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Blick in den Kaisersaal, Foto: Günther Lübbers
Am 10. Oktober 2010 fand im Erfurter Kaisersaal die 34. DIG-Hauptversammlung mit einer Neuwahl des Präsidiums statt. Der DIG-Arbeitsgemeinschaft Erfurt unter ihrem Vorsitzenden Dr. Martin Borowsky ist dabei ausdrücklich für die exzellente Unterstützung bei der Vorbereitung und Durchführung der Veranstaltung zu danken.
Zum Auftakt der Mitgliederversammlung sprachen die Ministerpräsidentin des Landes Thüringen, Christine Lieberknecht, der Oberbürgermeister der Stadt Erfurt, Andreas Bausewein, der israelische Gesandte an der Botschaft des Staates Israel, Emmanuel Nahshon, sowie der Generalsekretär der Gesellschaft Schweiz-Israel, Walter Blum, Grussworte. Alle Redner dankten den Vertretern der Arbeitsgemeinschaften für ihr Engagement zugunsten einer Verständigung zwischen Deutschland und Israel. Lieberknecht und Bausewein berichteten zugleich über Initiativen des Landes bzw. der Stadt Erfurt für die Aufarbeitung der jüdischen Geschichte vor Ort. Ein besonderes Angebot am Vormittag waren sicher eine Stadtführung sowie ein Besuch der im Jahr 2009 wiedereröffneten Alten Synagoge, die fußläufig zu erreichen war. Der seit Februar 2010 dort ausgestellte mittelalterliche Judenschatz mit dem wunderschönen goldenen Hochzeitsring, der von der Braut nur am Tag der Trauung getragen wurde, hat weltweit Aufsehen erregt. Mehr …
Bilder von der DIG-Hauptversammlung in Erfurter Kaisersaal
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Dr. h.c. Johannes Gerster gab in Erfurt den Stab weiter an den bisherigen Vizepräsidenten der DIG, Reinhold Robbe, ehemaliges Mitglied des Deutschen Bundestages sowie früherer Wehrbeauftragter. Damit übernimmt ein Vertreter der jüngeren Generation dieses Amt. Dem Gschf. Präsidium werden künftig neben dem Präsidenten und dem Schatzmeister Volker Heidmann (Hamburg), Marieluise Beck, MdB (Bündnis 90/Die Grünen), Gitta Connemann, MdB (CDU/CSU-Fraktion), Christian Lange, MdB (SPD), Florian Toncar, MdB (FDP), Hildegard Müller (MdB a.D. und frühere Staatsministerin im Bundeskanzleramt) sowie die AG-Vorsitzenden von Schleswig-Holstein, Anke Eymer (MdB a.D.) und Hamburg, Heike Anna Grunewald, angehören.
Die Diskussion stand ganz im Zeichen des Unmuts aus den Reihen einzelner Arbeitsgemeinschaften – so auch Berlin und Frankfurt – über die Zustimmung aller Parteien im Deutschen Bundestag zu dem Gaza-Antrag im Juli 2010, der eine “sofortige Aufhebung der israelischen Blockade” gefordert hatte. Dabei wurden vor allem den bisherigen Politikern im Geschäftsführenden Präsidium gravierende Versäumnisse im Zusammenhang mit der Verabschiedung der Resolution vorgeworfen. Marieluise Beck, nach den Bundestagswahlen die einzige noch amtierende Bundestagsabgeordnete, räumte Fehler der politisch Verantwortlichen ein. Dies habe sich spätestens dann gezeigt, als “Die Linke” dem überfraktionellen Antrag am Ende doch zustimmen konnte. Beck verwies aber auf zahlreiche Versuche ihrerseits – auch in Abstimmung mit dem Kanzleramt – noch wichtige Änderungen im Wortlaut vorzunehmen. Eigentlicher Anlaß für die übereilte Aktion war ein zunächst allein von der Linken vorgelegter Israel-kritischer Antrag infolge der Aufbringung der Gaza-Flotille im Mittelmeer durch israelisches Militär gewesen. Unter den Anwesenden in Erfurt bestand Einigkeit darüber, dass man neben Israel keinem anderen Land das Recht auf Selbstverteidigung absprechen würde. Von den Delegierten kritisiert wurde auch, dass zwar ständig danach gerufen werde, mehr junge Leute für die DIG zu gewinnen, die Präsentation einer ansprechenden Internetseite aber bis heute nicht gelungen sei.
Im Rahmen einer Kommission sollen auf der Grundlage verschiedener unter Federführung von Berlin und Frankfurt vorgelegter Anträge, die auch Satzungsänderungen mit sich bringen könnten, über eine Umstrukturierung der bisherigen Arbeit sowie den künftigen Kurs der DIG – Was heißt für uns Israelsolidarität? – beraten werden. In einem zweiten Schritt ist vorgesehen, die Ergebnisse der Kommission in den regionalen Arbeitsgemeinschaften zu diskutieren.
