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Ein Tag der Superlative

25. September 2005 – Israel-Aktionstag der DIG Berlin

 

Am Anfang standen für die Deutsch Israelische Gesellschaft Berlin zwei Ideen: 40 Jahre diplomatische Beziehungen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und dem Staat Israel zu würdigen und die Berliner Freunde Israels zu einer gemeinsamen Aktion zu versammeln.

 

Im Februar dieses Jahres fand ein erstes Treffen aller befreundeten Gruppen statt. Unter Federführung der DIG sollte geklärt werden, wieviele Partner sich für einen Israel-Aktionstag in Verbindung mit einem Pop-Konzert der Söhne Mannheims (Frontsänger Xavier Naidoo - „...und wenn ein Lied meine Lippen verlässt...“) finden lassen würden. Die Möglichkeit, hier einmal ein völlig anderes Publikum mit dem Thema Israel zu erreichen, überzeugte die meisten.

 

Als die Max-Schmeling-Halle (Velomax GmbH) und die Gruppe GegenbauerBosse auf Vermittlung des engagierten Israelfreundes Elmar Werner zusicherten, für diesen Event als Sponsoren aufzutreten, war die Grundlage gelegt. Eine weitere Motivation war der Auftritt der „Söhne“ in Israel am 12. Juni 2005. Die dort vorher völlig unbekannte Gruppe fand ein begeistertes Echo und bei ihrer Rückkehr hatte sie einen Wunsch im Gepäck: Sie wollte auch in Berlin mit der israelischen Gruppe Mosh Ben Ari auftreten, zu der sie in Israel eine musikalische Verbindung gefunden hatte. Dafür war sie sogar bereit, sich finanziell zu beteiligen.

 

Die DIG war inzwischen mit einer Größenordnung der Veranstaltung konfrontiert, die über alles Bisherige hinausging. Die umfangreiche Koordination übernahm die Verfasserin. Rund 30 Gruppen hatten sich angemeldet – Stiftungen, die in Israel einen Sitz haben, israelische Einrichtungen wie Universitäten, politische und gesellschaftliche Organisationen, jüdische Bildungsstätten und jede Menge Freundschaftsgruppen, die sich in Berlin und auch im Bundesgebiet für Israel und Judentum engagieren. Hinzu kam, dass nun verstärkt Absprachen mit der Halle, dem erst im Frühling hinzugekommenen Konzertveranstalter DEAG-Entertainment und den Managern der „Söhne“ stattfanden.

 

Klippen waren zu umschiffen: Die Werbung kam verspätet in Gang, die Finanzierung der Anreise von Mosh Ben Ari war bis drei Wochen vor dem Auftritt nicht geklärt, Sicherheitsfragen mussten gelöst werden. Das Konzept des Israel-Aktionstages stand allerdings bald fest. Allen Gruppen wurde, von der DIG organisiert und

eigens aufgebaut, gegen eine geringe Gebühr ein Stand zur Verfügung gestellt. Entsprechend der Größe des Standes konnte kostenlos Personal mitgebracht werden, alle weiteren Personen mussten Eintritt zahlen. Jede teilnehmende Gruppe wurde gebeten, sich mit einer Frage und einer Gewinnspende am Gewinnspiel zu beteiligen. Von den Reiseveranstaltern (Discovery, EL AL, Konstanzer, Leiserowitz, TUS), gab es fraglos die begehrtesten Preise wie Flüge, attraktive Hotel- und Rundreisegutscheine.

 

Schritt für Schritt entwickelte sich das, was Besucher, Mitveranstalter und Presse anschließend durchweg positiv würdigten. Eine Überschrift brachte es auf den Punkt: „Beste Werbung für Israel“ (BILD 26.09.05). Es kamen rund 6000 Besucher in die Halle, etwa ein Sechstel dürfte die Stände besucht haben. Der DIG-Vorsitzende Jochen Feilcke machte während der knapp drei Stunden vor dem Konzert, die die Aktion mit Gewinnspiel und Informationen dauerte, über die Lautsprecheranlage in der Halle ständig Werbung. Im Wechsel mit ihm bot die Tanzgruppe Rokdim ein buntes Bild mit israelischen Tänzen. Dani Metzger und Chaim Hoffmann hatten ein großartiges Angebot an Spezialitäten wie Falafel, Makkabi-Bier und israelischem Wein eingebracht, wodurch Israel auch kulinarisch präsent war. Betonen möchten wir, dass die Präsentationen der einzelnen Gruppen wie beispielsweise das vor Ort installierte Internet-Recherche-Angebot der Friedrich-Ebert-Stiftung, die optisch anspruchsvolle Dekoration des KKL, das von Givat Haviva präsentierte eigene Quiz beispielhaft waren, die Unterstützung des Staatlichen Israelischen Verkehrsbüros und der Israelischen Botschaft und die großzügigen Spenden aller Gruppen für das Gewinnspiel herzerwärmend.

 

Die israelischen Diplomaten stellten positiv überrascht fest, dass zu keiner Zeit negative Bemerkungen gegen Israel zu verzeichnen waren. Im Gegenteil: Der israelische Botschafter erlebte wohl die seltene Freude, von deutschen Jugendlichen mit Jubel begrüßt zu werden. Mit Konzertbeginn entstand eine  einmalige Stimmung, besonders, als die special guests, das Duo „Jewels“ und Maya Saban, gemeinsam mit den „Söhnen“ und „Mosh“ stimmungsvoll „Adon olam“ sangen. Dazu titelte die BZ am 27. 09. 05: „Xavier Naidoos wichtigstes Konzert – Beim Israel-Aktionstag sang er gegen den Hass“. Dem ist nichts hinzuzufügen.

 

Am Ende waren die Fans der „Söhne“ glücklich, die Gewinner zufrieden und beeindruckt. Das DIG-Team war all das und außerdem – erschöpft. Unser Fazit: Bei dieser Aktion ist es uns gelungen zu zeigen, dass Israel mehr ist als Krieg und Terror – dass es ein anderes Israel gibt als es die üblichen Schlagzeilen suggieren.


 

Maya Zehden

Mitglied des Vorstands der DIG Berlin

 

 

Der Artikel ist erschienen im Programmheft zum Rabin-Gedenkkonzert mit Chava Alberstein am 14. November 2005.

 

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