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Rede des Botschafters des Staates Israel beim Empfang am 17. September 2009 in seiner Residenz

 

Sehr geehrter Herr Feilcke,
liebe Mitglieder und Freunde der DIG,

meine Frau Iris, die Kollegen aus der Botschaft und ich freuen uns, Sie hier offiziell in der Residenz begrüßen zu dürfen. Ich hatte bereits die Ehre, einige von Ihnen kennenzulernen. Ich möchte Ihnen nicht nur für Ihr Kommen danken, sondern vor allem für Ihr treues Bekenntnis zu Israel und Ihr unermüdliches Engagement. Ich weiß, dass Sie mein Land (aus dem ich erst am Sonntag zurückgekommen bin), seine Geschichte und seine Kultur sehr gut kennen und ich weiß, wie aktiv die DIG ist, wofür ich Ihnen recht herzlich danken möchte.

 

Die DIG Berlin ist nach der Fusion mit Potsdam auf fast 650 Mitglieder angewachsen. Sie versuchen intensiv, durch viele Veranstaltungen weitere Mitglieder zu gewinnen, denn vor allem die jungen Menschen sind ein Garant, um die einzigartigen Beziehungen zwischen unseren beiden Ländern zu erhalten. Es geht nicht nur um die Bedeutung der Vergangenheit, sondern auch um die Zukunft, und vor allem geht es um das Potential, das in der Entwicklung dieser Beziehungen liegt.

 

Nichts ist selbstverständlich. Daher dürfen wir nicht nachlassen, den jungen Leuten die Wichtigkeit der Beziehungen zwischen Juden und Deutschen und zwischen Israel und Deutschland verständlich zu machen. Wir sprechen von der dritten Generation nach der Schoah, aber wir dürfen nicht müde werden, das Geschehene zu erklären und zu vermitteln. Ich denke aber, dass Schuld und Zorn keine guten Instrumente sind, um unsere Beziehungen zu gestalten, schon gar nicht für die junge Generation beider Völker.

Daher frage ich mich und ich frage Sie: Wie können wir mehr junge Leute für Israel und die DIG gewinnen? Lassen Sie uns gemeinsam darüber sprechen.

 

Zuvor möchte ich aber einige Worte zur aktuellen Situation Israels sagen:

 

Ich glaube, dass heute die wichtigsten Aufgaben des Staates Israel die Sicherung der Grenzen und der Frieden mit unseren Nachbarn sind.

 

Ich bedauere es sehr, dass wir in den vergangenen 60 Jahren keinen Frieden mit unseren palästinensischen Nachbarn erreicht haben – es ist eine tiefe Enttäuschung. Ich möchte unseren Nachbarn von hier aus sagen: Wir strecken unsere Hand zum Frieden aus. Wir sind nicht eure Feinde! Eure Feinde sind Hunger, Armut, Wassermangel, Radikalismus und Fanatismus. Wir müssen gemeinsam dagegen vorgehen. Ministerpräsident Jitzhak Rabin fasste es kurz vor seinem Tod in einfache Worte: „Genug ist genug!“ Lasst uns also zusammensitzen, für eure und unsere Kinder!

 

Der politische Prozess hin zum Frieden ist für Israel das wichtigste Ziel. Dabei weiß ich sehr gut, dass es ein langer und schwerer Weg sein wird. Mit Fortschritten und Krisen. Mit Hoffnung und Verzweiflung. Wir müssen sehr hart arbeiten, um Frieden oder zumindest Koexistenz zu erreichen. Leider ist Israel umgeben von einem Meer aus Hass – trotzdem wollen und müssen wir mit unseren Nachbarn Frieden schließen!

 

Ich bin sicher, dass die Palästinenser verstehen, dass Frieden mit Israel auch für sie sehr wichtig ist. Doch ich muss klar sagen, dass nur Frieden herrschen kann, wenn die Palästinenser das Existenzrecht des jüdischen Staates anerkennen und sie den Terror gegen Israel stoppen. Frieden und Terrorismus können nicht Hand in Hand gehen.

 

Lassen Sie mich einige Worte zum Thema Iran anfügen:

 

Das iranische Volk hat eine sehr reiche Kultur und Geschichte. Perser und Israeliten hatten in der Vergangenheit gute Beziehungen, die solange anhielten, bis die radikalen Kräfte unter Ayatollah Chomeini 1977 den Iran übernahmen. Im Iran der Neuzeit werden die toleranten Menschen durch radikale Führer unterdrückt. Wir bedauern diese Entwicklung sehr.

 

Ich wünsche dem Iran, dass er eines Tages frei sein wird von diesem Hass und zurück in die Familie der gemäßigten Staaten findet. Die Menschen werden immer für ihre Freiheit kämpfen. Niemand kann für immer eine ganze Nation unterdrücken.

 

Doch auch hier muss ich Ihnen klar sagen: Radikalismus, Fanatismus und der Export der islamischen Revolution sind für die internationale Gemeinschaft sehr gefährlich. Noch dazu in Kombination mit Terrorismus und in den Händen eines Landes mit nuklearen Ambitionen. Nicht nur für Jerusalem, Madrid, Berlin, Moskau und Washington, sondern auch für Kairo und die ganze arabische Welt.

 

Die Welt darf einen politischen Führer wie Ahmadinedschad nicht akzeptieren!

 

Sie alle sind Freunde Israels, weshalb es Sie freuen wird, noch einige Worte zum sehr erfolgreichen Besuch der Bundeskanzlerin in Israel vor einigen Monaten zu hören:

 

Als ich Frau Merkel in Jerusalem in der Knesseth hörte, habe ich viele Parallelen in der Politik unserer beiden Staaten gesehen: Ihre Worte zu Freiheit, Demokratie, dem gemeinsamen Kampf gegen den Terror und Radikalismus, ihre Haltung zum iranischen Präsidenten. Deutschland und Israel verbinden gemeinsame Ziele wie Sicherheit, Frieden, Bildung, Kultur und die Wissenschaft.

Mit ihrer Rede vor der Knesseth ist es der Bundeskanzlerin gelungen, jeden Israeli zu berühren - mehr als das: Sie sprach zu jedem Juden in der Welt. Die Menschen werden sich an diese Rede noch in vielen Jahren erinnern. Das Wichtigste, was die Bundeskanzlerin sagte, war, dass Israels Sicherheit nicht verhandelbar ist. Die Umsetzung dieser Aussage ist für mich, als israelischen Botschafter in Deutschland, auch in der praktischen Politik zu sehen, dafür sind wir sehr dankbar.

 

Liebe Gäste,

 

die Residenz ist das Haus für die Freunde Israels und ich freue mich, heute unsere Freunde zu Gast zu haben!

 

Lassen Sie mich diese Gelegenheit auch wahrnehmen, um Ihnen und Ihren Familien kurz vor Beginn des neuen jüdischen Jahres alles Gute zu Wünschen!

 

Nun wünsche ich uns allen einen schönen Abend und anregende Gespräche.

 

Ich danke Ihnen.

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