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Grußwort von S.E. Botschafter Yoram Ben-Zeev für das Rabin-Gedenkkonzert am Sonntag, dem 2. November 2008

Großer Sendesaal des RBB, Konzert mit Wolf Biermann


Sehr geehrter Herr Feilcke,

verehrter Herr Biermann,

liebe Gäste,

 

ich bin Jitzhak Rabin einen Tag vor dem Sechs-Tage-Krieg begegnet. Damals war ich ein junger Soldat, er war der Generalstabschef und besuchte meine Einheit. Wir Soldaten waren an jenem Tag sehr angespannt – wie es alle Soldaten vor dem Krieg sind. Jitzhak Rabin sah uns in die Augen und sagte: „Mit jungen Leuten wie euch, die ihrem Land so treu zur Seite stehen, besiegen wir jeden Feind.“

 

Viele Jahre später - Jitzhak Rabin war damals Ministerpräsident und ich war in den Friedensprozess eingebunden - sagte er : „Der Frieden muss siegen.“ - Er hatte die tiefe Überzeugung, dass der Weg des Friedens der richtige ist.

 

Liebe Gäste, wir haben im Fernsehen gesehen, wie er vor dem amerikanischen Kongress über die Kriege zwischen den Israelis und Palästinensern sagte: „Genug ist genug“. Er sagte, was täglich jedem Israeli und jeder Israelin durch den Kopf geht.

Wir konnten verfolgen, wie er in Stockholm den Friedensnobelpreis bekam. Und wir mussten mit ansehen, wie er zu Boden fiel, als ein Mörder ihm das Leben raubte.

 

Rabin war der Kapitän des Friedensschiffs. Er bleibt als Mensch und als Politiker unersetzlich. Er war bereit, sein Leben für den Frieden zu geben. Doch bei allem Willen zum Frieden hat er nie vergessen, wie wichtig für Israel sichere Grenzen sind.

Ziehen wir heute Bilanz, so stellen wir fest, dass der israelische Staat viele Versuche unternommen hat, um Frieden mit den palästinensischen Nachbarn zu erreichen. Es ist eine tiefe Enttäuschung, dass es uns nicht gelungen ist. Israel will Frieden mit all seinen Nachbarn erzielen, auch mit Syrien und dem Libanon.

 

Wir wollen Frieden und Normalisierung mit allen arabischen Ländern wie es Jitzhak Rabins Traum war und es Israels Traum ist. Wir wissen alle, dass der Weg dahin sehr schwierig ist. Es gibt Fortschritte, aber auch viele Enttäuschungen.

 

Rabin war Soldat, ein hebräischer Soldat. Und er ist bei seinem letzten Kampf, im Kampf um den Frieden, gefallen. So erinnern wir Jitzhak Rabin. Ich bin sehr stolz, dass Israel Menschen wie Rabin hervorgebracht hat.

Ich wünsche uns allen einen wunderbaren Konzertabend.

Vielen Dank.

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