FOCUS Online: 2500 Menschen beim „Karneval der Geflüchteten“

Diesmal kam eine politische Demonstration für Flüchtlingsrechte als Karnevalszug daher. Hinter dem Bündnis der Veranstalter stehen linke Gruppen und Kulturinstitutionen. Kritik kam von der Deutsch-Israelischen Gesellschaft.

Mit Kostümen und Musik sind mehrere Tausend Menschen zum Internationalen Tag gegen Rassismus durch Kreuzberg gezogen. Die Polizei zählte 2500 Teilnehmer bei einem sogenannten Karneval der Flüchtlinge am Sonntag. Sie demonstrierten zunächst am Platz der Luftbrücke gegen die geplante Unterbringung von weiteren Tausenden Flüchtlingen auf dem nahe gelegenen Tempelhofer Feld. Am frühen Nachmittag setzte sich der Zug mit acht Wagen bei Nieselregen in Richtung Spreewaldplatz in Bewegung. Dort war am frühen Abend eine Abschlusskundgebung geplant. Der Veranstalter, das Bündnis „My Right Is Your Right!“, hatte 3000 Teilnehmer bei der Polizei angemeldet.

Mit Performances, Geschichtenerzählen nach arabischer „Hakawati“-Tradition, Tänzen, Kostümen, Flashmobs, Musik und Redebeiträgen wolle man nach Karnevalstradition den herrschenden Strukturen eine Kultur des Lachens und des kreativen Widerstands entgegensetzen, hatte es im Vorfeld geheißen. Nach eigenen Angaben hatte sich das Bündnis im November 2014 mit dem Ziel gegründet, sich in die Berliner Flüchtlingspolitik einzumischen. Es bestehe unter anderem aus Kulturschaffenden, Aktivisten, Flüchtlingen und Kirchenvertretern.

Die Deutsch-Israelische Gesellschaft kritisierte, dass Berliner Theater sich an diesem Bündnis beteiligten, obwohl unter den anderen Akteuren auch israelfeindliche und antizionistische Gruppen aus der linken Szene seien. „Das Maxim Gorki Theater, die Schaubühne und das Deutsche Theater verleihen einer Demonstration allerdings eine gewisse Weihe und suggerieren Seriosität, wo Naivität oder Bösartigkeit dominieren“, teilte Jochen Feilcke, Vorsitzender der Gesellschaft mit. Wer mit „Unterstützern menschenverachtender Forderungen, die auf die Auslöschung Israels zielen“, paktiere, gebe den Polarisierern eine Plattform.

Quelle: http://www.focus.de/regional/berlin/feste-2500-menschen-beim-karneval-der-gefluechteten_id_5373141.html

 

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