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Endlich in Jerusalem, der "goldenen Stadt" ....
Auf der Fahrt zum "Kings-Hotel" ins Zentrum der Stadt, vorbei am Migdal David nahe dem Jaffa-Tor, in dem sich ein wunderschönes Museum über die Geschichte Jerusalems befindet.
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Am Abend - in unserem Jerusalemer Hotel zwischen Stadtverwaltung und Ben Yehuda - trafen wir David Witzthum, Chefredakteur des 1. Israelischen Fernsehens, der uns einen Vortrag über "Die aktuelle Stimmungslage in Israel" hielt. Den meisten Israelis gehe es heute wirtschaftlich besser denn je, doch jammere man hierzulande gerne, was uns bekannt vorkam. Die übliche Parteienlandschaft sei abgelöst worden von "Stämmen". Gemeint sind wohl Interessen- bzw. Bevölkerungsgruppen: alteingesessene jüdische Israelis, Säkulare und Religiöse, Araber und Neueinwanderer (davon ca. eine Million Russen seit Beginn der 90er Jahre). Die politischen Skandale der letzten Jahre und Monate könnten für das Land heilsam sein und den Weg nach vorne öffnen, so zumindest seine Hoffnung. Ausdrücklich nannte Witzthum in dem Zusammenhang die positive Rolle der Medien und die gründliche Arbeitsweise des neuen Staatskontrolleurs Micha Lindenstrauss, den wir später zufällig in der Altstadt treffen sollten. Was den israelisch-palästinensischen Konflikt angeht, so schlug Witzthum vor, zur Road-Map zurückzukehren, die im übrigen nicht in den USA, sondern eigentlich im deutschen Auswärtigen Amt entstanden sei. Überraschend Witzthums Ruf nach einem "Marshall-Plan" für die Palästinensergebiete, in den nicht nur die USA und Europa, sondern auch die arabischen Länder einzahlen sollten (s. ihre jüngste Friedensinitiative), genannt wurde eine Summe von 200 Mrd. Dollar. Mit der Hamas müsse man vielleicht nicht verhandeln, reden aber sollte man mit ihr, so der israelische "Uli Wickert" (inzwischen natürlich Claus Kleber).
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Shopping in der Ben Yehuda, beliebte Fußgängerzone im Westteil Jerusalems und Kneipenviertel. Rechts lugt der "Lubawitscher Rebbe" durch den Straßenschmuck. Jerusalem ist wieder ein Stück religiöser geworden, was man auch am ausgewiesenen "Shabbat-Elevator" im Hotel feststellen konnte ...
Gegensätze ....
Am Shabbat fuhren wir durch Ostjerusalem, links das Damaskus-Tor, rechts der "Shuk" (Markt) gegenüber, aber auch zu seinen Füßen....
Über den Ölberg (rechts und unten), ging es durch Gilo und vorbei am Checkpoint "Rachel's Passage" in Richtung Totes Meer.
Von dem Jerusalemer Stadtteil Gilo aus warfen wir einen ersten Blick auf die israelische Sperranlage, die in Jerusalem an mehreren Stellen besonders gut sichtbar ist, u.a. in Abu Dis. Der Ort gilt als möglicher Sitz des palästinensischen Parlaments, sollte er eines Tages wieder Teil von Jerusalem werden, so frühere israelisch-palästinensische Friedensvorstellungen. Dort befindet sich auch eine große palästinensische Universität. Gilo wurde im Zuge der zweiten Intifada vom arabischen Beit Jala aus immer wieder mit Raketen beschossen, heute gibt es noch Teile der Schutzmauer, die an die Berliner East-Side-Gallery erinnern.
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Da unser Bus bei der Einfahrt nach Jerusalem mit Steinen beworfen wurde, fuhren wir von Gilo aus nicht nach Abu Dis, sondern zu "Rachels Passage" (im Volksmund auch "Rachels Revenge" genannt) am Übergang nach Bethlehem, wo sich mit Rachels Grab eines der wichtigsten jüdischen Heiligtümer befindet. Früher war es relativ leicht zugänglich, zumindest mit einem arabischen Taxi, aber immer wieder auch Ort von Terroranschlägen. Inzwischen findet sich hier eine 8 m hohe Mauer mit Checkpoint, an dem an diesem Tag erstaunlich wenig Betrieb war. Yaron machte deutlich, dass es seit Installierung des ca. 750 km langen Trennungszauns zum Westjordanland, von dem nur ca. 4 % eine Mauer darstellen, kaum noch Terroranschläge in Israel gäbe. Umstritten sei bei Israelis deshalb nicht die Sperranlage selbst, sondern deren Verlauf teilweise jenseits der Grenze von 1967. Dieser habe auch zu Klagen von arabischen Bauern beim Obersten Gerichshof geführt, die sich von ihren Olivenbäumen abgeschnitten sahen. Auf Grund der Urteile wurden verschiedene Änderungen im Verlauf vorgenommen.
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Am Toten Meer besuchten wir zunächst Qumran, wo ein beduinischer Hirte in einer der Höhlen 1947 die ältesten Schriftrollen vermutlich der Essener gefunden hatte. Inzwischen wird dort eine ganze Stadt ausgegraben. Danach stand fakultativ Massada und/ oder Ein Gedi Spa auf dem Programm. Diejenigen, die Massada schon kannten, dehnten ihre Badepause etwas aus.
Oben Qumran, unten das Felsmassiv von Massada, Symbol des jüdischen Widerstandsgeistes ... Mit dem Spruch "Massada soll nie wieder fallen" werden bis heute israelische Rekruten dort vereidigt. Links die im Jahre 70 n. Chr. von den Römern mit Hilfe von Sklaven aufgebaute Rampe, rechts - mit Steinen gekennzeichnet - zwei der römischen Lager, von denen aus man die Juden zur Aufgabe zwingen wollte. Die Belagerung endete mit dem Massenselbstmord der jüdischen Flüchtlinge, über den Josephus Flavius in seinem Buch "Der jüdische Krieg" berichtet hat.
Das Tote Meer zieht sich seit 1986 jedes Jahr um einen Meter zurück, rechts im Boden abgelagerte Salze.
Seit einigen Jahren fährt eine Bahn von den Badeanlagen und Hotels an den Strand. Beim Baden kann man nicht untergehen; Schwimmen ist angesichts des Salzwassers nicht zu empfehlen.
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Am Abend trafen wir Marianne Karmon, Vorsitzende der IDG Jerusalem und geboren in Berlin, die uns nicht nur von den Nachwuchsproblemen der IDG berichtete, sondern mit Wehmut an die Zeit erinnerte, als unter Juden vor und nach der Staatsgründung trotz bescheidenster Verhältnisse noch Aufbruchstimmung herrschte. Sie sei heute leider - ähnlich wie in (anderen) westlichen Gesellschaften - Individualismus, vielfach auch Egoismus gewichen. Der Sechstage-Krieg stellt für sie einen Bruch dar, da ihr Idealismus und ihre bisherigen Werte danach ins Wanken gerieten. Die Versuchung vieler Israelis, sich nach einem Krieg, den sie nicht wollten, dem "Siegestaumel" hinzugeben, und die eroberten Gebiete zu behalten, sei groß gewesen. Ihr Land kranke bis heute an den Folgen des Krieges, da keine endgültigen Grenzen, sondern nur Waffenstillstandslinien festgelegt wurden und der Status der Gebiete nicht geklärt sei.
Weitere Bilder von Jerusalem ...
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