Jochen Feilcke als Vorsitzender der größten Arbeitsgemeinschaft (Berlin und Potsdam) und Claudia Korenke als Vorsitzende der AG Frankfurt/M., ebenfalls eine der aktivsten DIG-Arbeitsgemeinschaften, kandidierten auf eigenen Wunsch nicht mehr für das Geschf. Präsidium und wollten dies auch als politisches Zeichen verstanden wissen. Feilcke wird aber in der Antragskommission mitarbeiten. Der neue Präsident Reinhold Robbe bedauerte den Rückzug der beiden aus dem Präsidium ausdrücklich.
Von der Versammlung begrüßt wurde der Beitritt des Generalsekretärs des Zentralrats der Juden in Deutschland, Stephan Kramer, zur DIG. Er war als Ehrengast nach Erfurt gekommen.
Am Vortag hatten die Delegierten im Augustinerkloster in der Erfurter Altstadt bereits mit Botschafter a.D. Avi Primor über “Die Erwartungen Israels an die Deutschen” diskutiert. Auch in dieser Debatte kamen die unterschiedlichen Positionen aus den Arbeitsgemeinschaften zu den Erwartungen an die “größte Freundschaftsgesellschaft Israels in Deutschland” klar zum Ausdruck.
Bilder vom Vorabend der DIG-Hauptversammlung im Augustinerkloster in Erfurt
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Am Abend lud der thüringische Justizminister Dr. Holger Poppenhäger in Vertretung des Ministers für Bundes- und Europaangelegenheiten und Chef der Staatskanzlei in Thüringen, Dr. Jürgen Schöning, zu einem Empfang in den Barocksaal der Staatskanzlei ein, bei dem ein informeller und geselliger Austausch zwischen den Delegierten im Mittelpunkt stand. Wir danken an dieser Stelle für die große Gastfreundschaft. Die letzten Gäste verließen das Haus erst gegen 21.30 Uhr.
Auf dem Weg zur Staatskanzlei konnten wir den erhalten gebliebenden Turm der Johanneskirche im Abendlicht bewundern und passierten nach Verlassen des Kaisersaals das Erfurter Stadtmuseum:



Bericht und fast alle Fotos von Meggie Jahn
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Und das ist Geschichte:
Am 2. November fand die 33. DIG-Hauptversammlung am 2. November 2008 in Potsdam mit der Neuwahl des Präsidiums statt.

DIG-Präsident Gerster beim Empfang im Potsdamer Landtag, umringt von Kasseler und Hamburger Delegierten.
Dabei wurde der bisherige Präsident, Dr. h.c. Johannes Gerster, in seinem Amt bestätigt. Gleiches gilt für die DIG-Vizepräsidenten Jochen Feilcke (Berlin und Potsdam), Anke Eymer (MdB), Claudia Korenke (Frankfurt), Dirk Niebel (MdB), Reinhold Robbe (Wehrbeauftragter des Deutschen Bundestages), Dirk Niebel (MdB) und den Schatzmeister Volker Heidmann. Franz Hellmut Schürholz wurde für die AG Stuttgart neu gewählt, gleiches gilt für den Vertreter des Jugendforums, Stefan Hensel, der sich auf eigenen Wunsch inzwischen aus dem Geschäftsführenden Präsidium zurück gezogen hat.
Zudem wurden 15 Beisitzer gewählt, darunter auch Meggie Jahn und Knut Teske aus Berlin. Das Jugendforum ist mit Hannes Greiling, inzwischen auch Vorsitzender der DIG Mannheim, ebenfalls im Präsidium vertreten.

Ein Teil des Gschf. Präsidiums: v.l.: V. Heidmann, M. L. Beck, W. Freitag, C. Korenke, J. Gerster, F.H. Schürholz, D. Niebel, Stefan Hensel und A. Eymer
Potsdamer Erklaerung (PDF)
(Fotos von Meggie Jahn)
Die damalige Kulturstaatssekretärin Johanna Wanka und der liberale Rabbiner Walter Homolka sprachen ein Grußwort zu der Versammlung.
Rede von Rabbiner Prof. Dr. Walter Homolka zur Eröffnung der 33. ordentlichen Hauptversammlung der Deutsch-Israelischen Gesellschaft in Potsdam, 2.11.2008
Sehr geehrter Herr Präsident,
sehr geehrte Damen und Herren,
Ich freue mich sehr, dass Sie heute in Potsdam zusammenkommen zu Ihrer 33. ordentlichen Hauptversammlung 2008. Sie kommen in ein Bundesland, in dem die DVU im Landtag vertreten ist und Rechtsradikale ein fester und bedrohlicher Bestandteil der Gesellschaft geworden sind. Latenter oder offener Antisemitismus ist uns nicht mehr fremd, – wir rechnen damit.
Knapp 60 Jahre nach Gründung der Bundesrepublik Deutschland und 20 Jahre nach der Euphorie der Wiedervereinigung ist die Zunahme von Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus in Deutschland eine ernüchternde Feststellung. Ebenso ernüchternd muss es für uns alle sein, dass nach all den Feiern in Deutschland zum 60. Jahrestag der Gründung des Staates Israel die Bedrohung Israels weiterhin groß ist und jegliche Normalisierung der Lage im Nahen Osten in weiter Ferne gerückt scheint.
