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Botschafter a.D., Asher Ben Natan auf Einladung der Jüdischen Gemeinde und der DIG Berlin
am 19.4.2004 zu Gast im Jüdischen Gemeindehaus
Ein Bericht von Meggie Jahn




Schon vor seinem Vortrag signierte Asher Ben Natan auf Wunsch sein Buch "Die Chuzpe zu leben".
Mitte: Vorstandsmitglied Lala Süßkind, rechts: unser aktives Mitglied Renate Bernard



Es fügte sich ausgezeichnet, dass Botschafter a.D. Asher Ben Natan just in dem Moment zur Präsentation seines Buches „Die Chuzpe zu leben“ nach Deutschland gekommen war, als die Berliner DIG ihre Reihe zum bevorstehenden 40jährigen Jubiläum der diplomatischen Beziehungen mit ehemaligen deutschen Botschaftern in Israel begonnen hatte. Eine wunderbare Gelegenheit, nun auch vom ersten israelischen Botschafter in Bonn etwas über sein Buch und insbesondere seine Zeit in Deutschland (1965-69) zu hören. Bedauerlich war nur - diese Bemerkung sei hier erlaubt - dass der Kooperationspartner offenbar auf Grund der derzeitigen Querelen in der Gemeinde, nicht vertreten war. Dass der Vortrag dennoch auf großes Interesse stieß, zeigte der mit fast 60 Personen gut besetzte Kleine Saal der Jüdischen Gemeinde.


Jochen Feilcke dankte dem ehemaligen Botschafter für seine Bereitschaft, im Rahmen unserer Reihe zu sprechen und stellte ihn zugleich als Mitbegründer und langjährigen Präsidenten der Israelisch-Deutschen Gesellschaft (IDG), unserer Partnerorganisation in Israel vor. Ben Natan machte jedoch deutlich, dass nicht er, sondern Jerusalems langjähriger Bürgermeister Teddy Kollek die IDG in den 70er Jahren gegründet hatte.

Vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklungen in Nahost stelle, sich die Frage, so Feilcke, ob sich "über die Vergangenheit reden lasse, ohne auf die Gegenwart Bezug zu nehmen". Viele von uns betrachteten die Ereignisse in Nahost zur Zeit mit großer Sorge und unsere Gesellschaft bekomme zu spüren, dass es immer schwieriger werde, Freunde für Israel zu gewinnen sind. Wir alle freuten uns deshalb, so der Vorsitzende der DIG Berlin, heute aus der „Innenansicht“ nicht nur einen Blick in die Geschichte, sondern auch auf die aktuelle Lage in Israel werfen zu können. Feilcke verwies das Publikum zudem auf den Büchertisch, wo man das lesenswerte Buch von Asher Ben Natan im Anschluss erwerben könne.




Foto: Meggie Jahn

"My story ist zugleich his-story", so Asher Ben Natan in seinen
einführenden Worten, links: Jochen Feilcke


Der Abend zeigte, wie faszinierend eigens erlebte und zugleich mit gestaltete Geschichte sein kann. Der ehemalige Botschafter hielt Rückblick auf seine erste Begegnung mit David Ben Gurion beim Zionistenkongreß 1939 in Zürich, auf seine Zeit als Leiter der Fluchthilfeorganisation "Bricha" in Wien, später als Leiter der politischen Abteilung des Auswärtigen Amtes (Vorläufer des Mossad) und Staatssekretär im Verteidigungsministerium, ein Amt, das er Anfang der 60er Jahre von Shimon Peres übernommen hatte. Wie David Ben Gurion habe er den Hauptgrund für die Gründung des Staates Israel in der Schaffung einer Heimstätte für verfolgte und vertriebene jüdische Flüchtlinge aus Europa gesehen. Bezugnehmend auf den 1939 von der Peele-Kommission entwickelten Vorschlag zur Schaffung eines jüdischen und eines palästinensischen Staates in Palästina, der von der arabischen Seite abgelehnt worden war, verwies Ben Natan auf ein Muster, das sich später in dem arabischen Nein zu den Vorschlägen des UNSCOP-Comitees for Palestine und zum UN-Teilungsplans wiederholt habe. Die arabische Welt sei von Anfang an gegen einen jüdischen Staat in Palästina gewesen, da er als „Krebsgeschwür im arabischen Körper“ empfunden wurde. Heute lebten die Palästinenser in der „Nostalgie der Schritte, die sie nicht getan“ hätten, so Asher Ben Natan.


