|
Pressemitteilung
Zum Holocaustgedenktag am 27. 1 2007 erklärt der Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, Dr. h.c. Johannes Gerster:
Die Deutsch-Israelische Gesellschaft begrüßt es, dass der Deutsche Bundestag am 29. Januar in einer Sondersitzung der Opfer des Nationalsozialismus gedenkt.
Zugleich betont sie die Notwendigkeit der raschen und wirkungsvollen Umsetzung des neuen Programms der Bundesregierung gegen rechtsextremistische Tendenzen unter jungen Menschen und die Ankündigung, sich für die Strafbarkeit der Leugnung des Holocaust in allen EU-Staaten einzusetzen und für einheitliche Standards bei der Bekämpfung von Rassismus und Fremdenfeindlichkeiten in der EU einzutreten.
Diese Maßnahmen sind richtig und wichtig aber nicht ausreichend im Kampf gegen wachsenden Rechtsextremismus, Antisemitismus, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit in unserer Gesellschaft. NPD und andere Gruppierungen am rechten Rand haben Zulauf in Deutschland. Es vergeht keine Woche ohne rechtsextremistische Demonstrationen, Provokationen und Gewalttaten.
Es ist deutlich erkennbar, dass die Erziehung und Bildung zu Toleranz, Liberalität und Weltoffenheit, die Vermittlung von Grundwerten durch unsere Bildungseinrichtungen weite Teile unserer Jugend nicht oder nicht ausreichend erreichen. Die Bedeutung von Artikel 1 unseres Grundgesetzes: „Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.“ hat zuviel akademische und zuwenig praktische Relevanz in Teilen unserer Gesellschaft.
Es ist zu beklagen, dass eine unheilige Allianz von Rechten, extrem Linken und Moslems immer häufiger den Holocaust und damit die Existenzberechtigung des Staates Israel in Frage stellt.
Gerade junge Muslime werden in Deutschland durch Hassprediger über das Internet und durch Fernsehprogramme in arabischer Sprache gegen Israel, die USA, aber auch gegen die westlichen Demokratien im allgemeinen aufgehetzt. Wieso kann das Fernsehprogramm der Hisbollah, Al-Manar, der Leuchtturm, muslimische Kinder aufrufen, Selbstmordattentäter zu werden? In den USA, Frankreich, Spanien, Holland und Australien wurde Al-Manar mittlerweile abgeschaltet. Warum nicht in Deutschland?
Der Holocaustgedenktag gibt Anlass genug, die Verbrechen des Nationalsozialismus bewusst zu machen und sich erneut bewusst zu werden, dass den Anfängen neuer Radikalismen gerade in der Demokratie streitbar entgegengetreten werden muss.
Keine Toleranz den Intoleranten und keine falsch verstandene Freiheit denen, die Freiheit, Demokratie und Rechtsstaat beseitigen wollen.
Die Deutsch-Israelische Gesellschaft setzt auf die wehrhafte Demokratie und auf streitbereite Demokraten, die sich dem Ungeist der Vergangenheit in seinen neuen Anfängen mit den Mitteln des Rechtsstaates energisch und kraftvoll entgegenstellen.
Die Erinnerung an den Holocaust, die Shoah, ist Mahnung und beinhaltet die Verpflichtung zum Handeln.
Berlin, 22.01.2007
|