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Die Deutsch-Israelische Gesellschaft verlieh am 11. Mai im Reichstag ihren Friedenspreis 2005 Preisträger war in diesem Jahr die Hand-in-Hand-Schule Jerusalem Ein Bericht von Meggie Jahn
Im Rahmen einer Feierstunde, die dank des Bundestagspräsidenten Wolfgang Thierse und der Vorsitzenden der Deutsch-Israelischen Parlamentariergruppe, Hildegard Müller, erneut im Berliner Reichstagsgebäude stattfinden konnte, wurde am 11. Mai 2005 der diesjährige Friedenspreis der Deutsch-Israelischen Gesellschaft verliehen. Mit dem Preis werden seit 2001 alle zwei Jahre herausragende Projekte der jüdisch-arabischen Zusammenarbeit in Israel ausgezeichnet, deren Ziel die Förderung von Verständigung und Toleranz zwischen Juden und Arabern in Israel ist. Nach dem "Arab-Jewish Cultural Center Beit Ha Gefen" in Haifa und der Friedensschule von "Neve Shalom" erhielt in diesem Jahr die "Hand-in-Hand-Schule" in Jerusalem, eine Initiative des "Zentrums für jüdisch-arabische Erziehung, die Ehrung der DIG. Stellvertretend für die Schule, in der jüdische und arabische Kinder bilingual unterrichtet werden und gemeinsam aufwachsen, nahmen die jüdische Direktorin, Dalia Perez, und der arabische Direktor, Ala Khatib, die Urkunde entgegen. Der Preis ist mit 5000 Euro dotiert - für eine Gesellschaft, die weitgehend von Mitgliedsbeiträgen lebt, kein geringer Betrag, auch wenn mehr nötig wäre.

DIG-Präsident Prof. Manfred Lahnstein bei der Begrüßung der ca. 400 Gäste auf der Fraktionsebene des Reichstags: "Hoffen wir, dass dieses Beispiel im wahrsten Sinne des Wortes Schule macht."
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v.l.: H. und M. Krumpholz, Vorsitzende der Auswahlkommission, Ala Khatib und Dalia Perez, Sonja Lahnstein. Dahinter: Anke Fuchs, Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages a.D.
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DIG-Präsident Prof. Manfred Lahnstein, Vorsitzender des Board of Governors der Universität Haifa, begrüßte die ca. 400 Gäste aus Gesellschaft und Politik, aber auch Pressevertreter. Dass die Beliebtheit der Schule immer weiter wachse und die Anwärterliste ständig länger werde, wertete er als hoffnungsvolles Zeichen für die Zukunft. Jedes Jahr steige die Zahl der Anmeldungen um etwa ein Viertel. Mit dem Preisgeld wolle die DIG das pädagogische Programm der Schule unterstützen. Das Zentrum für jüdisch-arabische Erziehung ist ein Projekt der durch den früheren Bürgermeister von Jerusalem, Teddy Kollek, ins Leben gerufenen Jerusalem Foundation, die zur Zeit darum bemüht ist, einen Neubau der jüdisch-arabischen Schule finanziell abzusichern.

S.E. Shimon Stein: "Das Projekt nimmt eine Vorreiterrolle ein, bildet jedoch keine Insel, denn die Kinder und Erwachsenen tragen die Ideen in ihre Umgebung, ihre Gesellschaft hinein." Mehr
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Die Musiker Judith Sasse und Boris Rosenthal vom Jüdischen Gymnasium Berlin sorgten mit Weltmusik für die musikalische Begleitung des Programms.
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Der israelische Botschafter, S.E. Shimon Stein, wertete die Hand-in-Hand-Schule als "ein außergewöhnliches Projekt, das in außergewöhnlichen Zeiten initiiert wurde". Kurz nach der Gründung habe im September 2000 die Terrorwelle begonnen, die "mit einem Schlag alles in Frage zu stellen drohte, wofür diese Schule stehe: Jüdische und arabische Kinder, die nebeneinander sitzen und lernen, miteinander spielen, sich zu Hause besuchen, Freunde sind". Es gehöre "viel Mut, Hellsichtigkeit und sehr viel Individualismus" dazu, einen Traum zu verwirklichen, der sich nicht losgelöst von den politischen Umständen, von Terror und Entfremdung umsetzen lasse. Die Schule wolle nicht nur Haß und Vorteilen entgegenwirken, sondern auch "Verständnis für die andere Kultur, die andere Identität, das andere Geschichtsverständnis bewirken". Der Versuch, zwischen den Völkern Brücken zu schlagen, so der Botschafter, verdiene es, ausgezeichnet zu werden.

