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Prof. Dr. Lothar Schweigerer (Klinikum Berlin-Buch) und Barbara Groth von der "Deutsch-Israelischen Hilfe für krebskranke Kinder" (DIHKK) stellten am 19. November 2007 ihren Einsatz gegen den Kinderkrebs vor Ein Beitrag von Prof. Dr. Lothar Schweigerer. Einführung und Fotos von Meggie Jahn
 Jochen Feilcke bei der Begrüßung von Barbara Groth und Prof. Dr. Lothar Schweigerer
"Kinderkrebs - Gemeinsam sind wir stärker" - unter diesem Motto stellten Prof. Dr. Lothar Schweigerer vom Klinikum Buch und Barbara Groth von der "Deutsch-Israelischen Hilfe für krebskranke Kinder" (DIHKK) am 19. November 2007 Mitgliedern der DIG Berlin und Potsdam sowie weiteren Gästen im Hotel Crowne Plaza ihren Einsatz gegen den Krebs vor. Die DIHKK wurde 1987 von jüdischen und nicht-jüdischen Berlinerinnen und Berlinern gegründet, um wirksam krebskranken Kindern in Deutschland - vorrangig in Berlin - und in Israel - zu helfen. Dies geschieht zum einen durch die Beschaffung finanzieller Mittel, zum anderen durch eine intensive Öffentlichkeitsarbeit. Auch soll die Kommunikation und der Erfahrungsaustausch zwischen den Medizinern beider Länder gefördert werden. Finanziert wurden bisher u. a. medizinisches Fachpersonal, hochwertige technische Apparaturen und Laborzubehör.
Die Deutsch-Israelische Gesellschaft Berlin und Potsdam widmete ihr Rabin-Gedenkkonzert 2007 mit Timna Brauer & dem Elias Meiri Ensemble am 2. November der DEUTSCH-ISRAELISCHEN HILFE FÜR KREBSKRANKE KINDER. An diesem Abend konnte aus den Einnahmen des Konzerts ein Scheck in Höhe von immerhin 5 000 € an Barbara Groth in Vertretung der DIHKK übergeben werden.
 Jochen Feilcke mit Barbara Groth nach der "symbolischen" Scheckübergabe im Hotel Crowne Plaza.
In der Bundesrepublik erkranken pro Jahr mehr als 300.000 Erwachsene an Krebs. In erster Linie sind Lunge, Dickdarm, Brust und Prostata betroffen.
Kinder erkranken weitaus seltener an Krebs. In Deutschland werden pro Jahr etwa 1800 Kinder mit Krebskrankheiten diagnostiziert. Der Krebs geht jedoch nie von den oben erwähnten Organen aus. Vorherrschend sind Leukämien, Hirntumoren und Tumoren der Lymphdrüsen und der Weichteile. Obwohl Krebskrankheiten im Kindesalter selten sind, so stellen sie doch immer noch ein ernsthaftes Problem dar, da sie führende Todesursache in dieser Altersklasse sind. Vor gut 40 Jahren waren die meisten Kinderkrebsarten nicht heilbar – die Diagnose war gleichbedeutend mit einem Todesurteil. Dies hat sich jedoch in den letzten Jahrzehnten grundlegend geändert: durch den Einsatz von verbesserten operativen Maßnahmen, Bestrahlung und insbesondere Chemotherapie gelang es deutschen Kinderkrebsärzten, die Heilungsrate auf durchschnittlich 75% anzuheben. Bei einigen Krebsarten betragen die Heilungsraten sogar nahezu 100%. Beispiele sind der Hodgkin´sche Lymphdrüsenkrebs und der so genannte Wilmstumor, ein bösartiger Nierentumor.
