennung eines Palästinenserstaates durch die UN, die revolutionären Entwicklungen in der arabischen Welt und die Bedrohungsszenarien von Seiten des Iran mit uns diskutierte. 15 Jahre zuvor hatte er sich nach 4 Jahren Tätigkeit an der Israelischen Botschaft aus Bonn verabschiedet. Die Wiedersehensfreude war entsprechend groß.

Wie immer waren auch touristische Sehenswürdigkeiten mit im Programm, die unser Guide Yaron Abramov auch denjenigen, die schon mehrfach mit dabei waren, immer wieder schmackhaft zu machen weiß, darunter Cäsarea, den Golan, einige der heiligen Stätten, den Golan sowie Beitshean. Für diejenigen, die erstmals im Lande waren, bot das Bad im Toten Meer ein besonderes Erlebnis, für alle anderen sicher auch die Wüstentour im Negev und der Besuch in Sde Eliyahu, einem auf ökologische Landwirtschaft spezialisierten (religiösen und zugleich sozialistischen) Kibbutz, der mit der „Bio-Biene” (”Bio-Bee”) einen Exportschlager gelandet hat. Jonas Melchers, erst vor kurzem als Soldat vereidigt, erzählte uns, warum er Berlin für Israel verlassen hat. In Meitar im Negev trafen wir den Schriftsteller Chaim Noll. In Ostjerusalem lernten wir auf Vermittlung von Jan Samson Altman-Schevitz und der FNSF im American Colony Hotel ein israelisch-palästinensisches Wirtschaftsprojekt kennen, das uns von Naama Ringel (Israelin) und Bashar Azzeh (Palästinenser) präsentiert wurde –es macht Hoffnung, dass eine Verständigung zwischen beiden Völkern möglich und auf zivilgesellschaftlicher Ebene vielleicht schon weiter ist als auf der politischen.

Als bewährter Guide vor Ort stand uns erneut Yaron Abramov aus Jerusalem zur Verfügung.

Die nachfolgenden Stimmen zur Reise machen der Organisatorin Mut, schon jetzt an die Planung der nächsten Reise zu gehen. Sie wird voraussichtlich vom 29. Mai bis 10. Juni 2012 stattfinden. Anmeldungen werden gerne schon entgegen genommen.

Meggie Jahn

  • “… vielen Dank für die tolle Reise, die nur durch Deine engagierte Organisation so möglich war … (wir)  zehren immmer noch von den vielen Eindrücken und Erlebnissen, die wir auf dieser Rundreise erfahren durften … Auch die Gesprächspartner waren von hohem Niveau und sehr interessant. Wir haben über einige noch zu Hause bei Wikipedia nachgelesen. Also rundum eine super Reise und wir hoffen, dass wir mal wieder teilnehmen können.”
  • “… Gut vorbereitete Reise, sehr interessante Progranngestaltung/-durchführung, einfühlsame und souveräne Reiseleitung (Meggie Jahn) sowie sehr sachkundiger, engagierter „Reise-Dompteur“ vor Ort (Yaron Abramov). Es war ein sehr dichtes, hoch informatives, auch anstrengendes Programm. Die umfänglichen Informationen führen zu einer Fülle weiterer Fragen/Ergänzungs- und Vertiefungsbegehren; auch für die Belange der Palästinenser. Die Reise war und wird ein lang nachwirkendes Erlebnis bleiben.”
  • “Danke für die Reise. Ich glaube, Besseres kann einem nicht geboten werden. Was für mich den besonderen Wert der Reise ausmachte, war die Verbindung von “Hardware” und “Software”. Die steinernen Highlights bekommt man sicher bei vielen anderen Reisen auch gezeigt (obwohl es, so weit ich es beurteilen kann, eine sehr gute breite Auswahl war). Aber die Menschen dazu und ihre Meinungen, das war die unglaublich gute Mischung. Für meinen Geschmack war das Programm genau richtig. Nirgends langweilte ich mich, Du hattest es sehr gut gestaffelt. Wer so eine Reise geboten bekommt, sollte sich nicht über ein dichtes Programm ärgern. Er sollte sich dann bei einer Reise mit anderen Schwerpunkten anmelden ..”
  • “Vielen Dank noch einmal für die tolle Organisation. Mir hat die Reise (auch trotz frühem Aufstehen ;-) ) sehr viel Spaß gemacht!”
  • “Ich möchte mich bei dir noch einmal bedanken, dass ich diese Reise mit dir und der Gruppe machen konnte. Ich bin immer noch begeistert von den vielen Gesprächen, insbesondere die Zeitzeugen haben mich sehr betroffen gemacht.”
  • “… nochmals vielen Dank für die hervorragende Organisation der Reise.”