Ihre Aufgabe ist nicht leichter geworden, in Deutschland für ein besonnenes und herzliches Miteinander zwischen Deutschen und Israelis zu werben. Deshalb vielen Dank von uns Juden in Deutschland, dass Sie diesem Brückenschlag so viel Engagement und Motivation widmen!
Wir gehen auf den 70. Jahrestag der Reichspogromnacht von 1938 zu. In dieser Lage muss die Deutsch-Israelische Gesellschaft im Rahmen ihrer heutigen Hauptversammlung über eine „Potsdamer Erklärung“ beraten, die zunehmende Geschichtslosigkeit bedauert, ein Zunehmen anti-israelischer Haltungen konstatiert und Antisemitismus als Phänomen unserer Gesellschaft anprangert.
Antisemitismus und Judenfeindschaft sind nicht mehr an eine bestimmte religiöse, politische, soziale oder anderweitig definierte Bevölkerungsgruppe gebunden. Sie sind ein Querschnittsthema geworden, das die gesamte deutsche Gesellschaft durchdringt. Und sie fängt im Detail an. Wer etwa, wie Ministerpräsident Roland Koch, im Bundesrat das Verbot der Schechita durchsetzen will, der koscheren Schlachtung, der will auch religiöse Juden in Deutschland ganz massiv in ihrer Lebensführung beeinträchtigen, selbst wenn er gleichzeitig die finanziellen Zuwendungen für die jüdischen Gemeinden in seinem Bundesland erhöht.
Wer der Evangelischen Allianz nicht widerspricht, wenn sie wie im August in Berlin beschließt, dass „Christen Juden die Botschaft von Jesus Christus nicht vorenthalten“ dürfen, der zeigt keinerlei Respekt vor dem Judentum als „Gottes erster Liebe“. Und wer, wie Norman Paech von der LINKEN einseitig alle Schuld am Nahostkonflikt bei Israel sieht, der gehört zu den Brunnenvergiftern in diesem Land, die die historische Verantwortung Deutschlands für ein lebendiges zeitgenössisches Judentum in seiner Vielfalt und die Existenz des Staates Israel nur zu leichtfertig abstreifen wollen.
Es wäre ein besonders wichtiges Zeichen gewesen, wenn sich alle Bundestagsfraktionen zum 70. Jahrestag der Reichspogromnacht auf eine gemeinsame Position zur Antisemitismusbekämpfung in Deutschland hätten einigen können. Dass dies nun nicht geschieht, ist eine verpasste Chance für unser Land. Denn Einigkeit und Eintracht beim Thema Antisemitismus und Israel hätte uns gut zu Gesicht gestanden.
Im Jahr 2007 wurden insgesamt 1.541 politisch rechts motivierte Straftaten mit extremistischem und antisemitischem Hintergrund registriert. Eine Riesenzahl, wenn auch 5,8% geringer als 2006. Dieser leichte Rückgang ist ein schwacher Trost. Denn antisemitische Stimmungsmache kommt auch ohne Tätlichkeit aus. Wenn unter türkischen Kids „Du Jude“ zum banalen Schimpfwort wird, dann muss uns das ebenso zu denken geben wie wenn Spitzenmanager deutscher Unternehmen beim Frühstücksbüffet über vermeintlich endlose Wiedergutmachungsforderungen von jüdischer Seite und Kollektivschuld-zuweisungen schwadronieren. Seit der Zwangsarbeiterentschädigung wird es immer schwieriger, für jüdische oder israelische Belange Spenden bei deutschen Unternehmen zu bekommen. Fragen sie die Jerusalem Foundation, das Israel Museum, auch das Abraham Geiger Kolleg hat diese Erfahrung gemacht.
Zu den Ursachen, die Stereotypen und Feinbilder begründen, gehören nach Erkenntnis der Experten die immer spürbarer werdenden Auswirkungen der Globalisierung auf die wirtschaftlichen und kulturellen Anforderungen: der Druck auf dem Arbeitsmarkt und dem Bildungsmarkt sowie die andauernden Diskussionen über den Umbau des Sozialstaates, über Bildungsreformen und so weiter, die zu einer Verunsicherung großer Teile der Bevölkerung führen.
Angst vor der Moderne und vor einem Statusverlust sind altbekannte Phänomene. Die Verunsicherung durch den spürbaren Wandlungsdruck hat immer wieder die Übernahme antisemitischer Einstellungen begünstigt.
In eine ganz ähnliche Richtung wirkt die Verunsicherung durch den islamistischen Terrorismus und den Irak-Krieg, die in den westlichen Ländern zu einem verstärkten Glauben an Verschwörungstheorien geführt hat. Diese Theorien haben erstaunlicherweise oft eine antijüdische Färbung. Aus vielen Statements spricht ein Fortwirken des alten antijüdischen Stereotyps von der latenten Macht der Juden und von einer jüdischen Weltverschwörung. Dass die israelische Politik seit der Zweiten Intifada wieder im Mittelpunkt einer öffentlichen Kritik steht, die nicht immer frei von antisemitischen Untertönen ist, brauche ich Ihnen wohl nicht zu sagen. Sie kennen die Hinweise auf Menschenrechtsverletzungen, Besatzungspolitik und Rassismus des Staates Israels, die den Opferstatus der europäischen Juden relativieren sollen, sicherlich aus Ihrer eigenen Arbeit.