 Prof. Lothar Schweigerer während seines Vortrags
Besorgniserregend ist allerdings, dass die Heilungsraten in den letzten 10 Jahren trotz aller Bemühungen kaum mehr ansteigen. Daraus muss man schließen, dass die konventionellen Therapiemaßnahmen, nämlich Chirurgie, Bestrahlung und Chemotherapie an ihren Grenzen angelangt sind. Das Ziel muss deshalb sein, zusätzliche neue Therapiekonzepte zu entwickeln und in die klinische Praxis umzusetzen. Dies wird allerdings nur dann erfolgreich sein, wenn man Ursachen und Ausbreitungsmechanismen des Kinderkrebses versteht. Erstaunlicherweise sind diese Fragen trotz der durch empirische Anwendung erzielten großen Behandlungserfolge des Kinderkrebses nahezu unbeantwortet. Durch intensive Grundlagenforschung erzielten Wissenschaftler in den letzten Jahren neue Erkenntnisse, die vermutlich bald zum Vorteil der krebskranken Kinder umgesetzt werden können. So wird zunehmend klar, dass bestimmte Kinderkrebsarten wie beispielweise die Klasse der embryonalen Tumoren offensichtlich das Resultat einer genetischen Störung in einer unreifen normalen Zelle sind, welche es der Zelle erlaubt, sich rasch zu teilen anstatt – wie im genetischen Bauplan vorgesehen – die rasche Zellteilung zugunsten der Entwicklung in eine reife und funktionell aktive Zelle aufzugeben. In der Folge entstehen aus einer krebsartig veränderten Zelle viele identische Tochterzellen, welche jedoch kaum differenzierte Funktionen wahrnehmen können. Vielmehr rauben die Krebszellen den normalen reifen Zellen den „Lebensraum“ und bewirken dadurch deren Untergang. Wissenschaftliche Untersuchungen der letzten Jahre haben darüber hinaus gezeigt, dass auch die Tumorzellen bestimmte „Probleme“ bewältigen müssen, damit sie sich weiter ausbreiten können. Hat ein Tumor eine Größe von einigen Millimetern erreicht, dann kann er nur dann weiter wachsen, wenn es ihm gelingt (ähnlich wie ein Schmarotzer) die Blutgefäße des Organismus „anzuzapfen“. Erst dann kann er lebensnotwendigen Sauerstoff und Nährstoffe aufnehmen und Stoffwechselabfallprodukte abtransportieren. Den Zellen in einem Tumor gelingt dies, indem sie mit der ungebremsten Produktion von Stoffen beginnen, die das Wachstum neuer Blutgefäße anregen. Diese können zwar auch von gesunden Zellen hergestellt werden, aber in viel geringeren Mengen und auch nur zu bestimmten Zeiten. Die erwähnten wissenschaftlichen Erkenntnisse haben zu Überlegungen geführt, diese therapeutisch zu nutzen. Tatsächlich hat man in den letzten Jahren Substanzen identifizieren können, welche die unreifen Zellen bestimmter Kinderkrebsarten zur Ausreifung zwingen und ihnen gleichzeitig ihr Teilungsvermögen nehmen. Zu diesen Substanzen gehören beispielweise Abkömmlinge des Vitamins A. Darüber hinaus wurden in den Labors Stoffe entwickelt, welche die vom Tumor gebildeten Blutgefäßwachstumsstoffe abfangen und an ihrer Wirkung hindern. Dadurch wird der Tumor von der Blutzufuhr abgeschnitten, sodass er buchstäblich verhungert. Diese Therapieprinzipien werden derzeit in einigen mit der Behandlung von Kinderkrebs befassten Zentren praktisch umgesetzt, darunter auch die Klinik für Kinder- und Jugendmedizin des HELIOS-Klinikums Berlin-Buch. Man hofft damit die stagnierenden Heilungsraten beim Kinderkrebs wieder anheben zu können, um so zukünftig einmal alle an Krebs erkrankten Kinder heilen zu können.
 Prof. Dr. Schweigerer, Barbara Groth und Jochen Feilcke freuen sich über die Spende der DIG.
Wir danken Prof. Dr. Lothar Schweigerer für die Bereitstellung einer Zusammenfassung seines Vortrags. Meggie Jahn
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