Unabhängigkeitskrieg, Staatsgründung und selbst in Regierungsverantwortung

Im Unabhängigkeitskrieg 1947/48 hätten 600 000 Juden 1 100 000 Arabern in Palästina gegenüber gestanden. Die arabischen Kriegsführer zeigten sich denn auch siegesgewiss und versprachen, „Haifa mit den Bayonetten der arabischen Armeen von den Juden zu befreien“. 1 % der Juden im damaligen Palästina seien gefallen, d.h. insgesamt 6000 Soldaten und Zivilisten. Durch kluge Kriegsführung sei es der Haganah trotz kleinerer Armee dennoch gelungen, den Krieg zu gewinnen und Gebiete hinzu zu gewinnen. Auch in Europa habe es durch die Kriege immer wieder Gebietsverschiebungen gegeben, weshalb man die Entwicklung nicht zurück drehen könne.


Nach dem Krieg habe er als Fluchthelfer in Wien gearbeitet, wo man sich vor dem Hintergrund der vielen Flüchtlinge aus Osteuropa aus den DP-Lagern nach der alten jüdischen Bevölkerung zurück gesehnt habe. Während dieser Zeit habe er in Wien ein „Dokumentationszentrum zur Aufklärung von Nazi-Verbrechen“ angeregt, aus dem später das Simon-Wiesenthal-Zentrum hervor gegangen sei. Damals habe er erstmals ein Bild von Adolf Eichmann gesehen, dass später dazu beigetragen hatte, diesen in Argentinien aufzuspüren.

Durch seine Tätigkeit als Staatssekretär im Verteidigungsministerium habe er beste Kontakte nach Frankreich gepflegt, wo er in einer Zeit, als der arabische Führer Nasser in Ägypten Hasspropaganda gegen Israel verkündete und die „die Juden ins Meer treiben wollte, vor allem verhindern sollte, dass von dort Waffen nach Ägypten und in andere arabische Länder gelangten. Nach der „Suezkampagne“ 1956 habe die Militärhilfe für Israel zugenommen. Bis De Gaulle an die Macht gekommen war, sei er bei der französischen Regierung ein und aus gegangen. Die Waffengeschäfte seien aber auch danach fortgesetzt worden. In Dimona hätten französische Nuklearexperten auch an Kernreaktoren mit gearbeitet. Auch Deutschland habe im Zuge der Wiedergutmachung und auf Grund der Bedrohung der Existenz Israels – wenn auch zunächst geheim - großzügige Militärhilfe geleistet. Die „Usis“ aus Israel für die Bundeswehr seien für den deutschen Markt die preiswertesten Maschinengewehre gewesen. Den Deutschen habe Israel damals auch als „Bollwerk gegen der Vorstoß der Kommunisten im Mittleren Osten“ gegolten. Bis 1964 seien 150 Mio Dollar in Waffen aus Deutschland geflossen, Flugzeuge gingen oft über Frankreich, wo die Kreuze einfach durch Magen Davids ersetzt worden seien, so Ben Natan. Die Beschäftigung von deutschen Rüstungsexperten in Ägypten im Jahr 1965 hätte schließlich fast zu einer Regierungskrise in Israel geführt, aber letztlich die Aufnahme der diplomatischen Beziehungen zur Folge gehabt. Deutschlands erster Botschafter in Israel, Rolf Pauls sei als Mitglied der Wehrmacht und ehemaliger Ritterkreuzträger in Israel „mit Steinen empfangen und mit Rosen verabschiedet worden“, so die immer wieder gern zitierten Worte des ehemaligen Botschafters.



Foto: Meggie Jahn

Asher Ben Natan über den ersten deutschen Botschafter in Israel, Rolf Pauls:
"Er wurde mit Steinen empfangen und mit Rosen verabschiedet."



