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Botschafter a.D. Avi Primor mit "Großem Verdienstkreuz mit Stern und Schulterband des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland" ausgezeichnet Ein Bericht von Meggie Jahn Am 9. September 2003 überreichte Bundesaußenminister Joschka Fischer im Rahmen eines Empfangs im Internationalen Club des Auswärtigen Amtes dem ehemaligen Botschafter des Staates Israel, Avi Primor - heute Vizepräsident der Universität Tel Aviv - die höchste Auszeichnung der Bundesrepublik Deutschland - verliehen durch den Bundespräsidenten. Jochen Feilcke, Vorsitzender der DIG Berlin, hatte ihn bereits für diesen Orden vorgeschlagen, als Primor noch im Amt war. Inzwischen gibt es viele weitere guteGründe, ihm eine solche Ehrung zukommen zu lassen.Unter den ca. 50 Gästen waren zahlreiche prominente Ehrengäste und Weggefährten Primors.

Außenminister Joschka Fischer und Botschafter a.D. Avi Primor bei der Begrüßung
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Joschka Fischer, Avi Primor und Jochen Feilcke auf der Dachterrasse des Internationalen Clubs im Auswärtigen Amt
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Bei seiner Laudatio stand Außenminister Fischer noch ganz unter dem Eindruck des jüngsten Terroranschlags in Tel Aviv, bei dem wieder junge Menschen mit in den Tod gerissen wurden. Nur noch wenige - so Fischer - glaubten heute noch an die Möglichkeit eines Friedens im Nahen Osten. Avi Primor stehe in besonderer Weise für das Festhalten an der Hoffnung auf eine gemeinsame Perspektive von Israelis und Palästinensern. Zunächst mit großen Vorbehalten gegenüber Deutschland belastet - der größte Teil seiner Familie war im Holocaust umgekommen - zähle der ehemalige israelische Botschafter heute zu seinen besten Freunden. Sein Deutsch sei schon bei ihrer ersten Begegnung so phantastisch gewesen wie heute. Primor habe die heute ausgezeichneten deutsch-israelischen Beziehungen nicht nur entscheidend mit gestaltet, sondern seine Heimat Israel für Deutsche auch interessant gemacht. Mit seinen "klugen, unabhängigen und unkonventionellen Analysen" sei er nicht nur als damaliger Botschafter, sondern auch heute in der Bundesrepublik ein begehrter und hochgeschätzter Gesprächspartner. Primor zeige beispielhaft, wie "public diplomacy" auf dem Feld der bilateralen Beziehungen funktionieren könne. Mit seiner Persönlichkeit sei es ihm gelungen, bei den Deutschen viel Verständnis und Sympathie für sein Land zu wecken. Fischer verwies auch auf Primors Einsatz für Leistungen an ehemalige NS-Zwangsarbeiter im Rahmen der Stiftung "Erinnerung, Verantwortung und Zukunft", wo er einer der drei Vorstandsmitglieder sei. Dafür gebühre ihm ausdrücklich Dank. Daneben sei er in zahlreichen politischen Gremien in der Bundesrepublik aktiv, die um eine Aufarbeitung der NS-Vergangenheit bemüht seien, was ihn erfreulicherweise immer wieder nach Deutschland führe.

Außenminister Fischer bei der Auszeichnung von Avi Primor
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Im Publikum: S.E. Rudolf Dressler, deutscher Botschafter in Israel (4.v.l.),und Alexander Brenner, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde zu Berlin (7.v.l.)
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Im Publikum: Hildegard Radhauer, Geschäftsführerin der DIG (2.v.r.), vorne: Alexander Brenner
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Avi Primor bei seiner Dankesrede
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Primor dankte zunächst dem Minister für seine freundlichen Worte und dann dem Vorsitzenden der DIG Berlin, Jochen Feilcke, dass er ihn für diese höchste Auszeichnung der Bundesrepublik Deutschland vorgeschlagen hatte. In seine Rede hob er die erstaunliche Bereitschaft der Deutschen hervor, sich intensiv mit dem dunkelsten Kapitel der deutschen Geschichte zu beschäftigen - welches Volk schaffe sich schon ein Denkmal, um die schlimmsten Verbrechen der eigenen Geschichte nicht in Vergessenheit geraten zu lassen? In seiner Botschafterzeit hätte n i c h t e r das Thema Holocaust angesprochen, sondern seine deutschen Gesprächspartner. Primor ging auch auf die schwierige Lage in Nahost ein. Es werde der Tag kommen, so der ehemalige Botschafter, an dem die Völker auf beiden Seiten genug des Blutvergießens hätten und von ihren Führern einforderten, endlich einen konsequenten Weg hin zum Frieden zu verfolgen. Bei aller Notwendigkeit, internationalen Druck auf die Kontrahenten auszuüben, zeige doch die Geschichte, so Primor, dass der Wille zu wirklicher Veränderung immer von innen, aus der Region selbst gekommen sei. Insofern bleibe er bei aller Verzweiflung über die dramatischen Entwicklungen in diesen Tagen zuversichtlich, dass der Frieden eines Tages kommen werde und die Region gemeinsam zum Erblühen gebracht werden könne.
