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Jochen Feilcke appelliert an den Direktor der Frankfurter Buchmesse, Jürgen Boos, die Teilnahme an der Teheraner Buchmesse abzusagen: Frankfurter Buchmesse Herrn Direktor Jürgen Boos Reineckstraße 3
60313 Frankfurt / Main
3.03.06
Keine Teilnahme an der Teheraner Buchmesse!
Sehr geehrter Herr Boos,
im Namen der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Arbeitsgemeinschaft Berlin wende ich mich heute an Sie mit dem dringenden Appell, Ihre Teilnahme an der Buchmesse in Teheran vom 4. bis 15. Mai 2006 unverzüglich zu stornieren.
Die Buchmesse in Teheran ist keine ausschließlich kulturelle sondern eine politische und geschäftliche Veranstaltung. Sie ist eine der größten Verkaufsmessen in Vorderasien und dem Mittleren Osten.
Eine intellektuelle und politische Aufwertung des iranischen Regimes durch die Präsenz der Frankfurter Buchmesse würde u.E. dem überwältigenden und eindeutigen Mehrheitswillen aller deutschen Demokraten widersprechen. Frau Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel erklärte bei ihrem Besuch in Jerusalem, der Iran sei eine Bedrohung für Israel und alle demokratischen Länder der Erde, die iranische Regierung habe mit ihrer Nuklearpolitik eine "rote Linie überschritten" und die Infragestellung des Holocaust durch den iranischen Präsidenten sei für die Bundesregierung völlig inakzeptabel.
Der Deutsche Bundestag hat am 13.12.2005 die Bundesregierung aufgefordert „auch in Zukunft jeder Politik entgegen zu wirken, die das Existenzrecht Israels bestreitet und den Holocaust leugnet“.
Iranische Verlage haben an ihrem Stand in Frankfurt im Jahre 2005 die in Deutschland verbotenen „Protokolle der Weisen von Zion“ demonstrativ ausgelegt und damit die menschenverachtende Politik ihres Präsidenten Ahmadinejad offensiv unterstützt. Wir müssen davon ausgehen, dass auch bei der Teheraner Buchmesse derartige antisemitische Literatur herausgestellt wird. Deutschland ist in diesem Konflikt besonders herausgefordert. Wir dürfen in diesem Thema auch nicht die geringste Toleranz zeigen.
Eine Beteiligung an der Teheraner Buchmesse würde das Regime als Ermutigung ansehen, die iranische Opposition müsste sie als „Schlag ins Gesicht“ empfinden.
Diesen Appell gebe ich Frau Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel, Herrn Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier und dem Vorsitzenden des Auswärtigen Ausschusses des Deutschen Bundestages, Herrn Ruprecht Polenz, zur Kenntnis.
Mit der Bitte um eine schnelle Klarstellung und mit freundlichem Gruß Jochen Feilcke, MdB a.D., Vorsitzender der DIG Berlin
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