Als israelischer Botschafter in Bonn

Nachdem Israel Kinar bereits einige Jahre als „inoffizieller Botschafter“ Israels in Bonn gearbeitet hatte, habe er im Mai 1965 seinen Posten als erster deutscher Botschafter in Bonn angetreten. In den Grundsatzfragen sei er mit David Ben Gurion immer einig gewesen, so z.B. in der Überzeugung, damals „ein anderes Deutschland“ vor sich zu haben, dessen Unterstützung man auch für die Integration der Neueinwanderer und Sicherung des israelischen Staates dringend brauche. Schon damals hätten beide die Aufnahme der diplomatischen Kontakte mit der Bundesrepublik Deutschland für eine „historische Notwendigkeit“ gehalten, da Deutschland eines Tages eine wichtige Rolle innerhalb der Europäischen Gemeinschaft übernehmen werde. Im Gegensatz zu seiner Frau, so Asher Ben Natan, die Mutter und Schwester im Holocaust verloren hatte, sei ihm der Start in Deutschland nicht schwer gefallen, da seine Familie Wien noch rechtzeitig verlassen hatte. Natürlich sei er sich damals bewusst gewesen, dass er noch mit der Kriegsgeneration zu tun haben werde und in Deutschland nur wenig Wissen über Israel vorhanden gewesen sei. Dies habe er allerdings als Herausforderung verstanden.

Kurz nach seinem Amtsantritt hätte er den Kontakt zu Karl Marx in Düsseldorf gesucht, dem damaligen Herausgeber der Allgemeinen Jüdischen Wochenzeitung - um diesem zu zeigen, dass er jüdisches Leben in Deutschland für berechtigt halte, noch lange bevor dies Mehrheitsmeinung in Israel war. Er erinnerte an seine erste Begegnung mit Bundespräsident Heinrich Lübke, der ihn damals empört gefragt hatte, warum Botschafter Rolf Pauls in Israel "so beschimpft" worden sei. In einem zweiten Treffen habe er ihn gefragt, „wie lange werden Sie uns noch beschimpfen, bei allem, was wir für Sie zahlen?“ Dies als Hieb gegen die Wiedergutmachungsleistungen an Israel, "die inzwischen lange ausgelaufen sind", so der ehemalige Botschafter (dies gilt selbstverständlich nicht für die berechtigte individuelle Entschädigung der jüdischen Opfer weltweit). Deutschland habe aber seine Rückzahlungsraten für die als Darlehen gewährte materielle Hilfe immer rechtzeitig überwiesen und trage so noch heute zum Bundeshaushalt bei.


Der Sechstage-Krieg und die Folgen

Er selbst, so Asher Ben Natan, habe in Deutschland nie das Thema Holocaust angesprochen, zugegriffen habe er aber stets, „wenn man mir ein Mikrophon hingehalten hat und meine Meinung hören wollte". 1967 habe der damalige Außenminister Schröder den Israelis Gasmasken verweigert, durch die Intervention zahlreicher Israel-Freunde habe man aber schließlich die Frankfurter Landebahn für die Nachschubversorgung im Sechstage-Krieg zur Verfügung gestellt. Ben Natan erwähnte in diesem Zusammenhang drei besondere Freunde Israels, so Eric Blumenfeld, langjähriger Präsident der DIG, Walter Hesselbach und Axel Springer. Vor dem Sechstage-Krieg 1967 habe die Haßpropaganda und militärische Bedrohung Israels durch Gamal ab-del Nasser in Israel die Angst vor einem „zweiten Holocaust“ genährt. Mit dem israelischen Präventivschlag sei eine „Welle der Sympathie“ durch das Land gegangen. Am beeindruckendsten damals für ihn, so Ben Natan, die Briefe von Kindern, die ihr Taschengeld für Israel gestiftet hatten, unvergessen aber auch die Stimmen, die Dayan als einen "zweiten Rommel" bezeichneten und den israelischen Sieg mit den Erfolgen des deutschen Afrika-Corps verglichen. Auch die DIG habe damals mit einer Spendensammlung ihre Solidarität bewiesen. Doch nach der Besatzung bisher von Jordanien (Westbank) und Ägypten (Gaza) besetzten Gebiets habe sich das Blatt in der Bundesrepublik Deutschland gewendet, so Ben Natan. Seien in den Jahren zuvor 100 Talare bei seinen Vorträgen an der Uni vertreten gewesen, habe bald nur noch ein Professor in die Vortragssäle der Universitäten gefunden. Die Studentenproteste hätten sich zunehmend auch gegen "den israelischen Besatzer" gerichtet. Anläßlich der Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels in der Frankfurter Paulskirche sei er von Demonstranten umringt und sein Auto "geschüttelt" worden, so dass er sich trotz Absperrungen zur Flucht gedrängt sah, was ihm in der Presse den Titel „The jumping Ambassador“ eingebracht hätte.