Auf immer weniger Akzeptanz stößt es in Deutschland, wenn offizielle Vertreter des Judentums unter Bezug auf die Shoa politische Interventionen setzen oder Kritik am gegenwärtigen Deutschland üben. In Deutschland stimmten 2002 immerhin 58% diesem Statement zu: Die Juden sprechen immer noch zu viel über das, was ihnen im Holocaust geschehen ist.
Fast 70% der Befragten gaben 2003 sogar an, sich darüber zu ärgern, „dass den Deutschen auch heute noch die Verbrechen an den Juden vorgehalten werden“. Hier deutet sich an, dass die deutsche Bevölkerung weit jenseits eines rechten Randes das ablehnen, was die Rechte die „Dauerrepräsentation unserer Schande“ nennt.
Es ist keine Randgruppe, die sich wünscht, was Alfred Dregger vor nun schon 25 Jahren forderte: „dass Deutschland endlich aus Hitlers Schatten heraustreten müsse und wieder normal werden solle.“
Dabei sind sich Jugendliche heute des besonderen Stellenwerts des Erinnerungsdiskurses um die Geschichte des Nationalsozialismus sowie des Themas Antisemitismus sehr bewusst. Sie wissen genau, dass dies ein Themenfeld ist, mit dem sie Lehrkräfte und Pädagogen sehr gut und schnell provozieren können. Manch einer von Ihnen kann ein Lied davon singen. Diese problematischen Äußerungen von Jugendlichen oft nichtdeutscher Herkunft, aber häufig auch von bildungsbenachteiligten Jugendlichen deutscher Herkunft, sind zumeist eine Reaktion auf das Gefühl des Nichtakzeptiertseins durch die Mehrheitsgesellschaft.
Eine Vielzahl von Konfliktstoffen baut sich hier auf, wir müssen mit ihnen umgehen. Dazu gehört eine „Pädagogik der Anerkennung“, die den Jugendlichen vermittelt, dass wir auf ihre speziellen Bedürfnisse eingehen. Dazu gehört die persönliche Begegnung, z.B. durch Austauschprogrammen mit Israel. Wir müssen soziale Distanz überwinden.
Dazu gehört das Gespräch mit den jüdischen Nachbarn von nebenan, und Gott sei Dank gibt es sie wieder, diese jüdischen Nachbarn, und zwar nicht nur in den großen Städten.
Allein hier in Brandenburg haben wir acht jüdische Gemeinden, die von russischsprachigen Zuwanderern gegründet worden sind. Damit sie zu selbstbewussten Juden und Partnern im Dialog werden können, brauchen diese Gemeinden aber Erzieher, Kantoren und Rabbiner, die sie mit ihrer jüdischen Tradition im Einklang mit der Moderne vertraut machen.
Deshalb finde ich es beschämend, wenn in der täglichen politischen Auseinandersetzung Argumente fallen wie: Rabbinerausbildung in Deutschland wäre zu teuer, oder wir hätten zu wenige Studenten, damit sich das lohne. Im politischen Alltag muss man dann darauf verweisen, die jüdische Gemeinschaft habe leider einen „demografischen Rückgang in den dreißiger und vierziger Jahren des 20. Jahrhunderts zu verzeichnen gehabt“. Dann kann man die Sekunden zählen, bis auf der anderen Seite der Groschen fällt. Und man muss Politikern ihre Worte von der ersten Ordinationsfeier 2006 in Dresden vorhalten, wo unsere Rabbinerausbildung als „Geschenk für Deutschland“ oder als „Wunder von Potsdam“ bezeichnet wurde. Und es ist auch ein Wunder, wenn „auf der Asche der 6 Millionen“ – so ein ausländischer Kollege von mir – wieder das „Licht der Wissenschaft des Judentums entzündet“ werden konnte.
Wenn es aber aktuell darum geht, dass sich die Bundesländer an den Kosten des Rabbinerkollegs beteiligen sollen und damit dem Vorbild des Bundes folgen, sind diese vollmundigen Sonntagsreden und Einsichten für Jubelfeiern vergessen.
Es ist beschämend, kann ich Ihnen sagen, für die Belange einer lebendigen jüdischen Infrastruktur um jeden Cent feilschen zu müssen, weil niemandem einsichtig zu machen ist, dass unsere Studierenden ein Jahr in Jerusalem verbringen sollen, was natürlich teuerer ist, als ein Jahr in Deutschland. Es ist beschämend, dass wir uns über Jahre hinweg nur durch amerikanische Solidarität jüdischer Spender über Wasser halten konnten, die Ausbildung katholischer und evangelischer Geistlicher an deutschen Universitäten aber zu 100 % vom Staat getragen wird. Warum müssen Juden aus dem Ausland Geld sammeln, damit es in Deutschland wieder ein Rabbinerseminar gibt? Und dann liest man im Internet, dass sich die „Potsdamer Judenschule“ wieder an das Säckel des Steuerzahlers hänge. Das finde ich beschämend.
