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Friedensveranstaltung in Israel im Gedenken an Yitzhak Rabin
Zeitgleich zu unserem Rabin-Gedenkkonzert in Berlin fand in Tel Aviv die diesjährige Friedenskundgebung für Yitzhak Rabin statt. Lesen Sie einen Bericht mit Fotos von unserem Vorstandsmitglied Kerstin von der Krone direkt aus Israel:



"12 Jahre nach dem Mord an Yitzhak Rabin. Zentrale Gedenkveranstaltung,
Samstag abend, 3.11.2007, 19.30 Uhr, Kikar Rabin"


Ich war heute abend auf der jährlichen Gedenkveranstaltung für Yitzhak Rabin auf dem Kikar Rabin in Tel Aviv. Der damalige israelische Ministerpräsident und Friedensnobelpreisträger war am 4. November 1995 an gleicher Stelle während einer Massenkundgebung von dem religiösen Fanatiker und Extremisten Jigal Amir erschossen worden. Laut Angaben der Veranstalter fanden ca. 150 000 (!) Menschen an diesem Abend zum Ort seiner Ermordung.

Es war wieder sehr beeindruckend, vor sechs Jahren war ich schon mal dabei. Rabins Sohn Yuval hielt eine sehr bewegende und persönliche Rede, in der er sich deutlich gegen die Instrumentalisierung der Geburt und Beschneidung von Jigal Amirs Sohn, die ausgerechnet am Tag der Ermordung seines Vaters stattfinden sollte, aussprach. Ein Gericht hatte eine Haftentlassung für die Feier zwar verboten, eine Zeremonie im Gefängnis aber genehmigt. Er sprach hier auch im Sinne von Israels Ministerpräsident Ehud Olmert, der ein Grußwort geschickt hatte.

Des weiteren redeten Präsident Schimon Peres, der noch einmal betonte, wie wichtig die geplante Nahostkonferenz von Annapolis in den USA sein werde, Verteidigungsminister Ehud Barak und die Bürgermeister von Tel Aviv und Jerusalem.



Die Kundgebung am Kikar Rabin im Zentrum Tel Avivs

An die vielen jungen Teilnehmer der Friedensdemonstration gerichtet, sagte Shimon Peres sichtlich bewegt: "Ihr seid das Erbe Yitzhak Rabins. Rabins Erbe ist ein Israel des Friedens, der Sicherheit und des Lichts" und meinte damit wohl, es sei das Vermächtnis Rabins, den jungen Generationen eine lebenswerte friedliche Zukunft zu hinterlassen, für die einzutreten es sich lohne. Die Rede wurde mit großem Beifall quittiert.

Ehud Barak, zugleich Vorsitzender der israelischen Arbeitspartei, betonte, die Nahost-Konferenz in den USA sei eine Chance und keine Gefahr. "Wir werden alles in unseren Händen stehende tun, um den Frieden zu erreichen, von dem ihr träumt und nach dem ihr Euch sehnt." Barak kritisierte, dass vor zwölf Jahren die Aufrufe zur Gewalt von religiösen Extremisten ignoriert worden waren.

Während der Friedensdemonstration, bei der vor allem die israelische Arbeitspartei, Meretz, Schalom Achschaf und linke Jugendgruppen vertreten waren, gab es wieder viel Musik u.a. von Aviv Gefen, der auf der Kundgebung 1995 kurz vor dessen Tod auch für Rabin gesungen hatte, und Sarit Chadad.


Kerstin von der Krone, 04.11.2007

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