Im Zuge dieser Ereignisse sei er eines Tages vom Leiter der politischen Abteilung im Bundeskanzleramt, Paul Frank, einbestellt worden, der ihn gedrängt habe, sich in Zukunft in der Öffentlichkeit zurückzuhalten. Wenn dies von ihm verlangt werde, so Asher Ben Natan gegenüber dem Regierungsvertreter, werde er schon morgen Deutschland verlassen, so seine damalige Drohung. Stattdessen habe er immer wieder das Gespräch mit linken und auch arabischen Studenten gesucht. Im Jahr 1974 sei ein Buch veröffentlicht worden mit Briefen, die ihn damals erreicht hatten. Nur den kürzesten davon wolle er hier zitieren, die sehr zu Belustigung des Publikums beitrug. „Sehr geehrter Herr Botschafter, Sie sind so ein ausgeglichener Charakter, sind Sie getauft?“

Menschliche Kontakte sind wichtiger als alle offiziellen Beziehungen

Für ihn sei immer klar gewesen, so Ben Natan, dass direkte menschliche Kontakte im deutsch-israelischen Verhältnis immer wichtiger gewesen seien, als alle offiziellen. Deshalb habe er Shmuel Rodensky vom Habima-Theater mit „Anatefka“ nach Deutschland geholt, auch wenn die Knesset damals noch kulturelle Kontakte strengstens untersagt hatte. Das Musical mit dem einzigartigen „Tevje“ habe mehr dazu beigetragen, das Leben der Juden im osteuropäischen Shtetl zu verstehen als alles andere. Rodensky habe ihm damals davon berichtet, dass ein Berliner Taxifahrer mit den Worten die Bezahlung verweigert hatte: "Von Tevje nehme ich docgh nichts". Vor diesem Hintergrund habe er als Botschafter die Wissenschaftsbeziehungen z.B. zwischen Max-Plank- und Weizman-Institut befördert und alles für den Ausbau des Tourismus getan. Heute sei Deutschland nach den USA der zweitwichtigste Partner für Israel. Die Beziehungen seien heute ausgezeichnet: Es gebe ca. 90 Städtepartnerschaften, einen regen Jugendaustausch, einen Fonds (German-Israeli Foundation, kurz GIF) über 6 Mio € jährlich und auf wirtschaftlicher Ebene gebe es zahlreiche viele Joint Ventures.

Das deutsch-israelische Verhältnis sei nie einseitig gewesen, so Asher Ben Natan, Es habe immer "ím Geben und Nehmen bestanden". Innerhalb der EG und später der EU habe Deutschland immer als „Sachwalter der israelischen Interessen“ fungiert. Gefragt nach der sog. "Normalität" im deutsch-israelischen Verhältnis, antwortete er, alle bilateralen Beziehungen hätten einen "besonderen Charakter". Er habe es da stets mit dem früheren deutschen Außenminister Gerhard Schröder gehalten, der davon gesprochen hatte, die Beziehungen seien nicht „normalisiert“, sondern „formalisiert“. Natürlich bedeute die Geschichte eine „moralische Verantwortung“ für Deutschland, auf einseitige und unfaire Kritik Einfluß zu nehmen. Die deutschen Journalisten in Israel hätten ein einfaches Leben, da sie nur bei ihren israelischen Kollegen abschreiben müssten, die selbst härteste Kritik übten. Vor dem Hintergrund der Vergangenheit erwarte er von Seiten der Deutschen !eine gewisse Zurückhaltung und Sensibilität in der Beurteilung dessen, was im Nahen Osten passiert."






