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DIESES JAHR IN ISRAEL Israel-Reise der DIG Berlin und Potsdam vom 15. 5. – 25.5 2008 von Lorenz Engel
Im Mai dieses Jahres hatten 33 Teilnehmer einer Reisegruppe der DIG Berlin/Potsdam Gelegenheit, Israel kennen zu lernen, wie es wohl keinem Touristen oder gar Alleinreisenden je möglich sein wird. Wir hatten das Glück, dieses doch in vielen Bereichen so schwierige Land zu erkunden und im wahrsten Sinne zu erfahren, seine bei allen politischen Problemen dennoch überaus optimistischen und zukunftsgewandten Bewohner zu treffen, zu sprechen und zu verstehen. Auch Jochen Feilcke, Vizepräsident der DIG und Vorsitzender in Berlin und Potsdam, nutzte die Gelegenheit, Israel wieder zu besuchen.
Von Berlin-Schönefeld führte uns unser Weg nach Tel Aviv und von dort unter der Führung unseres wunderbaren Guides Yaron Abramov in den folgenden Tagen nach Akko, Caesarea und Haifa. Wir haben in Nazareth, Kapernaum und Tabgha die historischen Stätten besucht, standen auf den Höhen des Golan und an den Ufern des See Genezereth, des Jordans und Toten Meeres, liefen durch die Negev-Wüste und konnten drei Tage lang Jerusalem erleben. Der Besuch der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem hat uns alle sehr berührt.
Im sechzigsten Jahr der Gründung des Staates Israel war aber auch für uns die Zukunft Israels und die von allen Seiten gewünschte Beilegung des Konflikts mit den Palästinensern und der arabischen Welt stets Thema, das zu Diskussionen anregte. Unsere Gesprächspartner trafen wir im israelischen Außenministerium, unter israelischen Journalisten im Goethe-Institut in Jerusalem, an der Ben-Gurion-Universität und der palästinensischen Al-Quds-Universität, aber auch unter Vertretern der israelischen Wirtschaft, in Forschungsinstituten und in Gesprächen mit Palästinensern, um nur einige Programmpunkte aufzuzählen.
Der Wille und die Einsicht in die Notwendigkeit zu einem friedlichen Miteinander zu kommen, war für uns auf beiden Seiten spürbar, dennoch haben wir auch wahrnehmen müssen, wie schwierig der Weg für beide Seiten ist, zu einem Leben zu kommen, wie es in Europa glücklicherweise schon so lange möglich ist, während die Israelis ihrerseits darum kämpfen. Es ist den Israelis und ihren Nachbarn nur zu wünschen, endlich einen wirklichen Friedensprozess mit dem Ziel der gegenseitigen Anerkennung und Achtung zu gestalten. Diese Region hat nach so vielen Jahrzehnten ständiger Gefahr und militärischer Auseinandersetzungen endlich Frieden verdient - und nötig. Die Menschen haben ihn verdient.
Der von Meggie Jahn für uns so engagiert und umfangreich vorbereitete 10tägige Aufenthalt in einem Land, in dem es nach unseren Maßstäben auf engstem Raum so ziemlich alles gibt, was man sich vorstellen kann, ob nun geschichtlich, politisch, ethnisch oder geografisch, hat niemanden aus unserer Gruppe unberührt gelassen. Israel ist ein Land der Extreme und die Anschläge auf Sderod und den Übergang Erez sind auch uns nicht entgangen. Aber die Isrealis sind eben auch ein sehr lebensbejahendes Volk, wie wir zu den Feierlichkeiten zur Staatsgründung sehen konnten. In Israel liegt alles sehr dicht beieinander, könnte man sagen: Vergangenheit und Zukunft, Leben und Tod, Freude und Leid, Politik und private Normalität, aber eben auch Hoffnung, dass ein wirklicher Frieden nicht mehr weit ist.
Das zu verstehen bedeutet jedoch, sich auf Israel einzulassen. Für dieses Erlebnis allergrößten Dank, liebe Meggie Jahn, denn dank Deiner Bemühungen können wir sagen: Wir haben Israel gesehen – und sagen „Mazel tov“ für die nächsten 60 Jahre!
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