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7. Rabin-Gedenkkonzert der DIG Berlin am 2. November 2003 im Großen Sendesaal des RBB
Ein Bericht von Meggie Jahn

Anlässlich des 8. Todestages des israelischen Ministerpräsidenten und Friedensnobelpreisträgers Yitzhak Rabin lud die Deutsch-Israelische Gesellschaft Berlin am 2. November zu ihrem 7. Rabin-Gedenkkonzert und 27. Wohltätigkeitskonzert in den Großen Sendesaal des RBB ein. Diesjährige Interpreten waren die "Mendelssohn Players", eine erst vor wenigen Monaten gegründete Gruppe in Deutschland lebender israelischer und jüdischer Musiker aus der ganzen Welt. Einige von ihnen haben führende Positionen in großen Orchestern wie dem Rundfunksinfonieorchester, der Staatsoper oder der Deutschen Oper Berlin. Andere können beachtliche Solo- und Kammermusikkarrieren vorweisen. Das hochrangige Ensemble wird geleitet von Maestro Lior Shambadal aus Israel, dem derzeitigen Chefdirigenten der Berliner Symphoniker und des Radiosinfonieorchesters Slowenien. Der Abend war zugleich ihre Konzertpremiere in der Bundeshauptstadt.

Foto: Meggie Jahn

Die Mendelssohn Players im Großen Sendesaal des RBB.
Rechts im Bild: Maestro Lior Shambadal


Die Mendelssohn Players sehen ihre zentrale Aufgabe in der Wiederbelebung vergessener jüdischer Komponisten und verloren gegangener jüdischer Musiktraditionen, die vor allem in den 20er Jahren in Berlin durch deutsche und russische Komponisten erblüht waren. Das Repertoire basiert auf dem gesamten Kanon europäisch klassischer Musik. Von hier aus hoffen sie, eine Brücke auch zur aktuellen Musikkultur zu bauen.

Die Hatikvah - Nationalhymne des Staates Israels - und das Lieblingslied von Yitzhak Rabin "Ha Re'ut" waren dem unvergessenen Friedenspolitiker gewidmet, der sich "unter Einsatz seines Lebens im Nahen Osten für Frieden und eine Aussöhnung mit den Palästinernsern eingesetzt hatte", so Jochen Feilcke in seiner Begrüßungsrede. Dieses Engagement für Frieden und Verständigung müsse heute im Sinne Rabins verstärkt fortgesetzt werden.



Foto: Meggie Jahn

Die Mendelssohn Players, oben, 2. v. r.: Lior Shambadal



Foto: Yaron Abramow

Meggie Jahn präsentiert im Foyer die von ihr zusammengestellte Fotowand
mit Bildern von früheren Rabin-Gedenkkonzerten der DIG Berlin.



Neben Klängen von Gustav Mahler, Felix Mendelssohn-Bartholdy, von Shimon Cohen, Yinaam Leef und Oedoen Partos wurde eine Welturaufführung mit dem Titel "Drei geflüsterte Lieder" von Josef Bardanaschvili geboten, die das Publikum begeisterte. Die Solistin Raquela Sheeran, geboren in den USA, faszinierte nicht nur durch die Spannbreite ihrer Stimme, sondern auch durch ihre Ausstrahlung.


Foto: Meggie Jahn

Die Solistin Raquela Sheeran singt die "Hatikva"


Schirmherren des Konzerts waren der Regierende Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit, und der israelische Botschafter in Berlin, S.E. Shimon Stein, der auch zu den Gästen sprach. Es waren ca. 700 Gäste in die Masurenallee gekommen, darunter Ehrengäste wie die Berliner Bürgermeisterin Karin Schubert, der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde, Alexander Brenner, der Präsident der DIG, Bundesminister a.D. Prof.. Manfred Lahnstein, Filmproduzent Atze Brauner, die Botschafter von Makedonien und Slowenien, zahlreiche Angehörige der Israelischen Botschaft. Besonders herzlich begrüßte Jochen Feilcke die Witwen von israelischen Busfahrern, die bei Terrorangriffen ums Leben gekommen waren, sowie israelische Busfahrer, die bei Anschlägen verletzt wurden. Sie befanden sich auf Einladung von Berliner Busfahrern der BVG in der Bundeshauptstadt, eine menschliche Geste, die gar nicht genug gewürdigt werden könne.

Vor dem Hintergrund der anhaltenden Terroranschläge in Israel soll der Konzerterlös in diesem Jahr der Finanzierung von Erste-Hilfe-Ausrüstungen der 1995 gegründeten humanitären Freiwilligenorganisation ZAKA zu Gute kommen. Motiviert durch das alte jüdische Prinzip der Achtung vor den Toten und der Heiligkeit des jüdischen Begräbnisses arbeiten die Freiwilligen zusammen mit den Vollzugsbehörden und den Hilfskräften in Terror- und Katastrophenfällen und bei Unfällen. ZAKAs umfangreiches Programm beinhaltet Hilfe und Bergung am Katastrophenort, Mobilisierung und Schulung von Freiwilligen, Koordination der Katastrophenbeseitigung mit Hilfe der Armee, Polizei und anderen Hilfsorganisationen, Suche nach Vermissten, Unterstützung und Hilfestellung für Angehörige und Identifizierung der Opfer. Dabei ist es unwichtig, ob es sich bei den Opfern um Juden, Moslems oder Christen handelt.

Wir hoffen, dass der Erlös des Konzertes es zuläßt, dass wir ZAKA einen stattlichen Betrag für die Anschaffung von Erste-Hilfe-Stationen überweisen können. "Wir spenden in der Hoffnung, dass es keinen Grund geben wird, sie zu benutzen", so Maya Zehden im Programmheft zum diesjährigen Konzert, ein Wunsch, dem sich alle Konzertbesucher anschließen konnten.

Mehr zu ZAKA finden Sie unter
www.zaka.org.il


Bilder vom anschließenden Empfang für die Ehrengäste:


Foto: Meggie Jahn

Jochen Feilcke mit Raquela Sheeran und Lior Shambadal

Foto: Meggie Jahn

Jochen Feilcke mit Terroropfern aus Israel




Der Bratschist Gilad Karni (links), der Flötist Moshe Aron
Epstein (2. v. rechts) und weitere Musiker des Ensembles

Foto: Meggie Jahn

Jochen Feilcke und die Solistin Raquela Sheeran


Foto: Meggie Jahn

Christel Harthaus (Berlin Boxx), Dr. A. Brenner und M. Zehden,
i. Hintergrund: Deidre Berger vom AJC und Lior Shambadal

Foto: Meggie Jahn

Berlins damalige Justizsenatorin und Bürgermeisterin Karin Schubert und Atze Brauner

(Bilder von Meggie Jahn)


Hier finden Sie den Bericht über das 6.Rabin-Gedenkkonzert 2002

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