Jochen Feilcke mit Asher Ben Natan bei der Diskussion


Mit Hinweis auf den politischen Umbruch in Israel im Jahr 1977 durch den Sieg von Menachem Begin nach 30 Jahren Führung durch die Arbeitspartei kam Asher Ben Natan auch auf die aktuelle Situation in Israel zu sprechen. Nur ein rechter Politiker könne mit linker Unterstützung in der Knesset Frieden mit den Arabern machen - so Menachem Begin mit Anwar el Sadat 1979 und so vielleicht auch Sharon mit den Palästinensern. Für Arafat seien zwei Punkte unantastbar: Das Rückkehrrecht für alle Palästinenser und ihre Nachkommen, was für Israel das Ende seiner Existenz bedeute, und ein Ende des Konflikts. Dieses sei für ihn ganz offenbar undenkbar, denn niemand habe ihm mehr angeboten als Ehud Barak in Camp David. Arafat sei ein „Lügner aus Überzeugung“, der als Märtyrer und Befreiungskämpfer, nicht aber als Staatsmann in die Geschichte eingehen wolle. Er sei bis heute an der Spitze der Autonomiebehörde. Ministerpräsident und Kabinett seien für ihn „Hampelmänner“. Arafat habe von Anfang an hinter der Al-Aqsa-intifada gestanden. Israel habe in den Vereinbarungen von Oslo das Rückkehrrecht wegen der Brisanz bewusst offen gelassen und sich bereit erklärt, die Palästinenser begrenzt mit israelischen Waffen auszustatten. Dass diese nunmehr gegen die israelische Zivilbevölkerung gerichtet würden, habe in Israel nicht nur zur Empörung der Bevölkerung, sonderrn auch bei vielen Friedenskräften zu Resignation geführt. Nur wegen des anhaltenden Terrors sei Israel in die bereits autonomen Palästinensergebiete zurück gekehrt. Die „Road Map“ sei wie eine Straße mit roten, gelben und grünen Ampeln und die rote Ampel leuchte, weil nach wie vor Haß und Terror gepredigt würde. Die UN-Resolution 242 verlange, dass sich Israel „aus anerkannten und sicheren Grenzen“ zurück ziehe und diese gebe es bis heute eben nicht.



Foto: Meggie Jahn

Vorstandsmitglied Annegret Mielke bei der Diskussion.

Der Hamas-Führer Rantisi habe wie sein Vorgänger Scheich Yassin stets von der „Zerstörung Israels“ gesprochen und 100te von toten Zivilisten auf dem Gewissen. Deshalb wies Asher Ben Natan jede Kritik als „scheinheilig“ zurück: „Wo es giftige Schlangen gibt, muß man ihr den Kopf abschlagen“, so der ehemalige israelische Botschafter.

In der Diskussion wurde der ehemalige Botschafter auch noch mal nach den deutsch-israelischen Beziehungen unter Helmut Schmidt und Menachem Begin gefragt. Ersterer habe bei seinem Besuch in Ägypten 1981, so Asher Ben Natan, ausgerechnet am Holocaust-Gedenktag der ägyptischen Regierung deutsche Leopard II-Panzer zugesagt, was in Israel helle Empörung ausgelöst hatte. Er selbst habe ihn ihn später auf das Datum seiner Presseerklärung angesprochen, worauf hin Schmidt meinte klarstellen zu müssen, er habe nicht gewusst, dass an diesem Tag in Israel der Yom Hashoah“ begangen wurde. Darauf hin habe er ihn korrigiert: „Nicht dieses habe ich gemeint, Herr Bundeskanzler, sondern das Datum der bevorstehenden Wahlen“, denn fatalerweise habe Schmidt damit Menachem Beginn im Jahr 1981 „Schützenhilfe“ geleistet.

Nach ca. 2 Stunden hochspannender Unterhaltung über Highlights und Spannungen in fast 40 Jahren deutsch-israelischer Beziehungen war sich das Publikum einig: Es war ein Glücksfall, dass wir auch Asher Ben Natan in unsere Jubiläumsreihe mit ehemaligen Botschaftern aufnehmen konnten.





Auch nach dem Vortrag standen viele Schlange für die "Signierstunde"



Die Vorstandsmitglieder Nico Schiller und Steffen Hagemann (Jugendforum)mit Geschäftsführer Detlef Balke am Büchertisch




Foto: Margrit Schmidt

Asher Ben Natan, Meggie Jahn und Jochen Feilcke

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