Jochen Feilcke gratulierte seinem Freund Avi Primor nicht nur persönlich, sondern auch im Namen der Berliner Arbeitsgemeinschaft der DIG besonders herzlich. Dieser habe "wie kein anderer verstanden, Brücken des Verstehens und der Verständigung zu bauen", dafür gebühre ihm Dank und diese höchste Anerkennung durch den Bundespräsidenten. Jochen Feilcke überraschte nicht nur das Publikum, sondern auch den Ausgezeichneten selbst mit einem Gruß seiner Familie, den Primors jüngster Sohn Daniel ins Deutsche übersetzt hatte. Dort heißt es: "Lieber Avi, lieber Papa, lieber Opa, Wir saßen, überlegten und haben unser Gehirn angestrengt um für Dich ein paar nette, originelle Worte zu finden, die Dir gefallen. Aber wie können wir, ganz einfache normale Leute, mit einem so großen Redner wie Dir konkurrieren, einem Redner, der seine Vorträge aus seinem Ärmel schüttelt wie ein Zauberer, der aus seinem Zylinder Tauben zaubert?? Wie können wir in einen Wettbewerb treten mit einem begabten Diplomaten, der mit Wörtern so geschickt spielt wie ein Jongleur im Zirkus?? Jede kleine Frage beantwortest Du mit einem langen Vortrag… Als wir aus Deutschland nach Israel zurückkehrten, dachten wir , daß der Rhythmus Deiner Aktivitäten sich etwas beruhigen wird. Wir haben uns vorgestellt, daß Du Dir Zeit nimmst um Dir einen lang gehegten Wunsch zu erfüllen, nämlich einen historischen Roman zu schreiben. Wir haben uns vorgestellt, daß Du Dir die Zeit nimmst, um in Deine Akten, die sich in unserem Lagerraum seit dem Anfang Deiner diplomatischen Karriere stapeln, ein bisschen Ordnung zu bringen. Wir haben uns vorgestellt, daß Du endlich mehr Zeit hast, mit den Kindern und Enkeln zu spielen. Wir wussten nicht, daß Du in der Ruhestands Epoche noch mehr beschäftigt sein würdest als je zuvor. Du springst rund um den Globus von einer Rede zu einem Grußwort, von einem Vortrag zu einer Ansprache, von einem Radiointerview zu einer Fernsehtalkshow. Du nimmst teil an unterschiedlichsten Konferenzen, Parties und Veranstaltungen, schreibst Bücher zu aktuellen Themen statt historische Romane und bekommst das Bundesverdienstkreuz.
Wir wären natürlich sehr froh, wenn wir Dich öfter treffen und persönliche Reden von Dir hören könnten – aber wir wünschen Dir, daß Du weiter so beschäftigt bleibst und nicht viel Zeit hast Dich auszuruhen oder historische Romane zu schreiben!
Wir danken Seiner Exzellenz, dem Herrn Bundespräsidenten Johannes Rau, daß er Dich dieser hochkarätigen Würdigung für würdig befunden hat und danken Seiner Exzellenz, dem Herrn Bundesaußenminister Joschka Fischer, für die Überreichung dieser Auszeichnung. Wir bedauern sehr, nicht dabei sein zu können! Mit viel Liebe Deine Ziona, Gey, Daniel, Adar Idit, Noam, Aviv und Michael"
Kein Text könnte die Persönlichkeit von Avi Primor besser umschreiben, und so war der Brief ein gelungener und zur Heiterkeit beitragender Abschluss des offiziellen Teils der Veranstaltung. Der Abend war umrahmt von einem kleinen Empfang. Im folgenden finden Sie einige Schnappschüsse: 
v. l.: S.E. Botschafter Rudolf Dressler, Verlegerin Liz Mohn, Prof. Dr. Rita Süssmuth, BtgsPräs. a.D. und Helmut Wieczorek, MdB
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v.l.: Dagmar Schmidt, MdB, Vorsitzende des Gesprächskreises Israel der SPD-Bundestagsfraktion, mit Inge Deutschkron; im Hintergrund unser Vorstandsmitglied Günther Wolff
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Prof. Gesine Schwan, Präsidentin der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt/Oder im Gespräch mit Jochen Feilcke
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v.l.: Unsere Vorstandsmitglieder Ralf Melzer und Maja Zehden, daneben Prof. Dr. Julius Schoeps, Leiter des M.-Mendelssohn-Zentrums, Potsdam
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Friede Springer (Mitte) mit der Gattin von StS Jürgen Chrobog (links) und Liz Mohn
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Jochen Feilcke im Gespräch mit Botschafter a.D., Niels Hansen, heute Publizist und Autor. Er wird demnächst bei der DIG Berlin sein neues Buch vorstellen.
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Dagmar Schmidt, MdB, gratuliert Avi Primor
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Fischer verabschiedet sich von Avi Primor
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Hildegard Müller, MdB und seit kurzem Vorsitzende der Deutsch-Israelischen Parlamentariergruppe und Hermann Gröhe, MdB, gratulieren Avi Primor
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Drei Bundesverdienstkreuzträger auf einem Bild: Avi Primor mit dem Filmproduzenten Atze Brauner und dessen Frau
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(Fotos von Meggie Jahn) Hier finden Sie mehr zu Avi Primor :
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