Wenn wir nicht wollen, dass die neuen jüdischen Gemeinden über kurz oder lang zu russischen Kulturvereinen werden, dann müssen wir die vielen neuen Synagogen in Deutschland mit Leben füllen helfen. Ein lebendiges Judentum in Konstanz und Kiel, in Düren und Dresden ist mir persönlich noch wichtiger als ein Bundesexpertenteam und sein regelmäßiger Bericht zur Frage des Antisemitismus in Deutschland. Denn ohne Verständnis für die Bedürfnisse eines breit aufgestellten und lebendigen Judentums in der Breite unserer Gesellschaft ist der Antisemitismus in Deutschland eine Kathederfrage. Lebendiges Judentum in Deutschland ist Teil der Lösung der Frage nach Bekämpfung von Antisemitismus, nicht Teil des Problems. Das ist meine persönlicheHandlungsempfehlung.
Andere Handlungsempfehlungen dürfen wir durch das in Planung befindliche Expertengremium auf Bundesebene erwarten. Es wird der Arbeit vor Ort eine andere Aufmerksamkeit, Wertschätzung und Qualität geben können. Das finde ich gut.
Um dem Antisemitismus angemessen begegnen zu können bedarf es nämlich einer genauen und präzisen Kenntnis über seine Dimensionen, seine vielen Erscheinungsformen, aktuellen Trends und mittelfristigen Entwicklungen. Symbolsetzungen auf Bundesebene können da verstärken, ermuntern und Aufmerksamkeit bündeln.
Um meinen Potsdamer Kollegen Julius H. Schoeps zu zitieren: ein solcher Antisemitismusbericht auf Bundesebene „sollte zugleich auf allen Ebenen, auf denen der Bund als Akteur oder als Anreger aktiv werden kann, Handlungsempfehlungen entwickeln.
Handlungsempfehlungen also ebenso für den Bereich der politischen Bildung, wie der Innen- und Sicherheitspolitik, der Außenpolitik und Entwicklungshilfe, der Kulturpolitik.
Wenn Antisemitismus ein Querschnittsthema durch alle unsere gesellschaftlichen Schichten geworden ist, dann muss seine Bekämpfung und Abwehr auch eine Querschnittsaufgabe sein. Hier kann der Bund nur da aufsetzen, wo konkret und vor Ort Arbeit geleistet wird und Engagement gegen Rechts markante Ergebnisse zeigt.
Wir dürfen uns nicht allein auf Gremien und Experten verlassen. Wir müssen alle zivilgesellschaftlichen Kräfte unterstützen, die sich gegen Extremismus und Antisemitismus einsetzen.
Es bleibt eine wichtige Aufgabe, in Deutschland mehr Verständnis für Israel in seiner ganzen Vielfalt und auch Widersprüchlichkeit zu wecken. Hier hebe ich die Arbeit der Deutsch-Israelischen Gesellschaften besonders hervor: als wichtigen Beitrag für flächendeckende Überzeugungsarbeit in unserem Land.
Zugleich können Sie aber auch auf Ihre israelischen Partner hinwirken, wenn es darum geht, Pluralismus und soziale Gerechtigkeit in der dortigen Gesellschaft voranzutreiben. Erfreulich ist, dass Ministerpräsident Oettinger gestern in Stuttgart angekündigt hat, dass in Baden-Württemberg im kommenden Jahr eine Gastprofessur für Israelstudien eingerichtet werden soll. Wir müssen gemeinsam alles tun, damit Israel eine offene Gesellschaft bleibt. Auch das ist eine Herausforderung, um blinder Kritik von links wie rechts wirksam zu begegnen.
Dass Israel heute in Deutschland so viele Freunde hat, gehört zu Ihrem Erfolg, die Sie sich in mehr als fünfzig Arbeitsgemeinschaften. engagieren, Für uns Juden in Deutschland ist Ihr Engagement eine große Ermutigung.
Mit Ihrer Potsdamer Erklärung werden Sie erneut ein besonderes Zeichen setzen: in der deutschen Öffentlichkeit, aber auch in Israel. Noch wichtiger ist Ihr beständiges Tun. Dass Sie an diesem Wochenende hier in Potsdam zusammen gekommen sind, um etwas zu tun, dafür danke ich Ihnen sehr.
Am Israel Chai – Schabbat Schalom.
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Grußwort der damaligen Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg, Frau Prof. Dr. Johanna Wanka (CDU)
Sehr geehrter Herr Präsident,
verehrte Damen und Herren,
im Namen von Herrn Ministerpräsident Matthias Platzeck begrüße ich Sie herzlich zu Ihrer Jahreshauptversammlung hier in der Landeshauptstadt Potsdam – eine Stadt, die mit Unterstützung der Landesregierung um die Wiederherstellung jüdischen Lebens sehr bemüht ist. Hier ist an der Universität Potsdam der interdisziplinäre Jüdische Studien angesiedelt, hier werden Rabbiner und Kantoren ausgebildet und wird jüdische Geschichte erforscht und hier soll in einigen Jahren auch wieder eine Synagoge stehen.