Es folgt das Progamm mit vielen weiterführenden Links zu Personen, Institutionen und Sehenswürdigkeiten:

Dienstag, 14.06:

Abflug mit El Al (LY 353) in Berlin-Schönefeld 10.55 Uhr, Ankunft Ben-Gurion-Airport/Tel Aviv 16.00 Uhr, Abholung mit Bus durch Yaron Abramov, anschl. Fahrt zum Hotel Tal

Abendessen im Hotel

20.00 Uhr: Begrüßung durch Grischa Alroi-Arloser, neuer Präsident der Israelisch-Deutschen Gesellschaft (IDG), Geschäftsführer der Deutsch-Israelischen Wirtschaftsvereinigung e.V.  (DIW) und der israelischen Außenhandelskammer (AHK). Lockere Gesprächsrunde über die Themen Wirtschaft, politische Situation und Alltag in Israel,  Ort: Hotel Tal

Grischa Alroi-Arloser

Grischa Alroi-Arloser

Übernachtung im Hotel Tal, 287 Hayarkon St., Tel-Aviv, Tel. 00972-3-5425500


Mittwoch, 15.06
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10.00 Uhr: Auf Vermittlung der Tel Aviv Jaffa Foundation, Kontakt: Nili Lamdan, Jaffo, Besuch der Bialik-Rogozin-Schule im Süden Tel Avivs, Führung mit der Schulleiterin Karen Tal (Der Film  „Strangers no more“ wurde 2011 als bester Dokumentarkurzfilm mit dem Oskar prämiert)

Trailer des Films "Strangers no more"

Trailer des Films "Strangers no more"


15.00 Uhr Der deutsche Journalist Norbert Jessen zeigt uns “sein Jaffo” (Jaffos deutsche Vergangenheit und Gegenwart, jüdisch-arabische Kooperationen, archäologische Kleinode am Wegesrand, alter restaurierter Bahnhof), Sivan Levy, Stipendiatin des IPS-Programms des Deutschen Bundestages 2010, stieß dazu und blieb bis zum Abend bei der Gruppe.

Norbert Jessen

Norbert Jessen

Sivan Levy

Sivan Levy

Abendessen im Hotel Tal

20.00 Uhr: Begegnung mit Noah Klieger, Auschwitz-Überlebender, Autor und bis heute als Journalist bei der größten israelischen Tageszeitung “Yediot Achronot” tätig, Moderation:  Stefan Krikowski, Ort: Hotel Tal

Noah Klieger

Noah Klieger

Übernachtung im Hotel Tal


Donnerstag, 16.06
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09.00 Uhr Treffen mit dem deutschen Botschafter in Israel, S.E. Herrn Dr. Harald Kindermann: Briefing zur aktuellen politischen Lage und zum Stand der deutsch-israelischen Beziehungen, Ort: Deutsche Botschaft, Tel Aviv

S.E. Dr. Harald Kindermann empfing uns in der Deutschen Botschaft.

S.E. Dr. Harald Kindermann empfing uns in der Deutschen Botschaft.

11.00 Uhr Besuch der Rabin-Gedenkstätte am Kikar Rabin, Ibn Gvirol, Zentrum Tel Aviv, Weiterfahrt zum Yitzhak Rabin-Museum in Ramat Aviv, Gespräch mit Eitan Haber, Journalist und langj. Persönl. Berater des israelischen Ministerpräsidenten.

Eitan Haber

Eitan Haber

Rabin in jungen Jahren

Rabin in jungen Jahren

Mittagspause

14.00 Uhr Treffen mit Eran Shayshon, Leiter des Nationalen Sicherheitsteams des Re’ut-Instituts (politischer Thinktank):  “Die Delegitimierungskampagne gegen Israel und wie wir das Image Israels verbessern können”, Ort: Re’ut-Institut, 126 Yigal-Alon-St., Tel Aviv

Die Gruppe im Reut-Institute

Die Gruppe im Reut-Institute, rechts: Eran Shayshon

Auf der Rückfahrt: Bauhaus-Architektur in Tel Aviv

Abendessen im Hotel Tal

Abends fakultativ Treffen mit Ari Rath , Journalist und damals Chefredakteur der Jerusalem Post. Thema: Was bedeutete der Eichmann-Prozess für Israel?

