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Gemeinsam gegen den internationalen Al Quds-Tag!

Aufruf gegen Islamismus, Judenhass und Vernichtungsdrohungen gegen Israel.

Für Demokratie und Menschenrechte im Iran!

1979 rief Ayatollah Khomeini dazu auf, jedes Jahr am letzten Freitag im islamischen Fastenmonat Ramadan für die „Befreiung“ Jerusalems und die Vernichtung Israels zu demonstrieren. Seither gibt es zum so genannten Al Quds-Tag einen staatlich organisierten Propagandaaufmarsch in Teheran, eine Hizbullah-Militärparade in Beirut und weltweite Demonstrationen – dieses Jahr am 20. Oktober. In Berlin, wo die Demonstration am Samstag 21. Oktober 2006 stattfindet, haben die Veranstalter in den letzten Jahren aufgrund öffentlicher Proteste ihre antisemitischen Botschaften mit gemäßigt klingenden Slogans kaschiert. Der neue iranische Präsident Ahmadinejad wiederholte jedoch zum Al Quds-Tag 2005 lautstark Khomeinis Aufforderung zur Vernichtung Israels, profiliert sich seitdem als Holocaust-Leugner und wurde weltweit zum neuen Helden radikaler Islamisten und Neonazis.

Wir Unterzeichnerinnen und Unterzeichner haben unterschiedliche Meinungen zu dem andauernden Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern. Aber gemeinsam weisen wir jeden Angriff auf das Existenzrecht Israels zurück und treten für eine friedliche und für beide Seiten akzeptable Zweistaatenlösung ein. Das iranische Regime tut alles, um eine solche Lösung zu verhindern. Es ruft nicht nur verbal zur Vernichtung Israels auf, sondern fördert und finanziert Selbstmordanschläge gegen Israelis und rüstet die Hizbullah mit Raketen aus. Das iranische Regime instrumentalisiert schamlos den israelisch-palästinensischen Konflikt zu Lasten auch der Palästinenserinnen und Palästinenser, um seine eigene Diktatur zu stabilisieren und seine Machtbasis international auszubauen.

Wir verurteilen die antisemitische und antiisraelische Hetze des iranischen Regimes genauso wie die schweren Menschenrechtsverletzungen im und durch den Iran seit 27 Jahren:

  • die Folter und Ermordung von zehntausenden Oppositionellen, darunter 1992 beim Anschlag auf das Berliner Restaurant „Mykonos“ und zuletzt zwei hungerstreikende Häftlinge,
  • die Entrechtung von Frauen und Hinrichtungen von Homosexuellen,
  • die Unterdrückung der Frauen-, Studenten- und Gewerkschaftsbewegung,
  • die Repression und Entrechtung ethnischer Minderheiten wie der iranischen Kurden und der Ahwazi-Araber sowie
  • die Verfolgung religiöser Minderheiten wie vor allem der Bahá'í.

Der Iran ist eine islamistische Diktatur. Wir solidarisieren uns mit allen Iranerinnen und Iranern, die sich nach Demokratie und Menschenrechten sehnen und mit der Weltgemeinschaft in Frieden leben wollen.


Wir wenden uns zugleich gegen jede Diskriminierung von Menschen muslimischen Glaubens oder migrantischen Hintergrunds. Es geht nicht um einen Kulturkampf gegen „den“ Islam, sondern um ein gemeinsames politisches Streiten gegen Islamismus und religiös verbrämte Gewalt. Der Al Quds-Tag und die islamistische Ideologie sind auch ein Angriff auf die Universalität der Menschenrechte
und damit auf uns alle - ob im Iran, in Afghanistan, in Israel und den palästinensischen Gebieten, in der Türkei oder in Berlin.

Wir rufen deshalb für den 21. Oktober 2006 zu einer Protestkundgebung gegen den internationalen Al Quds-Tag in Berlin auf und bitten um breite Unterstützung dieses Aufrufs.


Kontakt zum Unterstützen des Aufrufs: info@gegen-al-quds-tag.de

Stets aktualisierte Informationen finden Sie hier: www.gegen-al-quds-tag.de



Berliner Bündnis gegen den Al-Quds-Tag:


Schohreh Baddii, im Exil lebende Iranerin
Arne Behrensen, Politikwissenschaftler, Berlin
Ahmet Dag, Kurdistan AG der Freien Universität Berlin
Claudia Dantschke und Ali Yildirim, AYPA-TV
Aycan Demirel und Elif Kayi, Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus
Gerlinde Gerber, Jugendforum der DIG Berlin
Siamend Hajo, Europäisches Zentrum für Kurdische Studien
Nikoline Hansen, Bund der Verfolgten des Naziregimes Berlin e.V.
Meggie Jahn, Deutsch Israelische Gesellschaft, AG Berlin
Anetta Kahane, Amadeu Antonio Stiftung
Komitee zur Unterstützung der politischen Gefangenen im Iran-Berlin e.V.
Hamid Nowzari, Vorstand des Vereins Iranischer Flüchtlinge in Berlin e.V.
Udo Wolter, Bündnis gegen Antisemitismus Berlin
Thomas Uwer, Verband für Krisenhilfe und solidarische Entwicklungszusammenarbeit

Maja Loeffler (Koordination)

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