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Jugendgruppe aus der israelischen Partnerstadt Karmiel in Charlottenburg-Wilmersdorf herzlich empfangen von Eberhard Schwartz

Foto: Thomas Leiberg
Die letzten Wochen im Juli und August hatten die Jugendlichen in der nordisraelischen Stadt Karmiel im Bunker verbracht, um sich vor den Raketenangriffen der Terrororganisation Hisbollah aus Stellungen im Süd-Libanon zu schützen. An die lange geplante Jugendbegegnung in der Partnerstadt Berlin-Charlottenburg/Wilmersdorf war gar nicht mehr zu denken.
Umso erfreulicher, dass nach der Entspannung der Situation im Nahen Osten 10 Jugendliche aus Karmiel mit ihrer Begleiterin Judith Hadari am 18. August am Internationalen Flughafen Ben-Gurion in Tel Aviv in eine El-Al-Maschine steigen und nach Berlin fliegen konnten.
Hier verbrachten sie unbeschwerte Tage und konnten sich von den Schrecken der vergangenen Wochen erholen. Hier trafen sie auf Jugendliche der Theatergruppe des Wilmersdorfer Jugendzentrums „Spirale“. Tagsüber wurden Berlin und seine Umgebung erkundet, Besuche und Besichtigungen standen auf der Tagesordnung sowie Treffen mit Jugendlichen aus verschiedenen Jugendzentren und Schulen.
Die Charlottenburg-Wilmersdorfer Bürgermeisterin Monika Thiemen und der Jugendstadtrat Reinhard Naumann empfingen die israelische Jugend-Delegation und hörten aufmerksam zu bei den Berichten über das Erlebte. Die Berliner Disco-, Café- und Kulturszene wurde abends ausgiebig genossen.
„Pünktlich“ um 17 Uhr aber wurde täglich Theater gespielt und geprobt. Unter der Leitung des Theaterpädagogen Bernard Szulc mit Unterstützung seiner Kollegin Silke Rohdde, die für das Programm zuständig war, konnten die israelischen Jugendlichen das Erlebte der vergangenen Wochen verarbeiteten. In den deutschen Jugendlichen fanden sie verständnisvolle Partner - Freundschaften wurden geschlossen.
Das Ergebnis des Theater-Workshops wurde am Ende der Begegnung auf der Bühne des Theatersaals der „Spirale“ vor fachkundigem, jugendlichem Publikum präsentiert. Thema waren die unterschiedlichen Lebenswirklichkeiten von Jugendlichen in Israel und in Deutschland. Witzig und gekonnt gespielt, mit Live-Musikeinlagen unterlegt, bekam dieses israelisch-deutsche Theaterfragment reichlich Applaus.
Bei einer anschließenden Diskussion mit Schülern von der Friedrich-Ebert-Schule wurden die Jugendlichen aus Karmiel mit Fragen über das Leben in Israel und ihren Alltag „bombardiert“. Willig und entspannt gaben sie Auskunft. Der 24-jährige Sagi berichtete, dass er fünf Stunden vor dem Abflug aus der Armee nach Hause kam, seine Zivilkleidung angezogen, den Koffer gepackt und das Maschinengewehr gegen seine Gitarre getauscht hat und zum Flughafen geeilt sei, um mit den anderen nach Berlin fliegen zu können.
Am Ende wurden herzliche Einladungen zu einem Gegenbesuch in Israel ausgesprochen.

Foto: Thomas Leiberg
Berlin, den 25.08.2006 www.ikyc.de
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