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Pressemitteilung
Stiftung ZURÜCKGEBEN fördert jüdische Frauen in Kunst und Wissenschaft
Insgesamt 20.000,00 Euro für Projekte ausgeschrieben
Berlin, Juli 2010: Ab sofort können sich jüdische Künstlerinnen und Wissenschaftlerinnen für Projektzuschüsse der Stiftung ZURÜCKGEBEN bewerben. Mit einem Fördervolumen von insgesamt 20.000 Euro unterstützt die Stiftung im Jahr 2011 wieder Projekte aus Bildender und Darstellender Kunst, Musik, Literatur und Wissenschaft. In Deutschland lebende Frauen jüdischer Religion und/oder Herkunft sind aufgerufen, ihre Projektvorschläge bis 30.September 2010 bei der Stiftung ZURÜCKGEBEN einzureichen.
Die Stiftung ZURÜCKGEBEN ist die einzige Institution in Deutschland, die ihren Schwerpunkt in der Förderung jüdischer Künstlerinnen und Wissenschaftlerinnen hat. Damit leistet die Stiftung einen Beitrag zur Entwicklung einer Vielfalt jüdischen Lebens in Deutschland.
Die Stiftung ZURÜCKGEBEN wurde im Jahr 1994 in Berlin ins Leben gerufen. Angeregt wurde sie durch eine Initiativgruppe jüdischer und nichtjüdischer Frauen. Diese handelten im Wissen um die Zerstörung von Arbeits- und Existenzmöglichkeiten jüdischer Menschen und aus der Erkenntnis heraus, dass alle in der NS-Zeit zur „Volksgemeinschaft” zählenden Deutschen Vorteile aus der Entrechtung, Ausplünderung und Beraubung der Juden gezogen haben. Viele profitierten persönlich von der „Arisierung” jüdischen Besitzes oder zogen Vorteile aus den Berufsverboten und gaben die im NS-Staat verbreiteten und weniger offensichtlichen Vorteilsnahmen an die Nachgeborenen weiter. Anliegen der Stiftung ZURÜCKGEBEN war und ist es, Menschen zu gewinnen, die durch Spenden und Zustiftungen einen Beitrag leisten, um jüdisches Leben in Deutschland zu fördern.
Nach der Schoa galt Deutschland vielen Juden und Jüdinnen als „gebranntes Land“, in dem man „auf gepackten Koffern“ saß, weil eine jüdische Zukunft „hier“ nicht vorstellbar war. Entgegen dieser Haltung war in den 1990er-Jahren eine zunehmend selbstbewusste Generation jüdischer Nachkommen herangewachsen, die nicht mehr an Ausreise dachte. Jüdisches Leben begann zunehmend öffentlich zu florieren; Bemühungen um ein Anknüpfen an eine fast zerstörte jüdische Kultur wurden sichtbar. Inzwischen hat sich eine Vielfalt jüdischen Lebens in Deutschland entwickelt. Diese Entwicklung will die Stiftung ZURÜCKGEBEN fördern und unterstützen.
Die Auswahl der Geförderten trifft eine Jury, der jüdische Frauen aus Kultur und Wissenschaft angehören.
Anträge mit Projektbeschreibung und Lebenslauf sind bis zum 30. September 2010 an die Stiftung ZURÜCKGEBEN per Post zu richten. Die Vorlage für das Antragsformular und die Förderbedingungen sind unter www.stiftung-zurueckgeben.de zu finden.
Der Vorstand der Stiftung ZURÜCKGEBEN