Ein solches Wiederaufleben jüdischer Kultur ist in einem ostdeutschen Bundesland durchaus nicht selbstverständlich. Denn schließlich vertrat die DDR, wie die Sowjetunion, eine antizionistische Haltung. Israel war von der DDR als Staat nie anerkannt worden, Reparationszahlungen lehnte sie ab, der Handel mit Israel war DDR-Firmen seit 1976 verboten.
Zudem war das Gedenken etwa in den ehemaligen Konzentrationslagern stark fokussiert auf die kommunistischen Häftlinge, und über Juden, Judentum, jüdische Kultur und Traditionen, jüdische Leistungen in der Geschichte wurde kaum gesprochen.
1989 umfasste die „kontinuierlich schrumpfende jüdische Restgemeinde“ in der DDR noch 380 Menschen[1] im Vergleich zu etwa 5000 im Jahr 1953. Heute hat allein der Landesverband Jüdischer Gemeinden im Land Brandenburg rund 1400 Mitglieder.
Erst 1990, also nach dem Fall der Mauer, bat die erste frei gewählte Volkskammer das Volk Israel um Verzeihung für, ich zitiere „Heuchelei und Feindseligkeit der offiziellen DDR-Politik gegenüber dem Staat Israel und für die Verfolgung und Entwürdigung jüdischer Mitbürger auch nach 1945 in unserem Land.“
Herr Staatssekretär Harms hat es Ihnen bereits gestern gesagt – das Land Brandenburg pflegt sehr enge Beziehungen zum Staat Israel und fördert jüdisches Gemeindeleben, jüdische Kultur und Forschung. Und hier in Potsdam konzentriert sich all dies in besonderem Maße.
Vielleicht weil Potsdam, meine Damen und Herren, eben auch eine ganz besondere Stadt ist. Sie hat traditionell immer wieder Menschen aus anderen Ländern aufgenommen, die ihre Spuren im Stadtbild hinterlassen haben – mit dem holländischen Viertel, der französischen Kirche, den Weberhäusern in Babelsberg usw. Potsdam umfasst zum UNESCO-Weltkulturerbe gehörende Schlösser und Parks ebenso wie moderne Kultureinrichtungen, etwa den Kulturstandort Schiffbauergasse.
Und Potsdam ist auch die Stadt mit der höchsten Wissenschaftlerdichte (2007: 123) pro 10.000 Einwohner in Deutschland. Diese Wissenschaftler arbeiten z.B. an der Universität Potsdam, der Fachhochschule Potsdam – beide mit Kooperationsbeziehungen zu israelischen Hochschulen – an der Hochschule für Film und Fernsehen und an den außeruniversitären Forschungsinstituten. Alle bedeutenden deutschen Forschungsorganisationen sind hier mit teilweise mehreren Instituten vertreten.
Weitere Forschungsinstitute befinden sich an den übrigen 7 Universitäts- und Fachhochschulstandorten des Landes. Zwischen Brandenburger Wissenschaftlern und ihren israelischen Kollegen gibt es eine vielfältige Zusammenarbeit, insbesondere in den Bereichen Klima und Umweltschutz, Wassermanagement, Agrarlandschafts- und Landnutzungsforschung und alternativer Landbau.
Aufbauend auf diesen bisherigen gemeinsamen Forschungsprojekten wären weitere Kooperationen mit Israel begrüßenswert, und zwar im Zusammenhang mit der in unserem Lande gegründeten Forschungsplattform zum Klimawandel. Sie wird maßgeblich mitgestaltet vom Potsdam Institut für Klimafolgenforschung und seinem Direktor, Professor Hans Joachim Schellnhuber, der auch klimapolitischer Berater der Bundeskanzlerin ist. Anpassungstechnologien, Bewässerungs- und Landtechnik, Biowissenschaften wie Züchtungsforschung oder Systembiologie sind die Bereiche, in denen wir angesichts der Veränderungen des Klimas in Brandenburg von den Erfahrungen in Israel lernen könnten.
In ganz besonderer Form arbeitet seit seiner Gründung das Einstein Forum hier in Potsdam mit Israel zusammen. Denn bereits an der Gründung des Forums hatte die Hebrew University in Jerusalem maßgeblichen Anteil. Dem Einstein Forum gelingt es bereits seit vielen Jahren, Verbindungen zu knüpfen zwischen Geistes- und Naturwissenschaften, Wissenschaft und Kultur, Wissenschaft und Öffentlichkeit, und zwischen Deutschland und Israel. Seit dem vergangenen Jahr besteht zwischen dem Einstein Forum und der Hebrew University in Jerusalem ein zunächst auf 10 Jahre angelegter Vertrag über die Nutzung des Einsteinhauses in Caputh, einer der wenigen Orte in Berlin-Brandenburg, an denn Einstein wirklich war. Das Haus gehört der Hebrew University, seine denkmalgerechte Restaurierung hat der Bund gemeinsam mit der Cornelsen Stiftung finanziert. So wird es zwischen beiden Partnern nun zukünftig intensiven Kulturtransfer geben.
