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ER WAR EIN FREUND
Zum Tode von Botschafter a.D. Jitzhak (Miki) Ben-Ari

Miki Ben-Ari ist tot, und man mag es nicht glauben. Kennengelernt habe ich ihn und seine Frau Pnina vor mehr als dreißig Jahren. Das war in Brüssel, wo er Israel bei den Europäischen Gemeinschaften vertreten hat.

Miki, freundlich und offen, bescheiden und unprätentiös. Pnina, konzentriert und zielbewusst, aber auch fröhlich und lebenslustig. Man musste die beiden einfach liebgewinnen. Und über die Jahre sind wir Freunde geworden.

Miki - mit dem ich so viele Gespräche führen durfte, in Brüssel, Kopenhagen, Bonn und Tel Aviv. Ein Israeli, der das Beste in der Geschichte seines Landes verkörpert hat. Der Mordmaschinerie der Nazis hat er entkommen können. Während des Unabhängigkeitskrieges hat er seine Pnina im belagerten Jerusalem geheiratet - mit einer Gratisdusche und einer Dose Ölsardinen als einzigen Hochzeitsgeschenken.

Er hat für sein Land gekämpft, als Soldat, in geheimer Mission und im diplomatischen Dienst. Immer hat er das so unaufgeregt getan, dass viele ihn unterschätzt haben. Diejenigen aber, die mit ihm in zuweilen dramatisch zugespitzten Situationen zu tun hatten, wissen es besser. Miki war erstklassig!

Meine Gedanken gehen zu Pnina. Sie ist mit ihrem Mann durch dick und dünn gegangen. Die Art, in der die beiden auch schwere Schicksalsschläge in der Familie durchgestanden haben, war und bleibt bewundernswert. Ihre große innere Kraft wird ihr nun helfen, mit diesem furchtbaren Verlust fertig zu werden. Dessen bin ich gewiss.

Vor wenigen Wochen habe ich Miki in Tel Aviv zum letzten Mal gesehen. Er war ein wenig müder geworden. Aber die lächelnde Zuversicht in seinen Augen werde ich niemals mehr vergessen. Sie hat er uns für die Zukunft hinterlassen.

Wir haben einen großen Israeli, einen hervorragenden Vertreter seines Landes und einen guten Freund verloren. Toda raba, Miki!

Prof. Manfred Lahnstein, 22.03.2004

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