Altbundespräsident Rau: "Ein Projekt des Miteinanders, wie es gerade im Nahen Osten nötiger denn je ist."
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Besondere Freude löste aus, dass auch Bundestagspräsident Wolfgang Thierse zur Preisverleihung gekommen war. Er hatte 2003 die Laudatio für die Friedensschule von Neve Shalom gehalten.
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Altbundespräsident Dr. Johannes Rau (verstorben am 27.01.2006) hielt die Laudatio. Dieser würdigte den Vorbildcharakter der Schule für das Zusammenleben von Juden und Arabern und berichtete von seinem beeindruckenden Besuch der Hand-in-Hand-Schule als Bundespräsident vor zwei Jahren. "Die ausgestreckte Hand und nicht der Ellenbogen muss das Symbol für die Zukunft werden, so der frühere Bundespräsident. "Die Erziehung zu Frieden und Verständigung, die hier schon im Kindergarten beginnt, weist den richtigen Weg. Kinder, die zusammen spielen, miteinander lernen und arbeiten, können später als Erwachsene friedlich zusammenleben. Der Friede ist kein leerer Traum, er kann gemeinsam gewonnen werden, von Juden und Arabern, das zeigt die Hand-in-Hand-Schule in Jerusulem", so Rau.
Die Hand-in-Hand-Schule Jerusalem ist die erste von insgesamt drei Schulen, die das schon 1977 gegründete „Zentrum für jüdische-arabische Erziehung in Israel“ bisher eingerichtet hat. Dort sollen demokratische Werte vermittelt und Toleranz mit schulischer Bildung verknüpft werden. Hebräisch und Arabisch haben im Schulalltag den gleichen Stellenwert. Jede Klasse wird von einem arabischen und einem jüdischen Pädagogen betreut. Boris Rosenthal (Akkordeon) vom bekannten Duo "Rosenthal und Ginzburg" und Judith Sasse (Klarinette), beide vom Jüdischen Gymnasium Berlin, sorgten für die musikalische Untermalung des kurzweiligen Programms.

Magdalene Krumpholz, Vorsitzende der Findungskommission, gratulierte als erste den Preisträgern und verlas den Text der Urkunde.
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Dalia Perez und Ala Khutib dankten im Namen der Schule für den Friedenspreis, der für sie eine hohe Auszeichung bedeute. Rechts: Dolmetscher Michael Sternheimer, der rund um die Uhr im Einsatz war.
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V.r.: Reinhold Robbe, Wehrbeauftragter und Vizepräsident der DIG, Hildegard Müller, Vorsitzende der Deutsch-Israelischen Parlamentariergruppe, Altbundespräsident Dr. Johannes Rau, S.E. Shimon Stein, Sonja und Manfred Lahnstein sowie das Ehepaar Krumpholz
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Magdalene Krumpholz und Prof. Manfred Lahnstein freuen sich mit den Preisträgern nach der Verleihung über eine gelungene Veranstaltung.
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Hildegard Müller, MdB und Vorsitzende der Deutsch-Israelischen Parlamentariergruppe, würdigte 40 Jahre parlamentarische Begegnung zwischen Deutschen und Israelis und lud im Anschluss an den Festakt zu einem kleinen Empfang auf der Fraktionsebene ein.
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Der DIG-Präsident dankt Magdalene Krumpholz für die erfolgreich getane Arbeit. Rechts neben den Preisträgern: Wolfgang Freitag, Mitglied der Findungskommission und Vorsitzender der DIG-AG Ostfriesland.
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(Fotos: Meggie Jahn) Hier finden Sie den Bericht mit Fotos von der Friedenspreisverleihung 2003.
Mehr Infos: - Mehr zur Hand-in-Hand-Schule finden Sie hier.
- Auf der Website der DIG Frankfurt finden Sie mehr zum DIG-Friedenspreis.
- Auf der Website der Bundes-DIG finden Sie einen Pressespiegel, der nach der Veranstaltung erstellt wurde.
- In der Ausgabe Juli 5/2005 des "Blickpunkt Bundestag" findet sich unter der Überschrift "PANORAMA - Begegnungen im Parlamentsviertel. Die richtigen Lehren" ein Artikel über die Friedenspreisverleihung.