Ari Rath und Meggie Jahn

Ari Rath und Meggie Jahn

Übernachtung im Hotel Tal


Freitag, 17.06
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09.00 Uhr Fahrt in den Norden: über Cäsarea und das Künstlerdorf Ein Hod, das vom Brand im Norden Israels bedroht und teilweise betroffen war (Mittagspause dort) in die Küstenmetropole Haifa: Panorama-Blick über Bahai-Garten, Templerviertel und Hafen.
Treffen und Kaffeetrinken mit Naftali Fürst (Überlebender von Auschwitz und Buchenwald), Ort: Dan Panorama-Hotel

Eingang zu Ein Hod

Eingang zu Ein Hod

Naftali Fürst nach seinem Vortrag

Naftali Fürst nach seinem Vortrag

Weiterfahrt zum See Genezareth

Abendessen im Kibbutzhotel Sha’ar Hagolan

danach im Garten: Vorstellungsrunde und erste Auswertung der Reise

Übernachtung im Kibbutz-Hotel Sha’ar HaGolan, J. Valley 15145, See Genezareth
Tel. 00972-4-6677544


Samstag, 18.06.:

Besuch  Tabgha und Berg der Seligpreisungen, anschließend  Fahrt auf den Golan (Schlüssel zum Verständnis der Sicherheitsbedürfnisse Israels) fast bis zur libanesischen Grenze nach Kiryat Schmona (Tafel des KKL für die DIG Berlin und Potsdam, die nach dem Libanon-Krieg 2006 mehr als 5000 Bäume gespendet hat), Wanderung durch den Tel Dan (Jordanquellfluß und Archäologie),
Besuch und Gespräche im Kibbutz El Rom (Film zur Sicherheitslage auf dem Golan, Bunkerbesichtigung)

Olivenpresse in Tabgha

Olivenpresse in Tabgha


vor dem Abendessen: Führung durch den Kibbutz Sha’ar Hagolan mit Nurit Katzir

Führung mit Nurit Katzir

Führung mit Nurit Katzir

Abendessen im Hotel

Abends frei

Übernachtung im Kibbutz-Hotel Sha’ar HaGolan


Sonntag, 19.06
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Besuch im Kibbutz Sde Eliyahu (Ökologische Landwirtschaft), Treffen mit Jonas Melchers (vor zwei Jahren aus Berlin nach Israel eingewandert) und Beni Gavrieli, der uns zu einer “Bio-Tour” begleitet, Besichtigung der Ausgrabungen in BeitShean, anschließend Weiterfahrt entlang des Jordan, Besuch in Mizpe Shalem (Ahava Kosmetik) und Badepause am Toten Meer

Jonas Melchers

Jonas Melchers

Baden im Toten Meer

Baden im Toten Meer

danach Weiterfahrt in die Wüste Negev in den Kibbutz Ze’elim

Meggie Jahn mit Orna im Frühstücksraum von Zeelim.

Meggie Jahn mit Orna im Frühstücksraum von Zeelim.

Abendessen im Beduinenzelt im Kibbutz-Hotel Ze’elim

Übernachtung im Kibbutz-Hotel Ze’elim,  M.P. Negev 85520, Tel. 00972-8-9989268


Montag, 20.06.:

Diese Wüstenpflanze soll Vorbild für die Menora gewesen sein.

Diese Wüstenpflanze soll Vorbild für die Menora gewesen sein.

Wüstensafari im Jeap (mit Mittagessen und Bademöglichkeit in der Quelle Ein Akev, auf eigene Kosten), Besuch im Kibbutz Sde Boker (Wohnhaus von David Ben-Gurion), weiter vorbei an Beersheva nach Meitar, Treffen mit dem Autor und Publizisten Chaim Noll und seiner Frau Sabine Kahane (Malerin), Blick auf die Westbank und den 1996 durch Johannes Rau eingeweihten  “Wald der deutschen Länder”; Empfang durch den Bürgermeister Avner Ben-Gera

Wüstentour

Wüstentour

Chaim Noll empfing uns zuhause.

Chaim Noll empfing uns zuhause.

Anschl. Weiterfahrt nach Jerusalem

Abendessen im Hotel

20.00 Uhr: Anlässlich “50 Jahre Eichmann-Prozess“: Vortrag und Diskussion von und mit David Witzthum (Fernsehjournalist) und  Gabriel Bach, Stellv. Ankläger im Eichmann-Prozess 1961

David Witztum und Gabriel Bach

David Witztum und Gabriel Bach

Abendessen im Hotel

Übernachtung im Hotel Prima Royal, Jerusalem, 3, Mendele Mocher Sfarim, Jerusalem,
Tel. 00972-2-5607111