Hier in Potsdam befindet sich auch das Moses Mendelssohn Zentrum für europäisch-jüdische Studien. Neben seinen wissenschaftlichen Verbindungen nach Israel hat es in diesem Jahr anlässlich des sechzigjährigen Bestehens des Staates Israel zur Israelreise von Herrn Ministerpräsident Platzeck eine Wanderausstellung konzipiert. Sie trägt den Titel „Wenn Ihr wollt ist es kein Märchen!“ und untersucht Theodor Herzls Israel-Bild in seinem Roman „Altneuland“. Gezeigt wurde sie in Israel und in verschiedenen Städten in Europa, Asien und Amerika und stieß dort auf großes Interesse.
Ich erwähnte eingangs, dass in Potsdam auch Rabbiner und Kantoren ausgebildet werden – dies erfolgt im Abraham-Geiger-Kolleg an der Universität Potsdam. Es wurde am 17. August 1999 als erstes Rabbinerseminar in Zentraleuropa nach 1945 gegründet. Das Kolleg, das der liberalen Richtung des Judentums nahe steht, wird von der World Union for Progressive Judaism, dem Bundesministerium des Innern, dem Zentralrat der Juden in Deutschland und meinem Haus finanziell unterstützt.
Das Kolleg bildet Rabbinerinnen und Rabbiner für alle liberalen Jüdischen Gemeinden in Deutschland aus, aber auch weit darüber hinaus, zum Beispiel für Israel. Die erste Ordination von Rabbinern in Deutschland seit dem Holocaust fand 2006 statt, mit entsprechender nationaler und internationaler Resonanz. Außerdem hat das Kolleg in diesem Jahr mit der Ausbildung von Kantoren begonnen. Das Kolleg arbeitet mit wissenschaftlichen Einrichtungen des Judentums im In- und Ausland zusammen und fördert wissenschaftliche Publikationen.
Die Arbeit des Kollegs ist also von überregionaler Bedeutung und im Interesse aller Bundesländer. Vor diesem Hintergrund und eingedenk der gesamtstaatlichen Verantwortung für die Wiederentstehung und Stärkung jüdischen Lebens und jüdischer Kultur in Deutschland, werde ich die dauerhafte gemeinsame Förderung des Abraham Geiger Kollegs durch die Kultusministerkonferenz beantragen. Ich weiß, dass mein Anliegen außerordentlich breite öffentliche Unterstützung findet, und in den vorklärenden Gesprächen in den Gremien der Kultusministerkonferenz sowie mit den einzelnen Bundesländern ist eine große Aufgeschlossenheit für den Antrag deutlich geworden.
Meine Damen und Herren, ich erwähnte eingangs, dass die DDR in ihren KZ-Gedenkstätten den antifaschistischen Widerstandskamp in heroisierender Form darstellte, so dass jüdische Häftlinge weitgehend nur vorkamen, wenn sie auch Kommunisten gewesen waren. Mit der nach Gründung des Landes Brandenburg erarbeiteten neuen Gedenkstättenkonzeption wird nun allen Häftlingen in den Lagern gleichermaßen gedacht.
In diesem Jahr hat zudem die Gedenkstätte Ravensbrück mit der Ausstellung „Jüdische Frauen im Konzentrationslager Ravensbrück“ die erst seit wenigen Jahren vorliegenden Forschungsergebnisse zur Geschichte der jüdischen Frauen in Ravensbrück präsentiert. Was das bedeutet, wird erst klar, wenn man sich vergegenwärtigt, dass Mitte der Neunziger Jahre nur 2 Namen jüdischer Frauen aus Ravensbrück bekannt waren. Dank der Forschung liegen diese Namen nun vor und anlässlich des Besuches von Herrn Ministerpräsident Platzeck in Israel kam es zu einem ersten Treffen der noch überlebenden Ravensbrückerinnen.
Neben dem Gedenken an die Vergangenheit und der Forschung, Kultur und Gemeindeleben in der Gegenwart freuen wir uns auch besonders auf einen Termin in der Zukunft – den Bau der Neuen Synagoge in Potsdam. Das Land stellt dafür das entsprechende Grundstück zur Verfügung. In unserem Staatsvertrag mit der Jüdischen Gemeinde ist die Unterstützung bei der Errichtung dieser Synagoge festgeschrieben. Derzeit wird die Ausschreibung eines Architektenwettbewerbs vorbereitet.
Einen letzten Punkt zu jüdischem Leben und der Brandenburger Bevölkerung möchte ich noch erwähnen. In der Stadt Zehdenick im Landkreis Oberhavel, im Jahr 1998 der 100 Jahre alte jüdische Friedhof dank großen bürgerschaftlichen Engagements wiederhergestellt wurde. In diesem Jahr war ich bei der Feier zum zehnjährigen Jubiläum der Wiedereinweihung, und es hat mich sehr gefreut zu sehen, wie stark die örtliche Bevölkerung sich an der Veranstaltung beteiligte. Auch das ist ein Zeichen für Erneuerung.
