Berlin, im Sommer 2008
Liebe Mitglieder,
liebe Freundinnen und Freunde der Deutsch-Israelischen Gesellschaft,
2008 ist für uns alle ein besonderes Jahr: am 3. Ijar 5768 – nach dem gregorianischen Kalender am 8. Mai 2008 – feierten wir auch in Berlin Israels 60. Unabhängigkeitstag. Für die DIG Berlin und Potsdam steht das ganze Jahr 2008 unter dem Motto „60 Jahre Israel“.
Doch trotz dieses erfreulichen Datums dürfen wir nicht vergessen: Israel im 60. Jahr seiner Staatsgründung ist noch immer weit davon entfernt, ein "normaler" Staat sein zu dürfen. Neben zahlreichen innenpolitischen Problemen bleibt die existentielle Gefahr für das kleine Land durch einige arabische Nachbarn akut, während der überwiegende Teil der Weltgemeinschaft Israel auf die Anklagebank setzt.
Vor nicht einmal zwei Jahren fand die ungleiche Auseinandersetzung der Staatsmacht Israel mit der Hisbollah-Miliz statt. Dieser Krieg kostete 150 Israelis das Leben, Hunderte wurden verletzt, Hunderttausende flohen aus dem bedrohten Norden in den sichereren Süden.
Ich selbst war während des vierwöchigen Kriegs in Israel: die Situation im Norden war unerträglich. Die psychische Belastung wegen des permanenten Bombenalarms, wegen der Einschläge der Katyuschas war insbesondere für Kinder und alte Menschen unvorstellbar groß.
Auch im Libanon waren viele unbeteiligte Zivilisten Opfer der Kämpfe, die Situation der Flüchtlinge war verheerend. Neben den menschlichen Opfern musste aber auch die Natur einen hohen Preis zahlen. In nur 34 Tagen gab es durch die über 4000 Katyuscha-Raketen der Hizbollah mehr als 700 Waldbrände - und weit über 750 000 vernichtete Bäume! Infolge dieses Krieges verbrannten ganze Waldgebiete mit schlimmsten Folgen für Israel und das Klima in der Region. Galiläa - die grüne Lunge Israels, verwandelte sich in großen Teilen in schwarze, verbrannte Erde. Jeder von uns, der Israel kennt und regelmäßig besucht, weiß, wie wichtig diese grüne Lunge für das Land ist.
Angesichts dieser bedrohlichen Situation - aber auch aufgrund der damals bevorstehenden Feierlichkeiten zum 60jährigen Bestehen Israels, kam uns vor langer Zeit die Idee, nicht nur zu feiern, sondern auch aktiv zu helfen und dabei etwas Nützliches zu tun.
Wir, die Mitglieder der Deutsch-Israelischen-Gesellschaft, schenken Israel anlässlich des Geburtstags einen „Wald der Deutsch-Israelischen Gesellschaft“ und helfen dadurch aktiv mit, den zerstörten Wald im Norden wieder aufzuforsten. Damit setzen wir ein deutliches Zeichen der Solidarität und der Freundschaft - das für Jahrzehnte Bestand haben wird. Unser Wald wird sich zwischen erhaltenen Baumbeständen in Galiläa erstrecken. Die Besichtigung unseres Waldes in Galiläa wird fester Bestandteil der Israel-Reisen der DIG Berlin werden. In Israel werden die Menschen den Wald sehen und anerkennend feststellen, dass das Land treue Freunde in Deutschland hat, die ohne Wenn und Aber auch in schwierigen Zeiten zu Israel stehen!
Den „Wald der Deutsch-Israelischen Gesellschaft“ werden wir mit der Unterstützung des KKLs Deutschland (Jüdischer Nationalfonds / Keren Kayemeth Leisrael) pflanzen und damit aktiv die lebensnotwendige Aufforstung in Israel unterstützen. Ein Wald besteht aus mindestens 5000 Bäumen – jeder Baum kostet 10 Euro. Das heißt, wir müssen 50 000 Euro sammeln, um einen ganzen Wald pflanzen zu können. Das ist viel Geld. Doch um mit Theodor Herzl zu sprechen: „Wenn Ihr wollt, ist es kein Märchen!“.
Angesichts des 60. Geburtstags von Israel im Jahr 2008 wäre es beispielsweise eine schöne Geste, Israel für jedes Jahrzehnt einen Baum zu schenken – „6 Bäume für 60 Euro für 60 Jahre Israel“. Aber schon mit 10 Euro kann man einen Baum spenden! Weitere Anlässe für eine Baumspende sind Geburtstage, Hochzeiten, Silberne / Goldene Hochzeiten, Wohnungseinweihungen etc. Persönliche Spendeurkunden werden selbstverständlich auf Wunsch von KKL ausgestellt und zugeschickt.
Aber auch mit Kleingeld kann man einen Beitrag für unseren Wald leisten – nicht umsonst heißt es im Jiddischen: „A bissl und a bissl macht auch a volle schissl“. Wer Interesse an einer KKL-Spendendose hat, wende sich am besten direkt an die im Flyer genannten KKL-Büros. In die berühmten blauen KKL-Dosen kann man das ganze Jahr über immer mal wieder Kleingeld für unseren Wald werfen.
Außerdem haben wir im Vorstand der DIG Berlin beschlossen, den Erlös des diesjährigen Rabin-Gedenkkonzerts am 2. November 2008 mit Wolf Biermann (ein Höhepunkt unserer Veranstaltungsreihe in diesem Jahr) unserem Wald zu widmen.
Ich würde mich freuen, wenn wir auf Ihre Unterstützung zählen können. Auch freue ich mich, wenn Sie sich selbst Gedanken machen, wie wir Geld für den Wald sammeln können. Für Vorschläge, Ideen und Rückfragen stehe ich Ihnen jederzeit gerne zur Verfügung: Mirkofreitag@gmx.de.