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Zwei Bäume für Jerusalem

von Friedrich W. Zimmermann




Als ich in Berlin im Jahr 2001 zum ersten Mal vom Jüdischen Nationalfonds (KKL) hörte, feierte der Verein bereits seinen 100. Geburtstag. Drei Jahre später plante ich meine erste Reise nach Israel. Ich wollte unbedingt nachschauen, wie es in Zeiten sicherheitspolitischer Zwänge und ökonomischer Prioritäten noch gelingt, etwas für die Umwelt zu tun. Neben der in Stein gehauenen Geschichte Jerusalems wollte ich die Bäume sehen, für die der "Keren Kayemeth Lelsrael" seit nunmehr hundert Jahren Spenden sammelt. Die Bäume gibt es wirklich. Eine wilde Vielfalt kleiner und großer Bäume. Überall. Inzwischen sind es ganze Wälder, die die kargen Berge und Täler rund um Jerusalem begrünen. Aus einer verwüsteten Landschaft wurden struppige Grünflächen, die die Narben der Bodenerosion verdecken.

Zu den Wäldern kamen Parkanlagen und Erholungsge­biete, aus dem Gedanken, das Land bewohnbar und die Umwelt lebenswert zu gestalten, entwickelte sich auch die Idee von der "grünen Lunge" rund um das dicht besiedelte Jerusalem. Für Erholungssuchende und Freizeitsportler gibt es Wanderwege und Aussichtspunkte. Doch an der ursprünglichen Idee hat sich nichts geändert. Jeder Baum hat einen Paten. So können Privatpersonen oder Organisa­tionen Hunderte oder Tausende von Bäumen stiften, ganze Waldabschnitte werden nach dem Spender benannt oder erinnern an Menschen, die ihr Herz an Israel verloren hatten - Juden und Nichtjuden.

Mit Hilfe vieler deutscher Spenden konnte kürzlich in der Nähe Jerusalems der Aminadav-Park eingeweiht werden, ein weiteres Beispiel deutscher Solidarität mit Israel. Besucher in Israel können auch selbst Hand anlegen und einen vom KKL bereitgestellten Setzling direkt in die Erde pflanzen und angießen. Die Stellvertretende Vorsitzende der DIG Berlin, Meggie Jahn, und ich haben diese Gelegenheit genutzt. Im Präsidentenwald" wachsen jetzt unsere Pinien mit vielen anderen Bäumen in die Höhe. Mit dem beim Pflanzen aus­gesprochenen Segensspruch nähren wir die Hoffnung auf eine grüne Zukunft und nach Frieden.

in:
NEULAND, Die Zeitschrift des Jüdischen Nationalfonds e.V., Ausgabe Nr. 13 / Sommer 2004

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