- Hier finden Sie einen Bericht vom Besuch des Regierenden Bürgermeisters von Berlin, Klaus Wowereit, in der Schule am 22.11.2005 (Newsletter der Israelischen Botschaft, 23.11.05):
Berlins Regierender Bürgermeister in Jerusalem
Im Rahmen seiner viertägigen Israel-Reise ist Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit am Montag das Zentrum für jüdisch-arabische Erziehung der Hand-in-Hand-Schule in Jerusalem besucht. Das Zentrum ist ein Musterbeispiel für Koexistenz und Bildungsarbeit in der Hauptstadt.Die Hoffnung für eine friedlichere Zukunft ruht auf den kommenden Generationen. Daher ist es unerlässlich, dass sie die Bedeutung von Toleranz und gegenseitigem Respekt lernen und verinnerlichen. Das jüdisch-arabische Erziehungszentrum leistet innerhalb des israelischen Schulsystems in Jerusalem Pionierarbeit: der innovative, auf beide Kulturkreise ausgerichtete Lehrplan, der gemeinsam von einem jüdischen und einem arabischen Lehrer sowohl auf Hebräisch als auch auf Arabisch unterrichtet wird, ermöglicht den Schülern, ihre eigene Identität zu festigen und den Hintergrund des anderen kennen und schätzen zu lernen. Die Kinder bringen die Botschaft der Toleranz nach Hause zu ihren Familien, die ihrerseits im Rahmen der Freizeitprogramme des Zentrums regelmäßig zusammenkommen. Die Eltern treffen sich, um gemeinsam über die Erziehung ihrer Kinder zu beraten und neue Wege zu gehen. Das Zentrum ist ein einmaliger Schauplatz lebendiger Begegnungen der verschiedenen Kulturen der Stadt. Das jüdisch-arabische Erziehungszentrum wird vom israelischen Erziehungsministerium und von der Jerusalemer Stadtverwaltung unterstützt. Es wurde 1997 von der jüdisch-arabischen Organisation ´Hand in Hand´ gegründet, deren Erziehungsprojekte von der UNESCO anerkannt werden und das Symbol der UN-Organisation tragen dürfen. Gegenwärtig wird die Schule, die vom Kindergarten und der Vorschulklasse bis zur siebten Klassenstufe (erstes bis sechstes Schuljahr) reicht, von mehr als 300 Kindern besucht (mit einer jährlichen Zuwachsrate von mindestens 20 Prozent). Die Erweiterung des Lehrplans über alle Stufen der Volksschule bis hin zur achten Klasse ist vorgesehen. Da das Zentrum zurzeit als Untermieter in einer anderen Erziehungseinrichtung untergebracht ist und unter räumlicher Enge leidet, hat sich die Jerusalem Foundation den Bau eines eigenen Schulcampus zur Aufgabe gemacht. Auf einem Areal von etwa 5.500 qm - unweit des gegenwärtigen Standortes zwischen dem jüdischen Viertel Gonen und dem arabischen Wohnquartier Beit Safafa - wird ein Schulgebäude von etwa 5.000 qm errichtet. Die Baukosten des Gesamtprojekts belaufen sich auf rund Euro 11 Millionen. Die Grundsteinlegung für das Schweizer Klassenzimmergebäude fand im November 2005 statt; der Einzug der Schüler der Vorschulklasse bis zur neunten Klassenstufe ist für das Frühjahr 2008 geplant. Der regierende Bürgermeister ließ sich von der Leiterin der deutschsprachigen Abteilung, Irene Pollak, und der Architektin, Urit Landsberg (beide Jerusalem Foundation) auf der Baustelle genauestens über das Bauvorhaben unterrichten (Foto). Weitere Informationen: http://www.jerusalemfoundation.org/ Die Besichtigung des Original-Manuskripts von Albert Einsteins Relativitätstheorie bildete den Höhepunkt eines Gangs durch die Einstein-Ausstellung im Bloomfield Science Museum in Jerusalem. Prof. emer. Hanoch Gutfreund, ehemaliger Präsident der Hebrew University of Jerusalem und ehem. Professor am Andre Aisenstadt Lehrstuhl für Theoretische Physik, führte die deutsche Delegation durch die Ausstellung. Deutsch-Israelischer Forschungsaustausch von Studierenden geplant Begeistert reagierte Wowereit auf den Vorschlag der Universität, einen deutsch-israelischen Forschungsaustausch von Studierenden zu gründen. Der Vorschlag wurde Wowereit während seines Besuchs im Universitätszentrum für Forschung und Entwicklung unterbreitet. (http://media.huji.ac.il/)
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