Meine Damen und Herren, ich bin in meinen Ausführungen auf jüdisches Leben in Brandenburg ebenso wie auf die Zusammenarbeit mit Israel eingegangen. Denn so wie in der DDR das eine gar nicht, das andere nur sehr begrenzt stattfand, so sind auch die Erneuerung jüdischen Lebens im Lande Brandenburg und die vielfältigen Beziehungen zum Staate Israel eng miteinander verbunden. Ich freue mich, wenn sich beides zukünftig stetig weiter entwickeln wird und wünsche Ihnen zwei interessante und anregende Tage in Potsdam.
[Es gilt das gesprochene Wort!]

Prof. Manfred Lahnstein gratuliert seinem Nachfolger im Amt des Präsidenten, Dr. Johannes Gerster, und freut sich, dass die Arbeit der DIG damit in guten Händen ist.
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DIG-Hauptversammlung in Baden-Baden am 12.11.2006
Dr. Johannes Gerster folgte Prof. Manfred Lahnstein im Amt des DIG-Präsidenten
Auf der DIG-Hauptversammlung in Baden-Baden am 12.11.2006 wurde Prof. Manfred Lahnstein nach 13 Jahren im Amt des DIG-Präsidenten (zuvor war er fünf Jahre Schatzmeister) von MdB a.D. Dr. Johannes Gerster abgelöst. Gerster war erst im Januar nach sieben Jahren an der Spitze der Konrad-Adenauer-Stiftung in Jerusalem aus Israel zurückgekehrt. 1982 bis 1998 bereits Vizepräsident der DIG, wurde er in Israel 1999 ins Präsidium der Israelisch-Deutschen Gesellschaft, unserer Partnerorganisation, gewählt. An dessen Spitze steht bis heute Asher Ben Natan, erster Botschafter in der Bundesrepublik Deutschland, Vizepräsident ist Botschafter a.D. Avi Primor.
Die DIG Berlin war in Baden-Baden entsprechend ihrer gestiegenen Mitgliederzahl mit 12 Delegierten vertreten. Der DIG-Vorsitzende Jochen Feilcke wurde in seinem Amt als Vizepräsident im Geschäftsführenden Präsidium bestätigt. Als weitere Vizepräsidenten wurden der Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestages, Reinhold Robbe (SPD), die CDU-Bundestags-abgeordnete Anke Eymer, zugleich Vorsitzende der DIG Schleswig-Holstein, und Dirk Niebel, MdB und Generalsekretär der FDP, bestätigt.
Waltraud Rubien, bisherige Vorsitzende der Hamburger DIG-Arbeitsgemeinschaft, wurde von ihrem Nachfolger, dem Journalisten Knut Teske, abgelöst. Neu im Präsidium ist die Vorsitzende der DIG Frankfurt, Claudia Korenke, die sich künftig auf die Verbesserung der Öffentlichkeitsarbeit konzentrieren will. Hannes Greiling aus Mannheim, Bundesvorsitzender des Jugendforums, repräsentiert im Geschäftsführenden Präsidium erneut das Jugendforum. Dem bisherigen Schatzmeister, Günther Thiemann, der auf eigenen Wunsch nicht mehr kandidierte, folgte Volker Heidmann aus Hamburg.

Dr. Johannes Gerster vor seiner Wahl auf der DIG-Hauptversammlung im Kongresshaus Baden-Baden in Baden-Baden. U.F. Krüger (links) war Mitglied der Mandatsprüfungskommission.
Mit Hildegard Müller, damals Staatsministerin im Bundeskanzleramt, wurde erneut eine hochrangige CDU-Politikerin ins Präsidium gewählt. Meggie Jahn, Stellv. Vorsitzende der Berliner Arbeitsgemeinschaft, gehört neben 13 weiteren Mitgliedern ebenfalls wieder dem Präsidium an. Mit der Wahl von drei Mitgliedern des Jugendforums hat sich eine deutliche Verjüngung in dem Bundesgremium der DIG vollzogen, worin sich der zuvor geäußerte Wunsch der Delegierten nach mehr Interessenten für unsere Arbeit in der jüngeren Generation manifestierte.
Bei der Hauptversammlung wurde folgende Resolution verabschiedet, die an den Deutschen Bundestag und über die DIG-Arbeitsgemeinschaften auch an die Kommunen übermittelt werden soll:
“DIG fordert mehr Geld für die Jugendarbeit
Konsequenzen aus der Häufung rechtsextremer Ausschreitungen in Deutschland fordert die Deutsch-Israelische Gesellschaft (DIG). Bei ihrer Hauptversammlung am Wochenende in Baden-Baden appelliert sie an die Parlamente von Bund, Ländern und Gemeinden, in ihren Haushalten höhere Mittel für die Jugendarbeit vorzusehen. Eine aktive Jugendarbeit ist die Voraussetzung, um junge Menschen nicht rechtsextremen Parteien und Gruppen zu überlassen. Ein wirksames Vorgehen gegen antidemokratische Kräfte dient auch dem Ansehen Deutschlands im Ausland.
Baden-Baden, 12. November 2006″