Dienstag, 21.06
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09.30 Uhr Treffen mit Ilan Ben-Dov, Referat Westeuropa im Aussenministerium: Gespräch über die aktuellen Herausforderungen an die israelische Politik durch die revolutionären Entwicklungen in den arabischen Nachbarstaaten und die bevorstehende Ausrufung/Anerkennung eines Palästinenserstaates; Austausch zum Stand der deutsch-israelischen Beziehungen

12.00 Uhr Besuch und Mittagspause in der Knesset mit Führung (in deutscher Sprache)

Diskussion im American Colony Hotel, Ost-Jerusalem

Diskussion im American Colony Hotel, Ost-Jerusalem

15.00 Uhr: Afternoon Tea im American Colony Hotel (auf eigene Kosten), Ost-Jerusalem – Vorstellung des ME 2.0 Israeli-Palestinian Young Business Leaders Forum – ein Projekt der Friedrich Naumann Stiftung für die Freiheit (FNSF), Gespräch mit Naama Ringel (Israelin) und Bashar Azzeh (Palästinenser), Moderation: Jan-Samson Altman-Schevitz

17.00 Uhr (fakultativ) Besuch im Israel-Museum (u.a. Qumran-Rollen im Schrein des Buches, an diesem Tag länger geöffnet)

Abendessen im Hotel

Gad Lior im Prima Royal Hotel , Foto: Margreet Krikowski

Gad Lior im Prima Royal Hotel , Foto: Margreet Krikowski

20.00 Uhr: Treffen mit Gad Lior, Leiter der Büros der größten israelischen Tageszeitung “Yediot Acharonot”, Gespräch zur “aktuellen politische Lage in Israel und Nahost”

Übernachtung im Hotel Prima Royal in Jerusalem


Mittwoch, 22.06.2011

früher Morgen: Fahrt auf den Ölberg mit Blick auf den Tempelplatz

Yaron Abramov mit der Gruppe auf dem Ölberg.

Yaron Abramov mit der Gruppe auf dem Ölberg.

09.00 Uhr: Führung über das Gelände und anschl. Gespräch mit Yeshaya P. Balog, Europ. Abt. der “International School for Holocaust-Studies” in Yad Vashem über “Die Vermittlung der Lehren des Holocaust an die dritte Generation in Israel”, Niederlegung eines Blumengebindes im “Tal der Gemeinden“, anschl. Besuch der Ausstellung, Ort:  Yad Vashem

Führung in Yad Vashem

Führung in Yad Vashem

13.30 Uhr Besuch der Altstadt mit Grabeskirche, Jüdischem Viertel und Klagemauer

Abendessen im Hotel

19.00 Uhr Deutsche Botschaft, Goethe-Institut und Konrad Adenauer Stiftung (KAS) laden uns ein zu einer Buchvorstellung mit Dr. Gil Yaron (israelischer Journalist, Publizist und Autor) “Jeckes und Templer“, dazu Musik mit dem Ensemble “Sirenot”,
Ort: Adenauer-Konferenz-Zentrum in Mischkenot Sha’ananim

Günther Zenner, Meggie Jahn und Gil Yaron im Adenauer-Konferenz-Zentrum

Günther Zenner, Meggie Jahn und Dr. Gil Yaron im Adenauer-Konferenz-Zentrum

Übernachtung im Hotel Prima Royal in Jerusalem


Donnerstag, 23.06
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Rückflug 06.20 Uhr ab Ben-Gurion Airport/Tel Aviv (LY 351), Ankunft 09.50 Uhr in Berlin-Schönefeld


Reisepreis und Leistungen 2011 (9 Tage):

1 479 Euro im DZ, EZ-Zuschlag 376- €, 9 ÜN/HP

3 x Ü/HP Tel Aviv, Hotel Tal, 2 x Ü/HP Kibbutz-Hotel Ha’On, See Genezareth, 1 x Ü/HP Kibbutz-Hotel Ze’elim, Negev, 3 x Ü/HP, Jerusalem, Hotel Prima Royal

Vor Ort standen Bus und mit Yaron Abramov ein deutschsprachiger Reiseleiter zur Verfügung.

Konzeption, Vorbereitung und Begleitung: Meggie Jahn, Stellv. Vorsitzende, Email: meggie.jahn@t-online.de

Verantwortliches Reisebüro bei allen Fragen zur Reiseorganisation: Ehrlich Reisen, Kirchgasse 6, 66117 Saarbrücken, Tel: 0681-585 360, Fax: 0681-589 5110, E-Mail: info@mein-israel.de, http//www.mein-israel.de

Hier finden Sie Berichte von den letzten beiden Reisen der DIG sowie das Reisetagebuch von Ministeralrat a.D. Eckhard Kendler, der sich bei der Reise vom 25. Mai bis 3. Juni 2010 als Chronist betätigt hat.

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