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Frieden unmöglich?

Prof. Dr. Matthias Morgenstern sprach am 5. März 2007 in der niedersächsischen Landesvertretung über die Rolle der drei monotheistischen Weltreligionen im Nahostkonflikt.

Bericht von Dr. Martin Kloke, Fotos: Hanns-Seidel-Stiftung



Prof. Matthias Morgenstern

Ernst Hebeker, Leiter des Berliner Büros der Hanns-Seidel-Stiftung, zeigte sich in seinem Grußwort erfreut über die außergewöhnliche Resonanz, die die Kooperationsveranstaltung mit der DIG Berlin und Potsdam sowie der GCJZ gefunden hatte. Vor etwa 300 Zuhörern stellte DIG-Vorstandsmitglied Dr. Martin Kloke den Tübinger Judaisten und Religionswissenschaftler Prof. Dr. Matthias Morgenstern vor und moderierte die Vortragsveranstaltung.

 

 



Dr. Martin Kloke ergriff das Wort für die DIG Berlin. Links: Prof. Morgenstern, daneben Ernst Hebeker, HSS

 

 

Morgenstern zeigte anhand weit ausgreifender historischer Linien auf, dass Juden, Christen und Muslime im Laufe ihrer Geschichte sehr unterschiedliche Vorstellungen von der Bedeutung des „Heiligen Landes“ entwickelt haben. Er plädierte in seinem einstündigen Vortrag für ein realistisches Verständnis von Religion: Jede Religion verdiene es, in ihrem je eigenen Selbstverständnis ernstgenommen zu werden; normative Erwartungen und außengeleitete Projektionen führten nur zu endlosen Enttäuschungen. Konkret wandte sich der Referent gegen ein moralisierendes Verständnis von Religion und „zerpflückte“ drei populäre „Missverständnisse“:

  • Im Nahen Osten befinden sich drei monotheistische Weltreligionen im Kampf um ein Land.“
  • „Es ist die eigentliche Aufgabe der Religionen, sich immer um den Frieden zu bemühen.“
  • „Monotheistische Religionen grenzen aus, sind intolerant und produzieren Krieg.“

 



 

Sowohl die Schlussbemerkungen Morgensterns als auch die anschließende rege Diskussion ließen erkennen, dass der Weg zum Frieden im Nahen Osten mit zahlreichen Stolpersteinen gepflastert ist. Vorschnelle Schuldzuweisungen an „die Religionen“ mögen zwar ins Leere laufen; doch ob diese in einem wieder auflebenden Friedensprozess ein Teil der Lösung oder ein Teil des Problems sein werden, ist heute noch unabsehbar.

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