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Grußwort von S.E. Botschafter Shimon Stein an die Deutsch-Israelischen-Gesellschaften anlässlich des 55. Unabhängigkeitstages des Staates Israel
Als der damalige israelische Ministerpräsident David Ben Gurion am 14. Mai 1948 im Museum von Tel Aviv die Unabhängigkeitserklärung verlas, erklärte er: "Gleich allen anderen Völkern ist es das natürliche Recht des jüdischen Volkes, seine Geschicke unter eigener Hoheit selbst zu bestimmen." Im Laufe der vergangenen 55 Jahre haben die Bürger des Staates Israel diese Herausforderung erfolgreich angenommen. Das Israel von heute ist ein hochentwickelter, fortschrittlicher Staat, der unter schwierigen existentiellen Bedingungen auf dem Gebiet der Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur Weltniveau erzielt hat. Ebenso erfolgreich hat der junge Staat die Aufnahme der Neueinwanderer bewältigt, die zahlreich nach Israel strömten, um dort eine neue Heimat zu finden. Im Gepäck trugen sie ihre kulturellen Bräuche und Traditionen, die zur heutigen Vielfalt der israelischen Kultur beigetragen haben. Im Gepäck trugen die Überlebenden der Schoah das Entsetzen, die Traumata und den intensiven Wunsch, an der Gestaltung einer besseren Zukunft mitzuwirken. Zu einer solchen Zukunft gehört der Frieden mit dem palästinensischen Volk und den Nachbarländern, ein Frieden in Sicherheit, nach dem sich die israelische Gesellschaft seit vielen Jahren sehnt. Zu unserer großen Enttäuschung ist es bis heute nicht gelungen, den Konflikt mit den Palästinensern beizulegen. Stattdessen sehen wir uns tagtäglich mit dem Kampf gegen den Terror konfrontiert, der bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt zahlreiche unschuldige Opfer fordert. Israel wartet 55 Jahre nach seiner Staatsgründung immer noch auf die Anerkennung der Legitimität des jüdischen Staates durch die arabische Welt. Zweifellos sind wir Israelis bereit, für die Verwirklichung des Friedens in der Region schmerzhafte Schritte zu unternehmen. Dabei hegen wir die Hoffnung, dass das Ende des Irak-Krieges, sowie die Ernennung von Machmud Abbas zum Ministerpräsidenten von den Palästinensern als eine Chance wahrgenommen wird (nach dem 11.9. verpassten sie eine solche Chance), sich vom Terror abzuwenden und mit Israel politische Gespräche aufzunehmen. Diese Gespräche werden am Ende zur Implementierung der Vision des amerikanischen Präsidenten führen, zu einer Vision, die wir voll unterstützen. Doch Israel ist weit mehr als ein politischer Konfliktherd in den Medien, und darum wünsche ich mir, dass die Deutsch-Israelischen Gesellschaften uns weiterhin bei dem Anliegen unterstützen, Israel in der Vielfalt seiner Facetten, Parteien, Religionen und Interessen zu zeigen, aus denen es tatsächlich auch besteht. Innerhalb von 55 Jahren hat der israelische Staat bei der Bewältigung seiner innenpolitischen Aufgaben wie der Integration der Einwanderer große Fortschritte erzielt. Insofern kann man Israel als Erfolgsgeschichte betrachten. Jedoch die beiden wichtigsten Herausforderungen, nämlich Frieden und Sicherheit, liegen noch vor uns. Um unsere Aufgaben erfolgreich umzusetzen, sind wir auf die Hilfe unserer Freunde angewiesen. Zu unseren Freunden und einer der wichtigsten Säule in Deutschland gehört die DIG. Seit ihrer Gründung haben sich die Deutsch-Israelischen Gesellschaften bundesweit in unzähligen Veranstaltungen dafür eingesetzt, um Verständnis für Israel als eine lebendige, moderne Demokratie mit einem eigenen politischen, sozialen und kulturellen Selbstverständnis zu werben. Für dieses Engagement möchte ich Ihnen im Namen der israelischen Bürger meinen herzlichen Dank aussprechen. Ich wünsche uns allen eine fröhliche Feier des Unabhängigkeitstages! Shimon Stein 6. Mai 2003
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